Testserie E-Bikes
Elektro-Flitzer für Zugpendler

Der Alltag eines Berufspendlers ist nicht immer angenehm. Das Hercules E-Versa Street verspricht, die Wege von und zur Arbeit zu versüßen. Handelsblatt Online hat getestet, ob das Pendlerbike hält, was es verspricht.
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DüsseldorfSerie: Elektrobike-Tests

Entspannt in den Arbeitstag starten – das klappt mit dem Auto selten. Stau und Spritpreise sorgen für Zähneknirschen. Einfacher ginge es mit dem Rad ins Büro. Aber wer sitzt schon gern verschwitzt am Arbeitsplatz? Fahrräder mit Elektroantrieb versprechen einen mühelosen Arbeitsweg mit positiver Ökobilanz. Handelsblatt Online hat einige E-Bikes getestet.

Als Zugpendler hat man es nicht leicht: Sitzen oder stehen? Kommt der Zug pünktlich? Kommt er überhaupt? Nicht zu vergessen die überfüllten U-Bahnen auf dem Weg von der Haustür zum Bahnhof. Noch früh am Morgen entscheidet sich für Pendler, wie der Rest des Tages aussieht. 
Genau hier setzt der Fahrradhersteller Hercules an und verspricht, die Wege von und zur Arbeit zu versüßen. Leidgeprüfte Pendler sollen ihren Zug noch pünktlich erreichen - und das, ohne ins Schwitzen zu kommen. Die Lösung soll ein Faltrad sein, ein elektrisches, das Hercules E-Versa Street.
Der erste Blick macht allerdings stutzig - denn vom Elektroantrieb ist erst einmal nichts zu sehen. Weder der 250-Watt-Motor, noch der Akku sind auf den ersten Blick sichtbar. Ersterer wurde in der Hinterradnabe verbaut. Das hat nicht nur den Vorteil, dass der Motor nahezu unsichtbar ist. Technisch hat diese Konstruktion auch noch den Nebeneffekt, dass die Kraft ohne Verluste direkt auf das Rad übertragen wird. Aber nicht nur den Motor hat Hercules weggezaubert, sondern den Lithium-Polymer-Akku gleich mit. Dieser wurde im mittleren Rohr des schmucken, matt-silbernen Rahmens versteckt.

Dass da doch irgendwo ein kleiner Motor werkelt, merkt man aber spätestens nach dem Aufsteigen. Anfahren muss man zwar noch selbst. Aber wenn die Pedale ein paar Sekunden in Bewegung sind, spürt man gleich den ersten Elektroschwung. Die "Protanium" getaufte Motortechnik klingt zwar ein wenig so, als müsse man sich nach der Fahrt um die Endlagerung strahlender Stoffe sorgen. Sie verrichtet ihren Dienst aber annähernd geräuschlos und wirkungsvoll. Geladen wird der Akku mit einem Netzteil, wie man es von Laptops und anderen Geräten kennt. Dazu muss das Rad noch nicht einmal in der Wohnung stehen, denn der Akku lässt sich aus dem Fahrrad herausnehmen.

Wer morgens den Weg zum Bahnhof antritt, um den nächsten Pendlerexpress zu erwischen, kann das mit dem E-Versa tatsächlich tun, ohne ins Schwitzen zu geraten. Der Antrieb kann auf drei Geschwindigkeiten eingestellt werden. Je nach dem läuft der Motor dann mal mehr, mal weniger schnell. Auf der höchsten Leistungsstufe muss man die Pedale nur leicht in Bewegung halten, damit das System merkt, dass noch jemand im Sattel sitzt. Den Rest übernimmt der Antrieb. Und das tut er ordentlich. Annähernd 25 Kilometer pro Stunde kann das Fahrrad ohne viel Muskelkraft erreichen. Für den Straßeneinsatz in der Großstadt ist das in Ordnung. Für den allmorgendlichen Adrenalinkick auf dem Weg zum Büro reicht es aber nicht ganz.

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Elektro-Flitzer für Zugpendler

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Kleinere Kritikpunkte beim Fahrverhalten

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  • Bis zu welcher Grösse und welchem Gewicht ist das Rad denn ausgelegt?

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