Rezension Boris Grundl
Die Zeit der Macher ist vorbei

Sie hießen Schrempp, Hunold oder Wiedeking: Doch die Zeit der Macher ist vorbei. Der Bulldozer hat als Typ Chef ausgedient, sagt Top-Berater Boris Grundl in seinem neuen Buch. Was die Führungsfigur von heute ausmacht.
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DüsseldorfDie Macher haben Deutschland so reich werden lassen: Manager wie Robert Bosch oder in jüngerer Vergangenheit Wendelin Wiedeking, der Porsche vor der Insolvenz rettete und zum Renditekönig unter den Autobauern machte. Doch dieser Typus Manager wird heute kaum noch gebraucht: „Jeder Führungsstil hat seine Zeit“, schreibt Boris Gundl in seinem neuen Buch „Die Zeit der Macher ist vorbei“. Der Unternehmer berät Firmen wie die Deutsche Bank, SAP oder BMW. Er hat mit „Steh auf!“ und „Diktatur der Gutmenschen“ bereits zwei Bestseller geschrieben.

Grundls Buch ist dreigeteilt. Im ersten Kapitel beschreibt der Autor die Misere: Macher-Typen sind out. Bisweilen polemisch legt er ihre Schwächen offen. Der Wettkampf „Wer hat den Größeren“ sei unnötig geworden, meint der Autor. Ihr Sendungsbewusstsein, ihr Selbstverständnis – das passt in gewisse Phasen der wirtschaftlichen Entwicklung. Grundl schließt keineswegs aus, dass solche Zeiten auch wieder kommen könnten. Derzeit überwiegen aber bei weitem die Nachteile dieses Führungsstils.

Dazu gehört vor allem ihre Eigenart, den Mitarbeitern die Entscheidungen abzunehmen. Mitdenken und Verantwortung übernehmen verboten, so das Motto überspitzt formuliert. All das geschieht zentralisiert. Alles, was den erlaubten Aktionsradius der Mitarbeiter verlässt, ist im verbotenen Bereich. Damit kommen Firmen heute nicht mehr weit, urteilt Grundl.

Probleme bekommen Macher immer dann, wenn „die Firma zu groß wird“. Wenn die Macher selbst bei 16-Stunden-Tagen allein aufgrund der Vielzahl an Aufgaben nicht mehr nachkommen. Dann „verlieren sie die Kontrolle“ und werden aggressiv: „Sie fangen an zu fauchen, zu kratzen, zu beißen.“

Kommentare zu " Rezension Boris Grundl: Die Zeit der Macher ist vorbei"

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  • Ich habe ein längeres Video-Interview mit ihm über das Buch geführt: http://www.persoenlichkeits-blog.de/article/8769/die-zeit-der-macher-ist-vorbei-interview

  • Korrekt! In der Realität ist sich jeder selbest der Nächste! Nein, dass ist nur die halbe Wahrheit!

    Es bezieht sich im Besonderen auf Deutschland und dessen ausartenede Strukturen.
    Es ist und bleibt eine Mentalitätsfrage!

    Der Deutsche , ( bitte nicht falsch verstehen, ich bin 100% deutsch! ..und gerne) definiert sich sehr über seinen Job.
    Von daher findet ein ständiger Wettlauf um Anerkennung und das damit verbundene Machtstreben statt.

    Warum?

    - 3 Gänge vom Gas runter
    - weniger ist mehr
    - mehr Souveränität
    - sich selbst nicht so wichtig nehmen

    Damit mehr Lebensqualität!

    ....wir haben nur EIN Leben!





  • Meint der Autor wirklich, daß sich da viel an den ge-
    handhabten vier ''K'': kommandieren - kontrollieren-
    kritisieren - korrigieren des gängigen Führungsverhal-
    tens etwas ändern wird?

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