Ex-FBI-Direktor James Trainor: Was für Menschen sind Hacker?

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Ex-FBI-Direktor James Trainor
„Es ist nicht einfach, so viel zu wissen“

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Was für Menschen sind Hacker?

Sie haben seit Jahrzehnten mit Hackern zu tun. Was für Menschen sind das?
Es gibt fünf Gruppen. Da wäre der Insider, vor dem jedes Unternehmen eine Riesenangst hat, weil er so viel Schaden anrichten kann. Dann gibt es die Terroristen und Aktivisten, die mit ihren Aktionen kein Geld verdienen wollen, sondern aus ideologischen Gründen handeln. Staatlich unterstützte Hacker spionieren aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen. Die letzte und größte Gruppe sind Kriminelle.

Wie kann man sich das vorstellen: Hacker sitzen allein im Keller vor dem Computerbildschirm und nehmen es mit der Welt auf?
Es gibt weniger eine organisierte Kriminalität als vielmehr Kriminelle, die sich Dienstleistungen teilen: Ein abgeschirmtes Daten-Hosting für Schadstoffprogramme oder Anbieter, die die Tauglichkeit von Viren-Programmen überprüfen. Hacking als Service. Aktivisten sind meistens junge Menschen, die Kriminellen kommen meistens aus dem osteuropäischen Gebiet, die staatlich Gesponserten kommen aus Ländern, die wir alle kennen. Ein Insider kann jeder sein. Das berühmteste Beispiel ist Edward Snowden.

Der bekanntlich US-Geheimdienst-Praktiken veröffentlicht hat. Vor welchen Angriffen sollten sich Unternehmen am meisten fürchten?
Das hängt ganz vom jeweiligen Unternehmen und seinen Daten ab. Ein Rüstungskonzern etwa muss sich am meisten vor Datendiebstahl durch andere Staaten schützen. Eine Bank ist eher von Kriminellen bedroht. Ein Krankenhaus sollte sich die meisten Sorgen um Erpressung mit Hilfe von Datenverschlüsselung machen. Es muss die Daten der Patienten schützen, ansonsten drohen Strafen von den Aufsichtsbehörden.

Haben Sie in Ihrer Zeit beim FBI vielen deutschen Unternehmen geholfen?
Genaues will ich dazu nicht sagen, aber das Bundeskriminalamt war ein großartiger Partner. Die Behörde war ganz vorne mit dabei, um Internetkriminalität einzudämmen.
Herr Trainor, vielen Dank für das Interview.

Der Autor ist Managing-Editor des Handelsblatts in den USA. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Thomas Jahn
Handelsblatt / Korrespondent New York

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