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Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
„Die Belegschaft kann nur so gut sein wie die Gesellschaft"

Der Streit ums Kopftuch

Nachahmenswert

In den Werken des Autozulieferers Continental arbeiten über 50 Nationen zusammen und es sollen noch mehr werden. Für die Traineeprogramme werden gezielt junge Akademiker mit ausländischem Pass gesucht. Und auch bei den Auszubildenden ist man aufgeschlossen: Seit Ende 2015 haben 24 Flüchtlinge ein Einstiegsqualifizierungsjahr, die ersten starten im September in die reguläre Ausbildung. Der Konzern setzt auf ausgefeilte Auswahlprozesse, um Benachteiligung aufgrund der Herkunft zu verhindern. So wurden etwa die Flüchtlinge in ihrer Muttersprache auf Eignung getestet. Und der deutsche Personalverantwortliche Steffen Brinkmann verrät noch ein Rezept: "Wir haben unsere Führungskräfte darin geschult, ihre Vorurteile zu durchschauen."

Religion

Von Deutschlands knapp 82 Millionen Einwohnern sind rund 56 Millionen Mitglied einer Religionsgemeinschaft, mehr als 25 Millionen sind konfessionslos. In Deutschland leben etwa vier Millionen Muslime. Sie stellen nach den christlichen Kirchen mit zusammen 27,2 Millionen Gläubigen zwar die zweitgrößte religiöse Gruppierung, machen jedoch nur fünf Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Muslime sind zunehmend von Ausgrenzung, Diskriminierung und rassistischer Gewalt betroffen. Im Berufsleben werden ihnen ein unterdurchschnittliches Qualifikationsniveau und geringe Leistungsfähigkeit unterstellt. Außerdem wird angenommen, dass Kollegen oder Kunden negativ auf sie reagieren könnten. Dazu kommt der Streit ums Kopftuch: Weniger als ein Drittel der in Deutschland lebenden Musliminnen bedecken ihren Kopf - dafür haben diese Frauen aber offenbar häufig Ärger: Die meisten Anfragen, die bei der Antidiskriminierungsstelle zum Thema religiöse Benachteiligung am Arbeitsplatz eingehen, kommen von Kopftuchträgerinnen.

Nachahmenswert

Der Raum der Stille gilt als Nonplusultra, weil Mitglieder aller Religionen dort beten und auch jeder andere Beschäftigte dort meditativ verweilen kann. "Wir möchten, dass sich unsere Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen. Dazu gehört, dass sie ihren Arbeitsalltag mit ihren privaten Lebensumständen bestmöglich vereinbaren können. Deshalb haben wir beim Bau des Vodafone Campus bewusst einen Raum der Stille eingerichtet," erklärt Diversity-Managerin Felizitas Lichtenberg. Der Raum ist unmöbliert, lediglich ein Dreieck im Holzboden weist nach Osten. Der Raum ist rund um die Uhr geöffnet. Eine Gruppe von rund 20 Muslimen trifft sich dort stets zum Freitagsgebet.

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