Frauen und die Deutsche Bank: „Wir bleiben dran“

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Frauen und die Deutsche Bank
„Wir bleiben dran“

Paul Achleitner, Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, bleibt den Ankündigungen prominenter Spitzenkräfte des Hauses treu: Frauen sollen in Spitzenpositionen kommen. Von allein ändern wird sich das nicht.
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DüsseldorfDer März scheint ein besonders guter Monat, um über Frauenfragen zu diskutieren. Während überall auf der Welt am 8. März der Internationale Frauentag zelebriert wird, um auf die Ungleichbehandlung von Frauen aufmerksam zu machen, thematisiert der Equal Pay Day am 21. März das Problem, dass Frauen immer noch deutlich weniger verdienen als Männer. Und auch die Deutsche Bank schreibt sich mit der „Women in European Business (WEB) Conference“ Jahr für Jahr ein Event für Frauen auf die Agenda, das am Dienstag zum 15. Mal stattgefunden hat.

Doch im Konferenzsaal des Frankfurter Marriott Hotels, der ein wenig klischeehaft in pinkfarbenes Licht getaucht war, sollte es nicht um Frauenquoten und Chancengleichheit, sondern um knallharte Wirtschaftsthemen gehen. „Spurwechsel – den Wirtschaftswandel als Chance verstehen“, lautete das Thema, über das 270 Unternehmerinnen diskutierten. Aus der weiblichen Perspektive wurde einen halben Tag lang darüber nachgedacht, welche Wege die europäische Wirtschaft nach den Umbrüchen der vergangenen Jahre einschlagen kann und einschlagen muss.

Dennoch kam Aufsichtsratschef Paul Achleitner bei seiner Eröffnungsrede nicht drum herum, zum Thema Frauen im Vorstand – einem gesellschaftspolitischen Dauerbrenner – Stellung zu beziehen. Schließlich gibt es da noch das bislang uneingelöste Versprechen von Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen, vor seinem Ausscheiden eine Frau in den erweiterten Vorstand (GEC) von Deutschlands größtem Geldhaus zu holen. „Ich werde nicht in den Ruhestand gehen, bevor wir nicht eine Frau im Vorstand haben - wozu ich auch das Group Executive Committee zähle“, betonte Fitschen vor zwei Jahren auf der 13. WEB-Konferenz.

Doch die Realität sieht bei der Deutschen Bank noch immer recht ernüchternd aus, während andere Dax-Konzerne inzwischen um die feministischste Führungsspitze wetteifern. Seit Jahren stagniert in Frankfurt der Frauenanteil im Vorstand – bei null Prozent. „Wir bleiben dran“, sagte Achleitner am Ende seiner Rede dazu, ohne jedoch Genaueres zu verraten. Da gibt es offensichtlich noch Nachholbedarf bis zum Jahr 2017 – dann endet der Vertrag von Jürgen Fitschen. Das gilt im Übrigen auch für die anderen großen Banken hierzulande, deren Frauenanteil im Vorstand ebenfalls bei unrühmlichen null Prozentpunkten liegt: Commerzbank, HVB/Unicredit Bank und DZ Bank.

Immerhin sind im Aufsichtsrat des Frankfurter Instituts inzwischen sieben von 20 Kontrolleuren weiblich. Und auch Gerlinde Siebert, Managing Director bei der Deutschen Bank, die durch die englischsprachige Veranstaltung führte, betonte, dass der Anteil der Frauen auf mittleren und oberen Managementebenen kontinuierlich steige.

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