Hall of Fame der Familienunternehmen
Weitsichtig, radikal, nachhaltig

Bereits zum neunten Mal hat das Handelsblatt wahre Pioniere der Wirtschaft ausgezeichnet. Die neuen Mitglieder der Hall of Fame der Familienunternehmen haben bewiesen, dass sie für unsichere Zeiten bestens gerüstet sind.
  • 0

MünchenDas Jahr 2017 verspricht für Familienunternehmer aufregend zu werden. Ein Superwahljahr in Deutschland und ein Familienunternehmer namens Donald Trump im Weißen Haus in Washington, von dem man noch nicht weiß, ob er seiner Spezies zur Ehre gereicht.

Dabei sei doch bereits das vergangene Jahr ziemlich innovativ und disruptiv gewesen, hob Gastgeber Gabor Steingart in seinem Abendbriefing im The Charles Hotel in München an. Und die rund 200 Familienunternehmer schmunzelten, als der Herausgeber und Geschäftsführer des Handelsblattes beschrieb, wie eine ganze Familie ins Weiße Haus einzieht. „Wer Immobilie kann, kann auch Weißes Haus, wer goldene Wasserhähne kann, kann auch CIA. Die Kinder werden reich bedacht, alles unter Vatis Aufsicht, und auch der Schwiegersohn wird einbezogen als Berater.“

Noch lauter lachten die Unternehmer, als Steingart beschrieb, was die deutschen Familiendynastien Piëch und Porsche vorgemacht hätten. Nämlich wie Transformation funktioniert: „Von der Produktion von Autos kamen sie in hoher Taktzahl zur Produktion von Schlagzeilen.“ Und zwar nicht mit Fake News, sondern echten Nachrichten am laufenden Band aus Wolfsburg. Man darf also gespannt auf das kommende Jahr blicken. Sicher ist nichts.

Doch die neuen Mitglieder, die am Mittwochabend in die Hall of Fame der Familienunternehmen eingezogen sind, haben bereits bewiesen, dass sie mit Unsicherheit gut umgehen können. Sie sind für ihre Mitarbeiter Kompass und Ideengeber zugleich. So wie die beiden Cousins Baldwin und Nikolaus Knauf. Sie sind ein Beispiel, dass Vetternwirtschaft kein Schimpfwort sein muss, sondern zwei erfolgreiche Unternehmerleben beschreibt.

Zusammen schufen sie vom fränkischen Iphofen aus einen Weltkonzern mit einem Umsatz von 6,5 Milliarden Euro und waren nebenbei noch als Stadträte und Bürgermeister aktiv. Krisen, die es durchaus immer wieder gab, spornten sie immer wieder an, erklärte Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen in seiner Laudatio: „Es waren Krisen, die das Unternehmen Knauf nicht nur stark, sondern auch jedes Mal größer und erfolgreicher gemacht haben.“

Beide traten Ende der 60er-Jahre in das Unternehmen ihrer Väter ein, sie saßen immer in einem Büro, sie waren ein Team. Eines, in dem jeder seine Rolle hat, wie es Baldwin Knauf einmal formulierte: „Ein gutes Auto braucht Bremse und Gaspedal. Gemeinsam haben wir dann gesteuert.“ Und auf die Frage von Moderatorin Judith Rakers, die charmant und einfühlsam durch den Festabend führte, wer denn nun in dem Spitzenduo Bremse und wer Gaspedal sei, zeigte Baldwin Knauf sogleich auf seinen Cousin Nikolaus. „ Er ist das Gaspedal.“

Kommentare zu " Hall of Fame der Familienunternehmen: Weitsichtig, radikal, nachhaltig"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%