Ex-FBI-Direktor James Trainor: Der dreisteste Angriff in Ihrer FBI-Karriere?

Ex-FBI-Direktor James Trainor
„Es ist nicht einfach, so viel zu wissen“

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Der dreisteste Angriff in Ihrer FBI-Karriere?

Von wie viel Geld sprechen wir?
In der Regel fordern Hacker um die 20.000 bis 30.000 Dollar. Nicht mehr, sie wollen ja, dass die Opfer zahlen. Ansonsten lohnt es sich für die Betroffenen, neue Computersysteme zu kaufen. Aber angesichts der Anzahl der Geschädigten lohnt sich das für die Erpresser. Wir sprechen jedes Jahr von mehr als einer Milliarde Dollar Lösegeld, die gezahlt werden.

Auch für Aon lohnt sich das. Der Konzern bietet dagegen Versicherungen an. Wie groß ist der Markt?
Jährlich werden damit zwei Milliarden Dollar an Prämien und Dienstleistungen umgesetzt, von denen rund 400 Millionen Dollar auf uns entfallen. Nach Expertenschätzung wächst der Markt bis 2025 auf 20 Milliarden Dollar.

Einmal im Jahr erhalte ich eine Mail aus Nigeria, in der mich ein afrikanischer Geschäftsmann um eine Geldüberweisung bittet — angeblich um große Summen aus seiner Heimat zu transferieren, von denen ich dann einen Anteil bekommen soll. Mit solchen Betrügereien kann doch niemand ernsthaft mehr Geld verdienen, oder?
Kompromittierende Geschäfts-Emails oder „Business Email Compromise“ (BEC) sind weit verbreitet. Betrüger nehmen damit jährlich eine Milliarde Dollar ein. In meinem vorherigen Job landeten täglich vier oder fünf Fälle auf meinem Schreibtisch. Der größte BEC-Betrag, den ich gesehen habe, waren 1,3 Millionen Dollar.

Was war der dreisteste Angriff in Ihrer FBI-Karriere?
Das war 2014 der Fall Sony. Für mich der schamloseste Angriff, den ich erlebt habe. Sony sollte nicht den Film „The Interview“ in die Kinos bringen. Damit wurde das Unternehmen um sein in der US-Verfassung verankertes Recht der Meinungsäußerung gebracht. Gleichzeitig zerstörten die Hacker Teile des Sony-Netzwerkes, belästigten die Mitarbeiter und veröffentlichten private Emails im Internet und stahlen persönliche Informationen. Die Täter ließen keine Variante von Cybercrime aus.

Der Film „The Interview“ macht sich über Nord-Korea lustig. Kam der Angriff von dort?
Das ist korrekt.

Russland soll die Computer der Demokratischen Partei geknackt haben. Stecken Staaten oft hinter Hacking?
Das FBI untersucht tausende von Hacking-Angriffen. Die Mehrheit, vielleicht 60 bis 70 Prozent von ihnen, sind krimineller Natur. Der Rest wird von Staaten durchgeführt.

Wenn Sie nach China reisen, nehmen Sie dann Laptop und Telefon mit?
Nein. Ich würde bis auf ein Blatt Papier und einen Stift nichts mitnehmen. Das richtet sich jetzt nicht gegen China, sondern dreht sich um Vertraulichkeit im Allgemeinen, aufgrund meines früheren Berufs. Ganz klar ist natürlich, dass bei einigen Ländern mehr Vorsicht geboten ist. Wer wissen möchte, welche Länder besonders gefährlich sind, den verweise ich auf die Website des US-Außenministeriums.

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