Hans Liebherr
Der König der Kräne

Die Erfolgsgeschichte von Liebherr ist untrennbar mit ihrem Gründer verbunden. Es ist die Geschichte von Hans Liebherr, gelernter Baumeister, unermüdlicher Tüftler, pragmatischer Geschäftsmann und erfolgreicher Pionier.
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  • 1915: Hans Liebherr wird am 1.April als Sohn des Müllers Wilhem Liebherr in Kaufbeuren geboren. ein Jahr  später fällt sein Vater im 1.Weltkrieg.

  • 1922: Die Mutter heiratet ein zweites Mal. Mit ihren Kindern zieht sie zu ihrem neuen Ehemann Johann Baptist Sailer, einem Maurermeister aus Kirchdorf an der Iller.

  • 1931: Nach einer Lehre im Baugeschäft des Stiefvaters legt er die Gesellenprüfung ab.

  • 1938: Hans Liebherr übernimmt nach der Meisterprüfung die Leitung des elterlichen Baugeschäfts.

  • 1939: Der 24jährige Unternehmenschef wird zum Kriegsdienst eingezogen. Er kämpft im Süden Russlands, wird kurz vor Kriegsende verwundet und kommt nach Wien ins Lazarett. Schon während des Militärdienstes hat er eine erste Idee für einen Turmdrehkran.

  • 1945: Ende des Jahres schafft er die Rückkehr in seine Heimat Kirchdorf und übernimmt das elterliche Unternehmen. In Deutschland beginnt der Bauboom der Nachkriegsjahre. Vieles ist damals Handarbeit.  Es gibt nur wenige Baukräne.  Stein und Mörtel müssen häufig über Treppen und Leitern geschleppt werden.

  • 1949: Liebherr entwickelt einen mobilen Turmdrehkran. Schnell zu transportieren, einfach aufzubauen und relativ günstig sollte er sein. Liebherr meldet das Patent für  „Fahrbarer Turmdrehkran“ an  und gründet die  Hans Liebherr Maschinenfabrik. Der erste Messeauftritt in Frankfurt verläuft aber enttäuschend. Aber Liebherr gibt nicht auf. Der Durchbruch kommt mit dem Wiederaufbau des Wiesbadener Rathauses, bei dem sein Kran eingesetzt wird.

  • 1951: Die Familie mit ihren fünf Kindern lebt in Kirchdorf bescheiden in einem Holzhaus auf 100 Quadratmetern, aber  das Unternehmen wächst und zählt schon 400 Beschäftigte.

  • 1953: Liebherr entwickelt einen Hydraulikbagger, der mit 7,5 Tonnen Gewicht leichter und leistungsfähiger ist als alle Konkurrenzmodelle.

  • 1954: Der Einstieg in das Kühlschrankgeschäft geschieht eher zufällig. Der Filialleiter seiner Hausbank, fragt, ob er nicht Interesse an einem in Konkurs gegangenen Unternehmen hätte. 90 Prozent aller Haushalte haben damals noch keinen eigenen Kühlschrank. Liebherr wittert ein gutes Geschäft. Das Werk kauft er nicht, sondern baut eine eigene moderne Fertigung auf.

  • 1964: Der Dekan der Technischen Hochschule Aachen Prof. Dr. Weyres verleiht Liebherr den  „Doktor-Ingenieur Ehren halber“.

  • 1970: Liebherr wagt den Schritt nach Übersee.

  • 1974: In Anerkennung seiner „bahnbrechenden technischen Entwicklungsarbeit“ wird Liebherr Ehrensenator der Universität Karlsruhe Es folgen weitere Ehrungen.

  • 1976:  Liebherr zieht sich aus dem operativen Tagesgeschäft zurück und konzentriert sich auf die strategische Unternehmensführung.

  • 1982: Hans Liebherr verlegte mit Gründung der familieneigenen Liebherr International AG den Konzernsitz in die Schweiz, um die Zahlung von Erbschaftsteuer in Deutschland zu vermeiden, die den Bestand des Konzerns gefährdet hätte.

  • 1986: Ministerpräsident Lothar Späth verleiht dem Wirtschaftspionier das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der BRD.

  • 1993: Hans Liebherr stirbt  am 7. Oktober in La-Tour-de-Peilz im Schweizer Kanton Waadt und wird in Kirchdorf beigesetzt. Als Hans Liebherr starb, beschäftigte das Unternehmen 15.000 Mitarbeiter in 46 Gesellschaften und hatte einen Jahresumsatz von über 4 Milliarden DM.

  • 1994: Nach seinem Tod übernehmen drei seiner fünf Kinder die Leitung. Bis heute sind alle Gesellschafter Familienmitglieder. Das Unternehmen wird in der zweiten Generation von den Geschwistern Isolde und Willi Liebherr im Präsidium des Verwaltungsrats gesteuert. Das operative Geschäft führt das mit einem Vorstand vergleichbare Direktorium aus familienfremden Managern.

  • 2012: Vertreter der dritten Generation, Sophie Albrecht, Jan Liebherr, Patricia Rüf und Stéfanie Wohlfarth sind in die Leitung einzelner Unternehmensbereiche eingebunden.

  • 2013: Inzwischen zählt die Firmengruppe mehr als 39 000 Mitarbeiter in über 130 Gesellschaften. Der Gesamtumsatz beläuft sich auf rund 9 Milliarden Euro. Die Dachgesellschaft der Firmengruppe ist die Liebherr-International AG in Bulle (Schweiz), deren Inhaber ausschließlich Mitglieder der Familie Liebherr sind. Die dezentral organisierte Firmengruppe umfasst heute elf Geschäftsfelder, deren operative Führung durch Spartenobergesellschaften erfolgt: Erdbewegung, Mining, Fahrzeugkrane, Turmdrehkrane, Betontechnik, Maritime Krane, Werkzeugmaschinen und Automationstechnik, Aerospace und Verkehrstechnik, Komponenten, Hausgeräte und Hotels.
Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent

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