Verwaiste Eltern
Die wirtschaftlichen Aspekte tiefer Trauer

Der Verlust eines Kindes führt bei Eltern nicht nur zu tiefer Trauer, sondern oft auch zu einem geringeren Einkommen und langfristigem Arbeitsplatzverlust. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Uni Mannheim.
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DüsseldorfEs ist eine der traumatischsten Erfahrungen, die Eltern widerfahren kann: der Tod des eigenen Kindes. Nicht ist mehr, wie es war und die Eltern durchleben nach dem schweren Verlust eine Phase tiefer Trauer.

Ob diese Zeit auch wirtschaftliche Konsequenzen für die verwaisten Eltern hat, wurde jedoch bisher noch nicht im Detail untersucht. Dabei führt Trauer nicht selten zu krankheitsbedingten Fehlzeiten und in manchen Fällen entscheiden sich die Eltern sogar dazu, ihren Job komplett aufzugeben. Im Extremfall kehren sie sogar nie wieder ins Arbeitsleben zurück.

Kurz: Der wirtschaftliche Wohlstand der Eltern könnte lange, nachdem die Trauer nachgelassen hat, noch beeinträchtigt sein. Genau das belegen nun Wirtschaftswissenschaftler der Universität Mannheim in einer neuen Studie. Für ihre Untersuchung haben die Forscher schwedische Daten von rund 1.800 Müttern und 1.500 Vätern ausgewertet, die zwischen 1993 und 2003 ihr Kind verloren haben. Insgesamt waren es über 1.800 Kinder, die im Alter zwischen einem und 24 Jahren plötzlich, zum Beispiel infolge eines schweren Unfalls, starben.

Die Daten beinhalten Informationen zu Einkommen, Arbeit, Bezug von Arbeitslosen- und Krankengeld, Familienstand, Gesundheit und darüber, ob die Eltern weitere Kinder bekommen. Die Ergebnisse haben sie mit den Daten von Eltern verglichen, die kein Kind verloren haben, sonst jedoch in ähnlichen Umständen leben wie die trauernden Eltern.

„Wir unterscheiden verschiedene Todesursachen der Kinder und haben besonderes Augenmerk auf Kinder gelegt, die bei Verkehrsunfällen, durch Ertrinken, Stromschläge oder fallende Gegenstände getötet wurden“, erklärt der Studienleiter Gerard van den Berg.

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  • Dieser Beitrag beeindruckt, erschüttert, aber er rüttelt doch auch wach.
    Niemend von all unserern modernen Schönen und Reichen, die sich ihren materiellen Wohlstand unter Verzicht auf die Aufwendungen, Sorgen und Einschränkungen der persönlichen Freiht erkaufen, werden an der Stunde vorbei kommen, in der ihnen die Einsamkeit, die Verlassenheit und die Sinnlosigkeit an ihren Beinen entlang nach oben ins Herz kriecht, wie die schleimigen Würmer dem Trinker im Dilirium Tremens und zu einem nachweislich erbärmlichen Verrecken führen.

    Wer's denn mag, dem sei es gegönnt. Allerdings auch mit dem Verzicht, sich solchen Kreaturen in ihrer letzten Stunde Beistand und Nähe zu leisten, um das Erbarmen
    zu praktizieren, auf das jeder "Mensch" Anspruch hat.

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