Voll durchstarten
Was Sie bei der Karriereplanung berücksichtigen sollten

Karriere machen wollen viele. Doch kann man sie sich wirklich vornehmen und langfristig planen? Ja, man kann. Handelsblatt Online zeigt Aufstiegsmöglichkeiten und wie Sie herausfinden, wohin die Reise geht.
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Düsseldorf„Wo sehen Sie sich in fünf oder in zehn Jahren?“ – Wenn diese Frage im Vorstellungsgespräch fällt, haben Bewerber in aller Regel gleich eine visionäre Antwort parat. „Ich würde in fünf Jahren gerne ein kleines Team führen“, „Bis dahin möchte ich auf einer Auslandsstation Erfahrungen gesammelt habe, um die nächste Karrierestufe anzustreben“, „Ich habe mich als Spezialist etabliert“ oder „Ich möchte Budgetverantwortung für den Produktbereich.“

Während es zu diesem Zeitpunkt nicht an beruflichen Zielen mangelt, bleiben im Laufe der Berufsjahre die genaueren Vorstellungen von der weiteren Karriere gerne auf der Strecke – geschweige denn, dass man aktiv darauf hinarbeitet.

So sind viele Arbeitnehmer tatsächlich der Meinung, dass Laufbahnen sich nicht vorzeichnen lassen – und verzichten deshalb auf entsprechende Anstrengungen. Diese Beobachtung von Karriereberatern bestätigte erst jüngst wieder eine Umfrage des Businessnetzwerkes LinkedIn unter 7.000 Berufstätigen aus 15 Ländern. Danach halten zwei von drei Arbeitnehmern Karriere für nicht planbar und haben keine konkretere Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft. Nur jeder dritte wusste, wohin die Reise geht.

Lässt sich eine Karriere also wirklich nicht planen? Kann man eine Laufbahn tatsächlich nicht forcieren? „Natürlich kommt es am Ende oft ganz anders als man denkt“, stellt Sabine Hansen, Partnerin bei der Personalberatung Delta Amrop, fest. „Kollege Zufall spielt auch immer eine große Rolle.“

Unbestritten beeinflussen viele unvorhersehbare Ereignisse die Karriere – Jobangebote oder ausbleibende Offerten, Entlassungen, Krankheiten, familiäre Veränderungen, der berühmte richtige Ort zum richtigen Zeitpunkt. „Aber trotzdem passiert Karriere selten einfach so. Die Wahrscheinlichkeit, dass einem Türen offen stehen oder dass sie offen bleiben, kann man gezielt beeinflussen“, erklärt Sabine Hansen. „Durchgehen und sich auf der anderen Seite bewähren, muss man dann natürlich selber.“

Kommentare zu " Voll durchstarten: Was Sie bei der Karriereplanung berücksichtigen sollten"

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  • "Gleichzeitig warnen Praktiker davor, sich zu eng an seinen Plan zu klammern. Wer nur den angepeilten Karriereschritt fokussiert, büßt Flexibilität ein und verliert gerne den Blick für gute Gelegenheiten, die sich rechts und links des Pfades ergeben." -- das sehe ich auch so - und damit widersprechen Sie der These des Artikels, dass sich Karriere planen lässt. Lässt sie nicht.
    Wer hätte denn 1988, als ich ins Berufsleben gestartet bin, erwartet, dass zwei Jahre später der Eiserne Vorhang verschwunden ist - wie viele Möglichkeiten haben sich seither ergeben ! Wer wusste damals von Internet ? Und genau so wenig wissen wir heute welche Möglichkeiten sich in 20 Jahren ergeben werden. Deswegen: Immer schön flexibel bleiben - geistig und geographisch.

  • Ich habe die persönliche Erfahrung gemacht, dass zu einer gut geplanten Karriere auch vor allem immer sehr, sehr gute, möglichst perfekte Bewerbungen gehören.
    [...] [+++Beitrag wurde von der Redaktion editiert+++]

  • Nur ein paar Beispiele dazu, welche Aussagen im Artikel schon beim Lesen als widersprüchlich auffallen:
    "(...) jeder Dritte wusste, wohin die Reise geht": Richtig wäre wohl, dass jeder Dritte eine Wunschvorstellung von der Reise hat, die tatsächlich aber überwiegend dann anders verlaufen wird. Wissen tut man also im Vorfeld gar nichts...
    "(...) haben Bewerber in aller Regel gleich eine visionäre Antwort parat: 'Ich möchte in fünf Jahren ein kleines Team führen.'" -> Was bitte ist daran visionär? Das ist für mich eher Krämer-Mentalität. Es ist auch nicht das, was zB an Hochschulen den Studenten erzählt wird. Dort wird einem über Jahre von den Professoren erzählt, man gehöre zur künftigen Elite etc., irgendwann glaubt man das dann und wer dann bloß angibt, in fünf Jahren ein kleines Team führen zu wollen, der muss sich schon gar nichts zutrauen. Der überwiegende Teil sähe sich lieber ganz woanders.
    "Dies birgt größere Risiken (...), allerdings auch mehr Chancen für die Laufbahn." Dass es dort, wo es mehr Risiken gibt, auch mehr Chancen gibt, ist trivial. Das heißt aber nun eben gerade nicht, dass die Planbarkeit der Laufbahn deshalb zunimmt, sondern sie nimmt eher ab. Daher wird eine solche Planung im Gegenteil nicht immer wichtiger, sondern immer sinnloser...

    So wie ich also viele Aussagen im Artikel im wesentlichen für nicht richtig halte, stimme ich dem Vor-Kommentator aruba in einigen Dingen dagegen zu...

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