Roboter in der Arbeitswelt Atlas und der Angriff auf die Mittelschicht

Wer in den USA nicht mehr als 20 Dollar pro Stunde verdient, der könnte wohl bald seinen Job an einen Roboter verlieren. Doch auch die Mittelschicht sollte sich wappnen, wie Google gerade eindrucksvoll zeigt.
Update: 24.02.2016 - 07:44 Uhr

San Francisco/DüsseldorfAtlas hat einen alles andere als beneidenswerten Arbeitstag. Ohne einen Fetzen Stoff am Leib muss er mit seinem ungelenken Körper über den verschneiten Waldboden marschieren. Anschließend malträtiert ihn sein Vorgesetzter mit dem Hockeyschläger und schnappt ihm immer wieder das schwere Paket weg, dass Atlas eigentlich tragen soll. Schließlich stößt der Chef seinen Untergebenen auch noch über den Haufen. Doch Atlas nimmt das alles hin ohne zu murren, eine Lohnerhöhung zu fordern oder zur Gewerkschaft zu rennen.

Denn Atlas ist die neueste Roboter-Generation der Google-Tochter Boston Dynamics und zeigt seine Fähigkeiten derzeit in einem vielbeachteten Video. Er benötigt keine Kabelverbindung mehr, geht aufrecht und reagiert selbstständig auf sich verändernde Umgebungen. Google demonstriert so, dass Roboter in der Wirtschaft nicht mehr länger nur am Fließband tätig sein müssen. Der 1,75 Meter hohe Atlas könnte in Logistik, Pflege und vielen anderen Branchen eingesetzt werden.

Barack Obama setzt derzeit vor allem auf die Ausbildung, um die Amerikaner in bessere Jobs zu bekommen. Aber wo die Massen an neuen hochbezahlten Arbeitsplätzen herkommen sollen, das sagt der US-Präsident nicht. Abgesehen davon rechnen Wissenschaftler damit, dass diese ohnehin auch bald wegfallen würden.

Der gerade vorgelegte jährliche „Wirtschaftliche Bericht des Präsidenten“ legt schon jetzt eine Aufstockung der amerikanischen Sozialsysteme nahe, um die Herausforderungen der Zukunft bewältigen zu können. Zum Beispiel eine Lohnaufstockung aus Steuergeldern, wenn ein ehedem Arbeitsloser auch mit einem neu erlernten Beruf nicht genug verdient, um leben zu können.

Doch auch wer gut verdient, sollte sich nicht in Sicherheit wähnen. Der Jobvernichtung im Rahmen der 4. Industriellen Revolution, dem „Industriellen Internet der Dinge“, versuchten Wissenschaftler und Politiker schon auf dem World Economic Forum (WEF) im Januar in Davos auf die Schliche zu kommen.

Was Maschinen schon alles können
Rekordverdächtig: Sub1 löst Zauberwürfel
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0,887 Sekunden, dann hat es Roboter Sub1 geschafft: Der 3x3-Zauberwürfel, der schon Generationen von Kindern und Erwachsenen zum Verzweifeln gebracht hat, ist gelöst. Hinter Sub1 steht der Ingenieur Albert Beer. Der Roboter wird von einem Laptop gesteuert. Eine Software wertet die Bilder des Würfels aus, die Kameras am Roboter aufnehmen, und leitet so die richtigen Bewegungsbefehle an Sub1 weiter. Ob Beers Sub1 einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde bekommt, wird aktuell noch geprüft. Menschlicher Rekordhalter bisher: Lucas Etter aus den USA ist es 2015 gelungen, den Würfel in 4,9 Sekunden zu lösen.

Wenn Roboter golfen
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Gestatten: Roboter LDRIC ("Launch Directional Robot Intelligent Circuitry"), von allen nur Eldrick gerufen - in Anlehnung an den Familiennamen von Golfstar Tiger Wood. Während eines Golfturniers in Phoenix ist Eldrick beim 16. Loch ein Hole-in-One geglückt. Allerdings brauchte der Roboter dafür fünf Anläufe. Hinter Eldrick steht die Firma Golf Laboratories aus San Diego, die Testroboter für Golfplätze herstellt. Mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde lassen sie die Bälle über den Platz fliegen.

Einen Cocktail bitte!
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Forscher der Universität Maryland arbeiten an Robotern, die neue Fähigkeiten nur durch Beobachten eines Ablaufs erlernen können. In diesem Fall: das Mixen eines Cocktails. Der zweiarmige Roboter beobachtet eine Person dabei, wie sie einen Drink aus verschiedenen Flüssigkeiten mischt und ahmt den anschließend Vorgang nach. Ob der Cocktail schlussendlich besser schmeckt als der vom Barkeeper, ist Ansichtssache. Hinter dieser netten Anwendung steckt vielmehr die Absicht, die oft langwierige Programmierung von Industrie-Robotern, die eine neue Aufgabe erledigen sollen, durch Lernprozesse zukünftig überflüssig zu machen.

DeepMind beherrscht Go
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Die von Google DeepMind entwickelte Software Alpha-Go hat bereits den Europameister im chinesischen Brettspiel Go geschlagen. Im März wird sich nun der beste Go-Spieler der Welt, Lee Sedol, in fünf Partien mit dem Computergegner messen. Internetriese Google wird die Partien live auf Youtube übertragen.

PR2, der Popcorn-King
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Er ist rund 200 Kilogramm schwer und soll bald einmal Großes leisten: der PR2 des Forschungslabors im Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik der Universität Bremen. Noch beschränkt sich die Fähigkeiten des "Personal Robots" auf Popcorn und Pfannkuchen machen - Aufgaben, die genauso gut von Menschen erledigt werden können. In Zukunft soll PR2 aber leichte Aufgaben im Alltag sicher und zuverlässig übernehmen können und so beispielsweise alte und pflegebedürftige Menschen unterstützen können. Roboter als Haushaltshilfen - mittlerweile gibt es eine Reihe von Anwendungen.

Pokerface
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Unbesiegbare Schachcomputer kennt man schon seit Längerem. Forscher der Universität Alberta ist es 2015 nach jahrelanger Forschung gelungen, eine intelligente Poker-Software zu entwickeln, die den menschlichen Gegner besiegen kann. Chancenlos sei der Mensch, so die Forscher, wenn mehrere Partien nacheinander gespielt werden.

Ihre Prognose: 5,1 Millionen Jobs weltweit werden in den kommenden Jahren durch Roboter vernichtet werden. Und diese Jobs werden nicht in Entwicklungsländern verschwinden, sondern dort, wo es sich für die Investoren am meisten lohnt: in Nordamerika oder Europa.

Amerika ist sensibilisiert für die sozialen Abgründe, die sich für Normalverdiener auch acht Jahre nach der Wirtschaftskrise auftun. Anders ist auch der überraschende Erfolg des Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders nicht zu erklären. Der selbsternannte „demokratische Sozialist“ liegt mit Ideen wie freiem Studium und Krankenversicherung gleichauf mit seiner Konkurrentin Hillary Clinton.

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