Portrait Sixt
Im Gespann erfolgreich

Wie „Tintenfisch und Fangarm“: Die Rollen von Erich und Regine Sixt sind eindeutig festgelegt. Er ist der Vorstandschef des Autovermieters, sie kümmert sich ums internationale Marketing.
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MünchenEin Gespräch über seine Lieblingsautomarke ist schnell vorüber. Fahrzeuge, meint Erich Sixt, seien für ihn lediglich Mittel zum Zweck, lange Zahlenkolonnen, Abschreibungsobjekte, die erst gekauft oder geleast, dann vermietet und zum Schluss an die Hersteller wieder zurückgegeben werden.

Vielleicht ist es jener nüchterne Blick auf der Deutschen liebstes Kind, der Sixt zum größten Autovermieter des Landes gemacht hat. Mercedes, Audi oder BMW? Erich Sixt ist das egal, solange er mit den Wagen Geld verdient.

Schon 1986 ist der Unternehmer aus dem Münchener Vorort Pullach an die Börse gegangen. Wie jeder andere Konzern auf dem Parkett veröffentlicht Sixt seither Quartalszahlen, hält Hauptversammlungen ab. Doch tief im Innersten ist Sixt ein Familienunternehmen geblieben.

Natürlich gibt es wie vom Aktiengesetz vorgeschrieben Vorstand und Aufsichtsrat. Doch es ist keine Frage, wer das Sagen hat: Erich Sixt. An seiner Seite allerdings ist seine Frau Regine, die eine wesentliche Rolle spielt. Ihr Mann sei der Tintenfisch der Firma, "und ich bin einer seiner Fangarme", sagte Regine Sixt einmal in einem Interview.

Konkret heißt das: Das Gesicht des Unternehmens ist Erich Sixt, der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsaktionär. Doch auch Frau Regine sowie die beiden Söhne besetzen Schlüsselpositionen. Regine Sixt ist fürs internationale Marketing zuständig. Sie ist zudem in der Tourismusbranche glänzend vernetzt, hält den Kontakt zu Hotels und Airlines und kümmert sich um die Franchisepartner in aller Welt. "Wir haben immer als Team gearbeitet", sagt Regine Sixt, wobei sie auf ihrem Feld stets selbstverantwortlich handle. Ihr Mann habe ihr immer vertraut. Für diese Teamarbeit, die das Unternehmen weltweit nach vorn gebracht hat, werden Regine und Erich Sixt in die Handelsblatt Hall of Fame der Familienunternehmen aufgenommen, die von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG unterstützt wird.

"Ohne meine Frau wäre der Erfolg nicht zustande gekommen", betont Erich Sixt. Und fügt an: "Wir haben eine sinnvolle Aufgabenteilung gefunden." Das gilt wohl auch für den Nachwuchs. Alexander Sixt, 34, leitet den Einkauf, die Konzernentwicklung und Strategie. Damit ist der Ältere der Sixt-Brüder zuständig für wichtige Zukunftsprojekte wie Drive Now, das gemeinsam mit BMW betriebene Carsharing-Programm. Konstantin Sixt, 31, treibt das Geschäft im Internet voran und verantwortet im Geschäftsfeld Autovermietung den Vertrieb im Kernmarkt Deutschland. Ohne die Familie geht also nichts bei Sixt.

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