Überforderte Generation
Kind, Karriere und kein Krankenschein

Wer zwischen 25 bis 40 Jahre alt ist, steht privat und beruflich häufig unter hohem Druck. Doch krank ist diese Generation anscheinend selten. Das kann sich in späteren Jahren rächen. Es droht die Rente mit 49.
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BerlinJunge Eltern, Mütter wie Väter, können Stress gut aushalten. Sie sind auch selten krank, jedenfalls offiziell. Dennoch sind sie gegenüber Kinderlosen im Nachteil. Sie treiben weniger Sport und haben weniger Zeit, sich zu erholen und zu schlafen. Und genau das könnte über die Jahre zum Problem werden.

Zu diesem Ergebnis kommt die Krankenkasse DAK-Gesundheit  in einem Report über Personen in der sogenannten „Rushhour des Lebens“. Gemeint ist damit ein Zeitraum von 15 Jahren, in dem Männer und Frauen zwischen 25 und 40 Jahren versuchen, viele Ziele gleichzeitig in Einklang zu bringen: Die Karriere steht im Vordergrund, doch auch Kinder wünschen sich viele.

Die Krankenkasse hat in der Studie den Krankenstand ihrer Mitglieder analysiert und über 3000 Männer und Frauen im Alter von 25 bis 40 Jahren repräsentativ befragt. Sie empfinden die Rushhour des Lebens als einen persönlichen und beruflichen „Entscheidungsmarathon“, der sich aber in dieser Phase anscheinend noch nicht negativ auf ihre Gesundheit auswirkt.

„Der niedrige Krankenstand darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in diesem Alter erste Ansätze für chronische Krankheiten bilden“, urteilt Herbert Rebscher, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. So seien während dieser Zeit bereits vier von zehn Beschäftigten mit Rückenproblemen in Behandlung.

Unter den 20 häufigsten Einzeldiagnosen bei Männern gebe es neben den akuten Beschwerden auch bereits langfristige Beeinträchtigungen, stellt die DAK-Gesundheit fest. Sieben Prozent der Männer seien schon in Behandlung wegen Bluthochdruck, der häufig in Verbindung mit Stress und Bewegungsmangel stehe.

Etwa jeder fünfte Mann und sogar jede dritte Frau müsse wegen eines psychischen Leidens zum Arzt. Diese Krankheitsbilder hält die Krankenkasse in dieser Altersgruppe für sehr beachtenswert. Denn sie kehrten häufig wieder und könnten auf diese Weise den Gesundheitszustand langfristig erheblich beeinträchtigen.

 

Kommentare zu " Überforderte Generation: Kind, Karriere und kein Krankenschein"

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  • 1.) Man sollte Jammern und Feststellung unterscheiden können.
    2.) Ich habe nicht davon gesprochen das ich 100 Std arbeiten muss um auf das Niveau meiner Eltern zu kommen. Wer lesen kann...
    3.) Argumentationslinie?
    4.) Es fühlen sich alle Kinder des Wirschaftswunders immer angegriffen wenn man Ihnen sagt das Sie ein kaputtes Land hinterlassen (warten Sie noch ein paar Jahre bis die Notenbanken dies nicht mehr verbergen können)

  • Sehe ich auch so. Wenn Sie über 100 Stunden in der Woche arbeiten und wenig verdienen machen Sie etwas falsch oder haben einen dieser Sinnlosjobs.
    Den Unterschied in den Generationen sieht man schon im
    Sprachgebrauch; heute geht man arbeiten, in den 70ziger
    und 80ziger Jahren ging man Geld verdienen; deshalb
    "Generationenvertrag" einfach mal nein sagen, das befreit.

  • Keiner MUSS hier 100 Std die Woche arbeiten. Und wenn Sie 100 Std arbeiten müssen, um auf das Lebensniveau Ihrer Elern aus den 70-ern zu kommen, wechseln Sie Ihren Beruf. Oder gehen Sie Teilzeit und suchen sich ein Hobby. Aber hören Sie auf zu jammern, es gibt wirklich KEINEN Grund. Und prüfen Sie Ihre Argumentationslinie.

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