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Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
„Die Belegschaft kann nur so gut sein wie die Gesellschaft"

Ausländische Namen als Ausschlusskriterium

Behinderung

Ob ein Handicap wie Querschnittslähmung, Autismus oder eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung vorliegt, rund 7,5 Millionen Schwerbehinderte waren 2014 registriert, 3,2 Millionen davon im erwerbsfähigen Alter. Doch nur eine knappe Million von ihnen hatte einen Job. Von 150.000 beschäftigungspflichtigen Arbeitgebern kauften sich 114.000 mit einer Abgabe frei davon, fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten zu besetzen. An Ausgleichsabgaben kamen dadurch zuletzt rund 543 Millionen Euro zusammen. Auf der anderen Seite stehen vorbildliche Unternehmen wie die Deutsche Post DHL, die bereits acht Prozent Schwerbehinderte beschäftigt. Dazu wird der jeweilige Arbeitsplatz individuell angepasst, ganz egal ober er nun rollstuhlgerecht oder blindentauglich sein muss.

Nachahmenswert

Chancengleichheit für Behinderte und Nicht-Behinderte fängt bei der Bewerbung an. Das hat Chemiemulti BASF, der die gesetzliche Quote bislang knapp verfehlt, erkannt. Neuerdings lädt der Konzern über eine barrierefreie Webseite Menschen mit Handicap ein, sich über ihre Einstiegschancen zu informieren und ihre Bewerbung einzureichen. Dazu ist die Homepage einfach strukturiert und für die Ansicht auf verschiedenen Endgeräten optimiert. Die Navigation ist textbasiert, Bilder sind mit beschreibenden Texten versehen, die sich vorlesen lassen. Angesprochen werden sollen alle Mitarbeitergruppen, vom Azubi bis zum Manager. Silke Heinrichs, Diversity-Chefin, sagt: "Selbstverständlich gibt es bei BASF auch Führungskräfte mit Handicap, da für das Besetzen von Führungspositionen ausschließlich die persönliche und fachliche Eignung zählen."

Ethnische Herkunft

Fünf Dax-Konzerne werden von Ausländern gelenkt: die Deutsche Bank vom Briten John Cryan, Fresenius Medical Care vom Amerikaner Rice Powell und SAP von seinem Landsmann Bill McDermott, Henkel vom Belgier Hans Van Bylen und RWE vom Niederländer Peter Terium. Grundsätzlich jedoch tut sich die deutsche Wirtschaft mit ausländischen Mitarbeitern eher schwer. Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund läuft schleppend: Ausländische Nachnamen oder dunkle Haut sind oft genug Ausschlusskriterien für Bewerber. Natürlich wird das nicht offen zur Sprache gebracht, das wäre ja ungesetzlich. Dennoch: Anonymisierte Bewerbungen ohne Foto und persönliche Angaben, die Rückschlüsse auf die Herkunft verhindern, setzen sich hierzulande nicht durch.

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