Ex-FBI-Direktor James Trainor: "Ich bin kein geborenes Computergenie"

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Ex-FBI-Direktor James Trainor
„Es ist nicht einfach, so viel zu wissen“

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"Ich bin kein geborenes Computergenie"

Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?
Technisches Verständnis ist wichtig, Programmierkenntnisse sind nützlich. Eine Programmiersprache zu erlernen braucht Jahre. Je früher man anfängt, desto besser. Es muss nicht unbedingt ein Informatikabschluss sein, aber eine Ausbildung in Internetsicherheit ist hilfreich. Eine Fremdsprache zu können ist ebenfalls gut.

Wie alt waren Sie selbst, als Sie mit der Computerei anfingen?
Ich bin kein geborenes Computergenie. Meine Ausbildung war sehr breit angelegt – auch wenn ich selbst keine Anti-Schadstoffsoftware programmieren kann. Bei der Armee war ich zunächst ein Aufklärungsoffizier, kümmerte mich um Terroristen und Gegenabwehr. Von 1988 bis 1991 war ich in Darmstadt und Wiesbaden stationiert. Beim FBI führte ich dann eine große Gruppe von Experten. Mein Job war es, deren technische Erkenntnisse meinen Vorgesetzten verständlich zu machen: Der Regierung, dem Kongress oder dem Bundesstaatsanwalt. Im Grunde war ich ein Übersetzer.

Und was tun Sie jetzt bei Aon?
Wir bieten Sicherheitslösungen und Versicherungen an. Aon ist weltweit der mit Abstand führende Anbieter.

Wie kann man sich denn gegen Hacking versichern?
Solche Versicherungen gibt es seit 16 Jahren. Dennoch ist es ein neues Produkt für die Branche, sagen wir mal im Vergleich zur Unfallversicherung. Es ist ein sehr auf den Kunden zu geschnittenes Angebot, abhängig von seiner Branche. Wenn Computer geknackt werden, entstehen Kosten durch Datenverlust, Krisenmanagement oder Erpressung. Da springen wir ein.

Erpressung? Das hört sich an wie in einem Tatort-Krimi…
Es gibt viele Verbrechensvarianten. Die Hacker stehlen beispielsweise Daten von einer Anwaltskanzlei, einem Wirtschaftsprüfer oder Unternehmen und drohen, sie zu veröffentlichen. Sie fordern Lösegeld, meist in Form von Bitcoins oder anderen virtuellen Zahlungsmitteln.

Welche Varianten gibt es noch?
Hacker verschlüsseln mit Schadprogrammen die Daten in vernetzten Computern. Waren früher davon eher Privatleute betroffen, werden inzwischen immer mehr Unternehmen zum Opfer. Solche gehackten Systeme lassen sich wieder ans Laufen bekommen — vorausgesetzt, die Daten sind noch an anderer Stelle gespeichert. Wenn die Firmen das nicht getan haben, dann bezahlen sie die geforderte Summe.

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