Young Professionals: Ich bin dann mal weg

Young Professionals
Ich bin dann mal weg

Ist die Stimmung mies, fackeln immer mehr junge Mitarbeiter nicht lange und kündigen ihren Job. Eine Umfrage zeigt jetzt, dass es oft schon an ganz trivialen Dingen scheitern kann. Was Chefs tun können.
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DüsseldorfVor einer Woche haben wir uns noch damit beschäftigt, was an Horror-Kollegen besonders nervt, um unseren Arbeitsalltag irgendwie etwas erträglicher zu machen. Aber wir alle wissen: Irgendwann reicht es einfach. Man muss schließlich nicht alles ertragen und je nachdem, wo die persönliche Schmerzgrenze liegt, ist es dann an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen. Schließlich macht vor allem ein schlechtes Arbeitsklima auf Dauer krank.

Und wer hat schon Spaß an endlosem Internet-Gebrauch oder daran, nur noch Dienst nach Vorschrift zu schieben? Sie kennen doch alle die alte Weisheit der Dakota-Indianer: „Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab!“ Das ist schlau.

Galt die Kündigung bislang jedoch immer – für beide Seiten – als der letzte Schritt, sind wohl immer mehr Menschen schon viel früher bereit, das Weite zu suchen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Personalberatung Page Personnel. Stimmt die Chemie nicht, wird nicht mehr lange gefackelt: so hängen 17 Prozent der befragten Fachkräfte und Young Professionals den Job an den Nagel, wenn die Stimmung im Haus insgesamt schlecht ist und für zwölf Prozent ist ein Kündigungsgrund gegeben, wenn es mit Kollegen (Fräulein Fauch) und dem Chef (Käpt'n Cholerik) nicht richtig rund läuft.

Dass die Stimmung einen großen Anteil daran hat, wie lange ein Mitarbeiter im Unternehmen bleibt, spielt sogar schon in der Rekrutierungsphase eine wichtige Rolle. Hier zeigt die Erfahrung der Personalberater, dass die Arbeitsvermittlung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber oft schon an Kleinigkeiten scheitert.

So kommt es beispielsweise auch darauf an, dass nicht nur der Jobsuchende, sondern auch der Arbeitgeber gut vorbereitet und interessiert ist. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, in der Realität aber doch nicht immer der Fall und es gibt Bewerber, die sitzen Geschäftsführern gegenüber, die beim Gespräch ständig auf ihrem Smartphone tippten, telefonieren, unaufmerksam und unfreundlich sind.

Dabei gilt eine gute Unternehmenskultur als der genetische Code der Zusammenarbeit. Er entscheidet darüber, wie Menschen im Job miteinander umgehen, ob sie sich wohlfühlen und letztlich auch darüber, ob sie im Unternehmen bleiben.

Kommentare zu " Young Professionals: Ich bin dann mal weg"

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  • "Ich bin dann mal weg"

    Nach der Devise bin ich auch schon mal vorgegangen.

    Und das, obwohl meine einzige Alternative zum Kündigungszeitpunkt die Zusage einer Zeitarbeitsfirma für einen Job als Küchenhilfe war (ich kann wg. hochgr. Schwerhörigkeit nicht telefonieren; O-Ton überall "Wie konntest Du nur, in Deiner Situation! War mir aber echt sowas von egal). Glücklicherweise habe ich nach kurzer Suche eine viel besseren Job gefunden als den, den ich gekündigt hatte).

    Meine Überlegung damals: Einen schlecht bezahlen Sch...Job finde ich auch anderswo, aber da brauche ich mich wenigstens nicht den ganzen Tag zu ärgern.

  • Um den Unsinn des Arbeitslebens besser ertragen zu können habe ich mich selbstständig gemacht. In nahezu jedem Projekt in welches ich komme herrscht Dauerfluktuation. Mann ist quasi nur noch damit beschäftigt sich in irgendwas einzuarbeiten. Sobald man eine gewisse Erfahrung hat wird man auch schon wieder auf eine andere Baustelle geschickt. Identifikation mit der Sache und Qualität = Fehlanzeige. Das Management will es so. Früher hätte man das 'unprofessionell' genannt, heute nennt man es 'agil'. Dabei kommt es gerade im IT Bereich darauf an die Leute möglichst lange zu halten da ansonsten die Komplexität der Systeme nicht mehr beherrschbar ist.

  • Schade, hier geht es nur um Young Professionals. Wir älteren müssen alles ertragen. Dafür sorgt schon das grundsätzliche Desinteresse der Arbeitgeber.

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