Zum Special von Handelsblatt Online

Global Female Leaders Summit
Haben CEOs ohne Twitter-Account eine Zukunft?

Was ist das Ergebnis, wenn Top-Entscheiderinnen aus aller Welt über Top-Themen wie digitale Führungskultur und Fintechs debattieren? Beim Global Female Leaders Summit in Berlin war das gerade zu erleben.

BerlinJa wo sind sie denn, die potentiellen Top-Managerinnen? Eine Frage, die oft aufpoppt, wenn es um personelle Vielfalt und Frauenförderung geht. Wer so fragt, macht es sich ziemlich einfach, aber in dieser Woche hätte auch mal eine einfache Antwort gereicht: In Berlin trifft sich gerade die Crème de la Crème weiblicher Spitzenfrauen, schaut doch mal im Ritz Carlton vorbei.

Zum dritten Mal hatten sich etwa 300 Top-Managerinnen, Unternehmerinnen und Entscheiderinnen aus der ganzen Welt zum "Global Female Leaders Summit" getroffen, um zwei Tage lang über aktuelle Herausforderungen in Wirtschaft und Politik zu diskutieren. Darunter waren auch deutsche Vorständinnen wie Simone Menne von der Lufthansa, Marika Lulay vom Finanzdienstleister GFT oder Jurate Keblyte, Finanzchefin des Augsburger Roboterherstellers Kuka.

Eins vorweg - um die Frauenquote ging es hier nicht. Nicht, weil nicht alle im Saal der Meinung waren, dass Konzernen mit homogener männlich-weißer Führungsriege mehr Vielfalt wirtschaftlich gut tun würde. Sondern, weil es einfach Spannenderes und Bewegenderes zu besprechen gab. Vor allem Fragen nach den digitalen Technologien bestimmten die Debatten und Think Tanks: Wohin treiben Fintechs die Bankenbranche? Wie bin ich ein attraktiver Arbeitgeber für die Talente unter den Digital Natives? Haben CEOs ohne Twitter-Account eine Zukunft?

Die letzte Frage beantwortete Frederique Covington Corbett indirekt mit: "No." Klar, Corbett ist Marketing Direktor bei Twitter, sie muss so etwas sagen. Aber sie hatte eine bewegende Slide-Show und Zahlen im Gepäck, die im Publikum manche und manchen - ja, Männer waren explizit nicht ausgeschlossen, und eine Handvoll war gekommen! - prompt nach dem Smartphone greifen ließ. Demnach vertrauen vier von fünf Millenials – jene Altersgenossen, die auch Generation Y bis Z heißen - einem Unternehmen mehr, wenn der Chef twittert.

Und: Konsumenten neigen dann auch eher dazu, Produkte dieser Marke zu kaufen. Für die Twitter-Managerin ein klarer Fall: "Vielleicht gefällt es Ihnen nicht, der Welt mitzuteilen, wie Sie Ihren Abend verbringen, welches Buch Sie lesen. Aber denken Sie bloß nicht, dass es trivial ist. Es ist wichtig!"

An der steigenden Umlaufzahl des Hashtags #gfls2016 ließ sich ablesen, dass dieser Aufruf wirkte. Unter denen, die prompt das Zwitschern aufnahmen, war Kuka-Geschäftsführerin Jurate Keblyte, die den vom Frankfurter Management Circle gegründeten Summit auch auf der Bühne mitgestaltete. Sie wagte einen Blick in die Zukunft der Roboter und Automatisierung. Ihre Vision: „Der nächste Schritt ist, dass Roboter selbstständig alleine und auch von einander lernen. Stellen Sie sich vor: Man verbindet die Maschinen, sie tauschen sich aus, keine Information geht verloren – anders, als wenn wir Menschen miteinander kommunizieren.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%