Chronik Schörghuber Von Weißbier und chilenischen Lachsen

Nach der Schreinerlehre zog Josef Schörghuber 1937 mit 17 Jahren nach München – er prägte die Stadt mit seiner Unternehmensgruppe fast 60 Jahre lang. Heute verwaltet und mehrt Schwiegertochter Alexandra das Erbe.
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Stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Schörghuber Unternehmensgruppe. Quelle: Thomas Einberger für Handelsblatt
Alexandra Schörghuber

Stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Schörghuber Unternehmensgruppe.

(Foto: Thomas Einberger für Handelsblatt)

München
Vom Zimmermann zum Milliardär: Josef Schörghuber hat klein angefangen und Großes erreicht. Nach einer Lehre in der Schreinerei des Vaters zog der junge Mann 1937 mit nur 17 Jahren nach München – und sollte die Stadt mit seiner Schörghuber Unternehmensgruppe fast 60 Jahre lang prägen. Sohn Stefan war nur ein kurzes Leben beschert. Doch Schwiegertochter Alexandra Schörghuber versteht es, das Erbe nicht nur zu verwalten, sondern umsichtig zu mehren.

1937: Nach einer Lehre in der Schreinerei seines Vaters in Mitterham bei Mühldorf zieht Josef Schörghuber mit 17 Jahren nach München. Zunächst arbeitet er in einer Zimmerei, später beginnt er ein Studium als Bauingenieur. Doch Kriegsdienst und Gefangenschaft verzögern seinen Abschluss. Mit dem Diplom in der Tasche baut Schörghuber sein erstes Wohnhaus in München mit 27 Einheiten.

1954: Josef Schörghuber gründet in München die Bayerische Hausbau. Mit der Bauträgergesellschaft legt der Bauingenieur und Zimmermann den Grundstein für die Unternehmensgruppe.

1958: Der passionierte Hobbyflieger Schörghuber entdeckt aus dem Flugzeug heraus eine große unbebaute Fläche im Nordosten Münchens, das Areal des heutigen Arabellaparks.

1965: Grundsteinlegung für das bis heute bedeutendste Projekt der Bayerischen Hausbau, den Arabellapark. Schörghuber will eine „Stadt in der Stadt“ schaffen, in der Wohnen, Leben und Arbeiten vereint sind. Vorbild dafür sind am Reißbrett entworfene Städte, die er auf Reisen in Amerika kennengelernt hat. Der Arabellapark entwickelt sich zu einem lebendigen Quartier, in dem heute einige bekannte Unternehmen residieren, darunter die Hypo-Vereinsbank, Burda, der Agrarkonzern Baywa sowie natürlich die Schörghuber-Gruppe selbst. Etwa 10.000 Münchener wohnen heute im Arabellapark, darüber hinaus beschäftigen die Firmen auf dem 40 Hektar großen Areal 18.000 Menschen.

1968: Der Unternehmer engagiert sich zunächst im Linienflug-Geschäft mit einer Beteiligung an der Bavaria Fluggesellschaft, zwei Jahre später kauft er den Charterflieger Germanair.

1969: Das sogenannte Arabellahaus im Arabellapark eröffnet, darin auch das erste Hotel von Schörghuber. Das Hochhaus mit seinen 23 Stockwerken ist bis heute eines der markantesten modernen Gebäude in München. Es beherbergt neben mehreren Hundert Wohnungen das „Sheraton München Arabellapark Hotel“, sowie Büros und Arztpraxen. Unternehmer Schörghuber findet schnell Gefallen an der Gastronomie und besitzt drei Jahre später bereits fünf Hotels in München und dem Umland. Heute gehört zu Schörghuber im Arabellapark auch das „Westin Grand Munich“. Gemeinsam bezeichnen sich die beiden gegenüberliegenden Häuser als größtes Tagungshotel Süddeutschlands. Die Hotelsparte kommt heute in Deutschland, der Schweiz und auf Mallorca auf mehr als 3.700 Zimmer und über eine Million Übernachtungen pro Jahr. Spektakulärster Neuzugang in jüngster Zeit ist das „Westin Hamburg“ in der Elbphilharmonie.

1978: übernimmt das Unternehmen die beiden Fertighausfirmen Knödler in Maulbronn und Hansa in Travemünde.

1979: erwirbt Josef Schörghuber die Münchener Brauereien Hacker-Pschorr und Paulaner mit den dazugehörigen Immobilien. Es ist der Einstieg in die Getränkewirtschaft.
1984: tritt Stefan Schörghuber in die Unternehmensgruppe seines Vaters ein. Er beginnt bei den Arabella-Hotels und wird 1985 Geschäftsführer dieser Dachgesellschaft für die Schörghuber-Hotels. Er gehört damit zur Führungsgruppe der Firma.

1990: rückt Stefan Schörghuber in den Vorstand der neu gebildeten Holding der Gruppe auf und übernimmt das Ressort Hotel, Freizeit und Tourismus.

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Generationswechsel im Jahr 1995
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