Stress im Job Diese Dinge machen uns bei der Arbeit krank

Wenn Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum unter großem Druck stehen, ist das Risiko hoch, dass sie krank werden. Elf Faktoren sind dafür ausschlaggebend. Wie Unternehmen ihre Angestellten schützen können.
Arbeit kann krank machen. Quelle: Getty Images
Stress im Job

Arbeit kann krank machen.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfStellen Sie sich einmal Folgendes vor: Sie sind die Marionette Ihres Chefs. Sie machen für „den da oben“ ständig Überstunden. Sie müssen schneller arbeiten, immer mehr Leistung erbringen und natürlich wird Ihre Arbeit niemals anerkannt. So weit, so bekannt?

Weiter im Gedankenspiel: Sie haben keinerlei Entscheidungsspielraum. Ihr Chef hat ganz genaue Vorstellungen davon, wie das Produkt oder die Dienstleistung auszusehen haben. Aus Angst, dass Sie alles falsch machen, gibt es nicht nur genaue Vorschriften für jeden Handgriff – 8.03 Uhr bis 8.17 Uhr: Mails checken und beantworten, 8.17 Uhr bis 8.25 Uhr Reporting schreiben – Ihr Vorgesetzter kontrolliert auch alles, was Sie tun. Kein gutes Gefühl, oder?

Wenn ein Mensch über einen längeren Zeitraum einer hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt ist, kann sich der Stress negativ auf seine Gesundheit auswirken. Die Initiative Gesundheit und Arbeit (IGA) hat in ihrem aktuellen Report untersucht, wozu diese psychischen Belastungen in der Arbeitswelt führen können: Es gebe Hinweise darauf, dass durch die Belastungen nicht nur psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen, sondern auch Muskel- und Herzerkrankungen mitverursacht werden können.

Denn: Wenn der Chef seine Mitarbeiter trotz hoher Arbeitsbelastung nicht auch mal lobt, ihn aber gleichzeitig permanent Überstunden machen lässt, kann das im schlimmsten Fall zu Depressionen, Diabetes oder sogar zu einem Herzinfarkt führen. Und es gibt zahlreiche weitere Faktoren auf der Arbeit, die Mitarbeiter möglicherweise krank machen:

Bislang gibt es keine statistischen Daten darüber, wie viele Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren krankfeierten, weil die Arbeitsbelastung zu hoch war. Allerdings erreichte der Krankenstand in Deutschland im vergangenen Jahr den höchsten Wert seit der Jahrtausendwende: 4,1 Prozent der Erwerbstätigen waren 2015 laut dem DAK-Gesundheitsreport durchschnittlich an einem Tag so krank, dass sie arbeitsunfähig waren. Zum Vergleich: 2005 waren es 3,3 Prozent. Mehr als die Hälfte aller Krankheitstage entfielen auf Erkrankungen des Muskel-Skelettsystems, der Atemwege und der Psyche.

Unklar ist, wie lange es dauert, bis Stress womöglich gesundheitsgefährdend ist. „Ob ein Arbeitnehmer krank wird, hängt davon ab, wie lange der Stress anhält, wie intensiv er ist und wie ausgeprägt die Stresskompetenzen der Person sind“, sagt Patricia Lück, Expertin für betriebliche Gesundheitsförderung beim AOK-Bundesverband. Eine extreme Herausforderung, die über mehrere Wochen anhält, kann ihrer Meinung nach eine ähnliche Wirkung auf die Gesundheit eines Angestellten haben wie eine starke Belastung über mehrere Monate.

Diese starken Beanspruchungen sind laut den Experten Lück und Arbeitspsychologe Tim Hagemann ein Phänomen der modernen Arbeitswelt: „Die Digitalisierung führt dazu, dass viele Angestellte scheinbar grenzenlos arbeiten“, sagt Lück. Dank Smartphone sind Arbeitnehmer heutzutage quasi zu jeder Uhrzeit und überall erreichbar, selbst nach Feierabend beantworten viele von ihnen E-Mails.

So glänzen Sie mit Ihrem Vortrag
Gründe zeigen und mobilisieren
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Der Autor Simon Sinek hat untersucht, wie es Ikonen wie Martin Luther King oder dem Apple-Gründer Steve Jobs gelang, Massen von Menschen von ihren Ideen zu überzeugen. In seinem Buch „Start with Why“ kommt Sinek zu dem Schluss, dass sie ähnlich dachten - und sprachen. In großen Reden ging es ihnen vor allem um das "Warum", nicht das übliche "Was?". Der Grund: Menschen lassen sich viel eher auf einer emotionalen Ebene mitreißen - etwa dann, wenn sie das Ziel und den Grund eines Projekts kennen.

Redner sollten Ihre Zuhörer außerdem mobilisieren, etwas zu tun. Hilfreich ist, sich im Vorhinein klar zu machen, was den Zuhörern vermittelt werden soll und welche Reaktion erwünscht ist. Einen Mehrwert hat eine Rede nur, wenn die Zuhörer danach ihre Handlungen und ihr Verhalten hinterfragen und möglicherweise sogar ändern.

Quelle: IESE Business School, München/Barcelona, Conor Neill

Einstieg mit griffigem Zitat
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Für den Anfang einer jeden Präsentation empfiehlt Kommunikationsexperte und Universitätsprofessor Conor Neill ein griffiges Zitat. Dabei steht es dem Redner frei, ob er sich auf eine persönliche Geschichte, ein fachliches Zitat oder aber eine schockierende Statistik beruft. Egal für welches rhetorische Mittel er sich entscheidet, der Effekt ist der Gleiche: Die Zuhörer können sich dem Bann nicht mehr entziehen und geben sich der Rede offen und unvoreingenommen hin. Ganz nebenbei hat der Redner die Chance, seinen persönlichen Zugang zum Thema zu verdeutlichen.

Struktur geben
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Eine Unterteilung des Materials in drei große Abschnitte hilft, der Präsentation eine Struktur zu verleihen. Beginnen Sie mit einem griffigen Zitat am Anfang, gehen Sie dann in den Hauptteil über und beenden Sie Ihren Vortrag mit einem prägnanten Schluss. Stellen Sie stets und unter allen Umständen sicher, dass Sie genau wissen, wovon Sie sprechen. Das gelingt am besten, wenn Sie aufrichtiges Interesse für das Thema entwickeln.

Besonders viel Aufmerksamkeit erhalten Sie, indem Sie im Laufe des Vortrags immer wieder lebhafte Beispiele anführen. Sie sind häufig nicht schwer zu finden, insbesondere alltägliche Phänomene bieten sich an. Auch die beiden Wissenschaftler und Autoren Chip und Dan Heath sehen darin einen Schlüssel für eine gelungene Präsentation. In ihrem Buch „Made to Stick: Why Some Ideas Survive and Others Die“ beschäftigen sie sich mit der Kommunikation von Ideen. Ein Ergebnis: Erst mit anschaulichen, bildlichen Beispielen lassen sich Menschen überzeugen. Eine Studie ergab: Nur fünf Prozent einer Studentengruppe konnte sich an den Inhalt eines Vortrags erinnern - aber knapp zwei Drittel der Studenten konnten die Beispiele wiedergeben.

Üben, üben, üben
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„Übung macht den Meister“ – das zumindest suggeriert eine alte Volksweisheit. Und das nicht ganz ohne Berechtigung. Eine junge Studie des Journals "Psychological Science“ zeigt, dass Übung immerhin einen Anteil von 12 Prozent an der späteren Leistung ausmacht. Nutzen Sie daher jede Gelegenheit, in der Öffentlichkeit zu sprechen und anderen Rednern zuzuhören. So werden Sie erfahrener und entwickeln das Selbstbewusstsein, das sie brauchen, um ein guter Redner zu werden. Je frühzeitiger sie damit anfangen, desto besser.

Studieren Sie Ihre Rede am besten laut mithilfe der Unterlagen ein, die Sie auch am Tag der Präsentation benutzen möchten. Bemühen Sie sich, Füllwörter auszuschalten. Bauen Sie Atempausen ein. Mithilfe einer Uhr können Sie zudem Ihren zeitlichen Rahmen prüfen und so noch Puffer für unvorhersehbare Situationen einplanen.

Zielgruppe beachten
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Nicht nur Inhalt und Wortwahl beeinflussen den Erfolg eines Vortrags, sondern auch das Verhältnis zwischen Redner und Zuhörern. Der Rhetoriktrainer und Autor Ingo Vogel („So reden Sie sich an die Spitze“) rät, jede Rede und jeden Vortrag genau auf das Publikum abzustimmen. Denn ob die Familie, ob Kollegen oder sogar die Chefetage im Publikum sitzt, macht einen gewaltigen Unterschied. In allen Fällen gilt aber: Verbindungen aufbauen und von Gemeinsamkeiten ausgehen. In Familienkreisen können das längst vergangene Erfahrungen sein, in formaleren Situationen aber auch geteilte Sorgen oder Unternehmenserfolge.

Aufbau checken
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Selbstsicherheit erlangen Redner vor allem, indem sie sich mit den Räumlichkeiten und technischen Gegebenheiten vertraut machen. Die besten Voraussetzungen schaffen Sie, indem Sie sich frühzeitig in den Vortragsraum begeben und das Mikrofon, sowie weitere Anschauungsmaterialien im Vorhinein auf Funktionalität testen. Das dürfte besonders von Lampenfieber geplagte Nervenbündel beruhigen.

Für Entspannung sorgen
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Kommunikationsexperte Neill rät Referenten außerdem zu Entspannungstechniken. Für eine entspannte Atmosphäre kann beispielsweise der zuvor erwähnte Einstieg mit griffigem Zitat sorgen. Aber auch die persönliche Geschichte als gelungener Eisbrecher verstärkt nicht nur die Glaubwürdigkeit und stellt den Kontakt zum Publikum her. Sie trägt zur guten Stimmung bei und beruhigt so die Nerven

Der letzte Gedanke vorm Einschlafen gilt dann oftmals der Arbeit, weil Arbeitnehmer verlernen, sich eine Auszeit zu gönnen. Gerade weil viele Angestellte unter Zeitdruck arbeiten und versuchen, gleich mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen – bei denen sie auch noch ständig unterbrochen werden – ist es laut Hagemann umso wichtiger, dass sie in ihrer Freizeit abschalten, indem sie sich mit Bekannten treffen, Sport machen oder einfach nur faulenzen. Und: „Es bringt einem Arbeitnehmer wenig, wenn er immer nur zwei Tage am Stück Urlaub nimmt. Er braucht lange Urlaubszeiten, zum Beispiel über einen Zeitraum von zwei Wochen, um sich richtig auszuruhen“, sagt Lück.

So können Chefs ihre Mitarbeiter schützen
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