Reden ohne Killerphrasen

Wie Sie unfaire Angriffe erfolgreich abwehren

Druck, Drohungen, Täuschungen: Im Job gibt es viele Situationen, in denen es gut ist, die Kunst des Argumentierens zu beherrschen - vor allem dann, wenn die Fairness auf der Strecke bleibt. Wie Sie sich dafür rüsten.
  • Mascha Dinter
4 Kommentare
In der Rubrik „Karriere Tipp“ widmet sich Handelsblatt Online wöchentlich Themen rund um Beruf, Büro und Bewerbung. Quelle: CAEPSELE

In der Rubrik „Karriere Tipp“ widmet sich Handelsblatt Online wöchentlich Themen rund um Beruf, Büro und Bewerbung.

(Foto: CAEPSELE)

DüsseldorfNahezu täglich stehen Fach- und Führungskräfte in Unternehmen vor der Herausforderung, andere von ihren Ideen, ihren Konzepten oder ihren Projekten zu überzeugen. In Präsentationen, Meetings und Einzelgesprächen gilt es, sich zu behaupten und die eigenen Vorstellungen durchzusetzen. Diskutieren die Gesprächspartner brisante Themen bei unterschiedlichen Auffassungen, kann aus der Diskussion schnell eine hitzige Debatte werden. Dann geht es nicht darum, Kompromisse zu finden, sondern beide Gesprächspartner versuchen, ihre Meinung möglichst gut zu begründen.

„Die Voraussetzung für eine faire Debatte ist die Bereitschaft, sich einen Dritten hinzu zu denken, der entscheidet“, sagt Kommunikationstrainer Jens Henning Fischer. Im Wettkampf-Debattieren spricht man von einer Jury, die sich die Argumente der Pro- und der Contra-Seite anhört, und sich schließlich für eine Position entscheidet. Diese dritte Instanz entfällt in aller Regel im Arbeitsleben. Einigt man sich auf einen „Debattenmodus“, können jedoch auch hier Streitgespräche hervorragend funktionieren.

Als Gründer der Berlin Debating Union gehört Fischer zu den Urgesteinen der deutschen Debattierszene, die sich vor etwa zehn Jahren zu etablieren begann. Der Diplom-Jurist lernte das aus England stammende Debattieren während seines Studiums kennen. Es faszinierte ihn so sehr, dass er sich heute als Kommunikationstrainer auch beruflich damit befasst. „Ich finde eine Debatte toll, weil sie Fragen schneller klarstellt, weil man schneller weiß, worüber man eigentlich streitet. Das geht in Diskussionen häufig unter und führt zu Unproduktivität.“

Wenn die Fairness auf der Strecke bleibt
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4 Kommentare zu "Reden ohne Killerphrasen: Wie Sie unfaire Angriffe erfolgreich abwehren"

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  • Ich beschäftige mich zwar bereits länger beruflich mit Killerphrasen, konnte aber in Ihrem Artikel zusätzliche Anregungen finden. Man lernt halt nie aus. Bestimmt finden Sie auch bei mir einige Denkanstöße zum Umgang mit Killerphrasen:
    http://www.dr-kopp.com/killerphrasen.html

    Gruß Jörg

  • @WinfriedSobottka
    Sie sollten sich den ersten 'link'
    [...ngler.wordpress.com/2010/07/21/15-regeln...]
    nochmal genau! - zu Gemüt führen ab dem 2/3!!
    bewusst?

  • Bravo, für die klaren Worte!
    Dieser Kommentar spricht mir aus der tiefsten Seele.
    Grüsse! Monica

  • Ginge es um das bessere Argument, gäbe es keine EU, denn: die EU ist nicht mit besseren Argumenten durchgesetzt worden sondern mit Betrug. Selbst Theo Waigel gab in seinem Offenbarungsdrang zu: Hätten wir die Deutschen gefragt, gäbe es keinen Euro (SZ)!
    Mit diesem Argument ist das große Ganze schon festgelegt. Ständerepublik. Trotzdem noch Kleinkram:
    Die meisten vermeintlichen Argumente beruhen auf Eigennutz: der Kommunikationstrainer ist ein Gaukler, der sich über die Kleingläubigen stellt; er will nicht helfen, er kann nicht helfen, er will nur die Einbildung erzeugen, er könne helfen - er will Geld.
    Der Boss hat Angst, sein bornierter Habitus würde zerstört werden, wenn er dem besseren Argument folgte. Also tut er es nicht. Er wählt stets das zweitklassige, weil das seine Position nicht gefährdet. Angst, als Dummkopf dazustehen, wenn der Dreher an der Werkbank ihn widerlegen kann, also watscht er ihn ab, so dass der sich hütet.
    Tatsächlich geht's um Knete. Damit lässt sich der Untergebene erpressen - sag' was Dummes, etwas, dass meiner erhabenen Meinung widerspricht, und du bist gezeichnet. Dein Leben wird schwer werden.
    Der Untergebene wird in der Firmen-Hierarchie zum Kriecher erzogen. Nur wer kriecht, macht Karriere. Kriechen und bekrochen werden.
    Ohne Geld ist der Boss ein Wurm. Beweis: nimm' ihm seine Knete ab, seinen Porsche, seine 5 Mill. Dollar-Hütte - wer hört auf ihn? Die USA sind das Land der Fensterspringer, welche sich ein falsches Selbstbild gekauft haben.
    Mit NLP ist die Kommunikation nicht neu erfunden worden, auch wenn die sog. Elite sich das suggeriert. Die Technik beruht auf Fangfragen und Selbsttäuschung, das ist nicht mal Gehirnwäsche, bloss ein Überrumpelungsversuch. ABER: wer andere überrumpelt hat, ob beim Verkauf an der Tür, im Laden oder auf Managerebene im sog. Streit um das bessere Argument (der Boss macht jenen unberührbar) - der schafft sich Feinde fürs Leben.
    Knete nennt man Knete, weil man andere damit weichkneten kann!

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