Hall of Fame der Familienunternehmen: Geschäftsführung statt Greenpeace

Hall of Fame der Familienunternehmen
Weitsichtig, radikal, nachhaltig

  • 0

Geschäftsführung statt Greenpeace

Auch Antje von Dewitz geht konsequent ihren Weg. Die Chefin des Outdoor-Spezialisten Vaude tritt beherzt die Nachfolge ihres Vaters und Firmengründers Albrecht von Dewitz an. Schnell ist klar, sie will schadstoffärmer und bald schadstofffrei produzieren. „Das war und ist kein leichter Weg für ein mittelständisches Familienunternehmen“, sagte von Dewitz den Familienunternehmern im Saal.

Doch die Mitarbeiter, sie gehen diesen Weg mit, erklärte Vera-Carina Elter, Bereichsvorstand für Familienunternehmen bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, in ihrer Laudatio. Auch habe Vaude keine Probleme mit dem viel beklagten Fachkräftemangel: „Und das mitten auf dem Land – weit weg von einer hippen Großstadt.“

Unternehmer müssen, heute mehr als in der Vergangenheit, ihre Geschäftsmodelle noch radikaler infrage stellen, um ihre Unternehmen enkelfest zu machen. Dass Antje von Dewitz auch an dieses Thema ohne Scheu geht, auch wenn es dem Umsatz schadet, beweisen ihre Ideen zur Reparatur von Zelten und Rucksäcken und einer eigenen Plattform auf Ebay, auf der Kunden gebrauchte Artikel anbieten können. Elter: „Sie haben bewiesen, dass Ökonomie und Ökologie kein Widerspruch sein müssen.“

Die anwesenden Unternehmer lächelten denn auch milde, als von Dewitz freimütig erzählte: „Ich dachte immer, ich geh zu Greenpeace, aber ich kann im Unternehmen meines Vaters noch mehr für Nachhaltigkeit leisten.“ Und von Dewitz ist sich durchaus bewusst, sagte sie den versammelten Familienunternehmern, dass die Zeiten sich deutlich geändert haben. Das Vaude-eigene Kinderhaus, dass sie für Kinder ab vier Monaten eingerichtet hat, war früher fast eine kleine Sensation, „heute fällt es unter Risikomanagement“, sagte die vierfache Mutter.

Kommentare zu " Hall of Fame der Familienunternehmen: Weitsichtig, radikal, nachhaltig"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%