Urlaub ohne Arbeitsstress Kalter Entzug!

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So geht Urlaub: Digital Detox Holiday!
Handys und Laptops haben hier in der Karibik Strand-Verbot. (Quelle: Screenshot aus dem Handbuch zum „ Digital Detox“)

Handys und Laptops haben hier in der Karibik Strand-Verbot.

(Quelle: Screenshot aus dem Handbuch zum „Digital Detox“)

Arbeitsrechtlich gilt: Wenn ich mich im Urlaub von beruflichen Verpflichtungen fern halte, tue ich recht und brauche keine Sanktionen fürchten. Niemand ist verpflichtet, in seiner Freizeit zu arbeiten. Handy aus, Laptop aus, das ist der Grundsatz. Einige Tourismus-Profis haben den Bedarf für digitale Entgiftung bereits erkannt (St. Vincent, Grenadine und St. Lucia) und knöpfen Besuchern schon am Strand die digitalen Handwaffen ab, wünschen schönen „Offline-Urlaub“ und versüßen ihn mit Coaching-Einheiten zum Thema „Digital Detox“, zu denen ein umfassendes Handbuch gereicht wird.

Klingt gut, aber noch kann ich mir keine Reise in unabhängige Inselstaaten in der Karibik leisten. Und da ich von mir weiß, dass ich mein Smartphone gar nicht ausschalten kann (das gelingt laut einer Bitkom-Studie zwei von zehn Handy-Besitzern nie; einer von zehn weiß sogar nicht mal mehr, wo der Ausknopf ist), sollte ich vielleicht über Reiseziele nachdenken, in denen es gar keinen Empfang gibt. Die Autorin Anitra Eggler („Digital-Therapie für Ihr Internet-Ich“) schreibt von einem regelrechten Tourismus-Trend.

So bezahlen Menschen in sogenannten Black Hole-Hotels viel Geld für Zimmer ohne Handy-Empfang, Internet und Fernseher. Allein in der Steiermark bieten 14 Hotelbetriebe Offline-Urlaub an; eine Unterkunft heißt passenderweise „Waldesruh“. Macht der Job allerdings ein längeres offline-sein unmöglich, raten Experten, eine bestimmte Zeit festzulegen, in der Geschäftliches erledigt werden kann und man für Kollegen erreichbar ist. Mit so etwas könnte ich mich anfreunden.

Mittwoch, 12:20 Uhr. Meine Frau hat mir gestern Abend ohne Vorwarnung offenbart, dass es in unserer Unterkunft in Italien keinen Internetanschluss gibt. Fluch oder Segen? Vermutlich ein Segen, aber meine erste Reaktion war: „Fernseher haben wir aber, oder?“. „Ja, aber nur italienische Programme.“ Kalter Entzug. In einem Artikel lese ich, dass man eine ganze Woche braucht, um sich überhaupt mal auf den Urlaub einzulassen; da ist unser Urlaub schon fast wieder vorbei. Trotzdem ist es höchste Lebens-Zeit, dass ich meinen eigenen Gedanken eine Auszeit verordne.

Was ich wirklich will
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6 Kommentare zu "Urlaub ohne Arbeitsstress: Kalter Entzug!"

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  • Man sollte sich nicht schon auf der Arbeit von seinem Chef überstressen lassen. Mehr als Arbeiten kann man nicht. Ich werde dafür bezahlt, das ich 8 Stunden arbeite. Nicht 10, nicht 12 und auch nicht 16, sondern 8. Wenn der "Chef" mehr will, dann muss er für meine Ware Arbeitskraft/zeit auch mehr bezahlen. Wenn ich abends das Büro verlasse, dann lege ich den "Schalter" um und gut. Das selbe mache ich im Urlaub. Handy aus und nur, wenn ich will bzw. es benötige eingeschaltet. Man kann das im übrigen trainieren, wollte ich nur mal bemerken :)

  • Schade, dass ich hier nicht liken kann. Aber im Grunde müsste man immer so eine klare Ansage machen. Mein Jahresmotto eigentlich. Liebe Grüße, Carina Groh-Kontio

  • An dem Tag, an dem ich aus dem Berufsleben ausgeschieden bin habe ich meine Armbanduhr und mein Handy abgelegt und bis heute nicht mehr angefasst. Das ist jetzt schon 8 Jahre her und ich habe dies bis heute nicht bereut.

  • Aus dem Beitrag:
    "...sollte ich vielleicht über Reiseziele nachdenken, in denen es gar keinen Empfang gibt."
    ------------------------
    Als ich noch angestellt gearbeitet habe (schon länger her), verlangte mein Chef von mir, im Urlaub erreichbar zu sein, um ihn ggf. für wichtige Termine sogar zu unterbrechen.
    Meine Antwort: Da, wo ich hinreise, gibt es keinen Anschluß.
    Verständnisloser Blick: Wie? Was?
    Meine Aufklärung: Meinen Urlaub verbringe ich in der Wildnis des Hohen Nordens!
    Ah ja (noch ein verständnisloser Blick)! Danach kam nichts mehr in dieser Richtung! :-)

  • Meine Eltern benutzen leider gar kein Handy. Beste Grüße, Carina Groh-Kontio

  • Drei Wochen kein Heroin. Das ist wirklich einer toller Vorsatz. Und die Familie kommt auch zu ihrem Recht. Jetzt lernt sie Papa auf dem Affen kennen statt immer nur beim simsen.

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