Ex-FBI-Direktor James Trainor: „Es ist nicht einfach, so viel zu wissen“

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Ex-FBI-Direktor James Trainor
„Es ist nicht einfach, so viel zu wissen“

Als Direktor der „Cyber Division“ vom FBI kämpfte er lange Zeit gegen Hacker und Terroristen im Internet. Nach seinem Wechsel in die Privatwirtschaft spricht er erstmals über eine Welt voller Erpresser, Geheimnisse und Schlafstörungen.
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New YorkVorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Fragen nach Familie oder Hobbys beantwortet James Trainor nicht. Der Grund: Fast sein ganzes Berufsleben lang kämpfte er beim FBI gegen Internet-Spione und Hacker, die Informationen stehlen. Keinerlei persönliche Angriffsfläche zu bieten, ist für Hacker-Jäger wie Trainor oberstes Gebot. Seit vergangenem Oktober arbeitet der Ex-FBI-Direktor in New York als Chef der „Gruppe für Internetlösungen“ für den englischen Makler Aon, der unter anderem Versicherungen gegen Einbrüche in Computersysteme verkauft. Der Jobwechsel ist für Trainor kein Grund, die Deckung aufzugeben.

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Ihr Lebenslauf verändert sich ordentlich: 20 Jahre lang waren Sie für die amerikanische Bundespolizei tätig. Seit wenigen Wochen nun leiten Sie bei Aon das Expertenteam für Internetverbrechen. Wie hat sich Ihre Arbeit verändert?
Beim FBI ging es immer um eine konkrete Mission. Wir suchten nach demjenigen, der für einen Angriff verantwortlich war. Bei Aon beraten wir unsere Kunden, damit sie sich besser schützen können und dazu, wie sie sich am besten nach einer Attacke verhalten. Insofern ist mein Job umfassender geworden.

Vermissen Sie nicht das Insiderwissen eines FBI-Chefs?
Doch, aber dafür schlafe ich jetzt besser. Es ist nicht einfach, so viel zu wissen. Ich habe gerne im öffentlichen Dienst gearbeitet, aber diese Art von Arbeit kann man nur eine bestimmte Zeit lang machen und ich bin froh, jetzt etwas anderes ausprobieren zu können.

Fürchteten Sie um Ihre Sicherheit?
Ja.

Können Sie als Cybercrime-Spezialist eigentlich sorglos Ihren Computer einschalten?
Das Leben geht weiter. Man muss weiter seine Rechnungen bezahlen, E-Mails an Kollegen und Freunde schreiben.

Nutzen Sie Verschlüsselungssoftware für Ihre E-Mails?
Wenn ich es tue, würde ich es nicht sagen.

Wie alt sind Sie?
Darüber spreche ich lieber nicht. Was ich sagen kann: Ich habe 20 Jahre beim FBI gearbeitet, war davor beim US-Militär. Im Grunde war ich mit dem FBI verheiratet.

Ich hoffe, es war eine glückliche Ehe. Würden Sie trotz Ihres Wissens um die persönlichen Risiken etwa dem Kind eines Freundes empfehlen, sich beruflich auf die Abwehr von Internetkriminalität zu spezialisieren?
Auf jeden Fall. Es ist eine sehr wichtige Branche und es gibt viele Jobs. Die Kommission des Weißen Hauses sagte vor wenigen Tagen, dass die USA bis 2020 mehr als 100.000 zusätzliche Experten in Sachen Schutz vor Internetkriminalität brauchen. Wer sich für Informatik oder Ingenieurswesen interessiert, für den ist das eine großartige Gelegenheit. Jede Branche sorgt sich darum. Deswegen möchte ich jeden Interessenten dazu ermuntern.

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