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Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
„Die Belegschaft kann nur so gut sein wie die Gesellschaft"

Frauenförderung in die Zielvereinbarung

Nachahmenswert

Dass es mit der Chancengleichheit für Frauen dank eines einfachen Mittels sehr wohl vorangehen kann, beweisen die Berliner Verkehrsbetriebe( BVG). Chefin Sigrid Nikutta hat Frauenförderung kurzerhand an die Zielvereinbarungen der Manager und somit an die Höhe des persönlichen Jahresbonus gekoppelt. Die erste Abrechnung kam Ende 2013.

Manager, die bei Neueinstellungen die interne Frauenquote nicht erreichten, spürten das sofort im eigenen Portemonnaie. Seitdem hat sich die Suche nach geeigneten Kandidatinnen beschleunigt - bei den Busfahrerinnen ebenso wie auf den Führungsetagen. Insgesamt stieg die Frauenquote so von 15,8 Prozent im Jahr 2012 auf 18,3 Prozent. Nikutta, selbst die erste Frau an der BVG-Spitze, ist stolz auf die bunter werdendende Kollegenmischung - passend zur Vielfalt der Kunden.

Sexuelle Orientierung

Klaus Wowereit warb schon 2001 im Wahlkampf für das Amt des Berliner Bürgermeisters für mehr Selbstverständlichkeit in Sachen Homosexualität. "Ich bin schwul - und das ist auch gut so", hatte er damals klargestellt. Doch es bleibt viel zu tun. Auch in anderen Berufsfeldern ist ein Outing noch längst keine Selbstverständlichkeit. Fußballer Thomas Hitzelsperger wartete dafür das Ende seiner Karriere ab. Auch der ehemalige Personalvorstand der Telekom, Thomas Sattelberger, steht erst als Pensionär zu seiner Homosexualität.

Immerhin: Die Zahl derjenigen Firmen, die ihren Mitarbeitern signalisieren, dass ihre Arbeit und nicht ihre sexuelle Neigung den Ausschlag gibt, steigt. Besonders öffentlichkeitswirksam geht das, indem man homosexuelle Kollegen für ihre Paraden anlässlich des Christopher Street Day (CSD) mit Wagen ausstattet. So wie Siemens. Allerdings erhielt Personalvorstand Janina Kugel böse Mails von Kollegen. Die Aktion kam nicht bei allen gut an. Auf einer Personalertagung zeigte sich Kugel jedoch konsequent: "Wenn Vielfalt zur Firmenkultur gehört, können Leute zu Hause auf dem Sofa meckern, aber als Siemens-Mitarbeiter müssen sie Vielfalt aushalten und vertreten."

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