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Heinz-Harald Frentzen
Tut es weh, wenn Sie von einer Frau überholt werden?

Frauen oder Männer – wer fährt besser Auto? Machen Babys Rennfahrer langsamer? Darüber haben wir mit Formel 1 Vize-Weltmeister Heinz-Harald Frentzen gesprochen – dem es weh tut, wenn er von einer Frau überholt wird.
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Vize-Weltmeister Heinz-Harald Frentzen fährt nach einer Knie-OP zwar heute keine Formel-1-Boliden mehr, sein Handeln ist jedoch nach wie vor von den Werten Sportlichkeit, Fokussierung und Fairness geprägt. Zumindest solange er im Auto nicht von einer Frau überholt wird – das zwickt dann doch ein bisschen, wie er uns im Interview verrät.

Herr Frentzen, Männer fahren zu schnell, Frauen gucken nicht beim Abbiegen – die Vorurteile über das Fahr-(Un-)Vermögen des anderen Geschlechts sind vielfältig. Gibt es im normalen Straßenverkehr typisch männliches und typisch weibliches Verhalten?
Meine persönliche Meinung ist, dass es im Alltag kaum einen Unterschied zwischen Frauen und männlichen Fahrern gibt. Aber es ist mir schon passiert, dass ich gesagt habe: Oh man, da muss eine Frau am Steuer sitzen! Und dann fuhr ein Mann. Also da ertappe ich mich manchmal selber bei Vorurteilen. Dabei gibt es natürlich Frauen, die ganz hervorragend Auto fahren, und Männer, die sehr schlecht fahren.

Das gilt auch beim Einparken?
Meine Frau sagt zumindest immer, dass sie Schwierigkeiten beim Einparken hat. Aber sie hat ja auch mit mir ein schlechtes Beispiel, weil ich nun mal sehr gut einparken kann.

Sie sind also ein Naturtalent!
Nun, ich habe eine ganz andere Entwicklung durchgemacht als sie, weil ich schon als kleiner Bub – wir hatten zu Hause eine Schreinerei – mit Kettcar und Anhänger das Material hin- und hergefahren habe. Einparken habe ich also schon sehr früh gelernt und weil ich mich damals schon sehr fürs Autofahren interessiert habe, hatte das auch einen Einfluss auf meine berufliche Karriere.

Mussten Sie eigentlich Ihrem Erfolg zuliebe auf etwas verzichten?
Sicherlich. Gerade als ich in jungen Jahren – da war ich so 12, 13 Jahre alt – mit dem Kartsport anfing, war ich regelmäßig am Wochenende auf der Gokartbahn. Einerseits hatte ich dort schon sehr viel Spaß, aber auf der anderen Seite habe ich den Kontakt zu meinen Freunden doch schon ein bisschen vermisst. Gut, manche Sachen, die wir unternommen hätten, wären vielleicht sowieso langweilig gewesen, aber so eine Radtour oder mal mit den Rollerblades durch die Stadt zu fahren... das hat mich damals schon traurig gemacht, nicht dabei sein zu können.

Herr Frentzen, man sagt, dass jedes Kind einen Rennfahrer eine Sekunde langsamer macht. Sie haben drei Töchter...
Tja, dass kann man sich nur leisten, wenn man auch schnell genug ist.

Kommentare zu " Heinz-Harald Frentzen: Tut es weh, wenn Sie von einer Frau überholt werden?"

Alle Kommentare

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  • Volle Zustimung Herr Schneider. Das es keine Rennfahrerin gibt, liegt wahrscheinlich schon in der frühen Förderungsphase. Welche Eltern investieren viel Geld in die Go Kart Leidenschaft Ihrer Tochter? Meist sind es auch die Väter die meinen Ihren Söhnen ein richtigen Männersport schmackhaft zu machen. Die Erfolgsaussichten sind ja auch nicht ohne. (Siehe Sebastian Vettel)

  • Ich fordere Gleichberechtigung in der F1!
    Es müssen mehr Frauen an die Spitze gebracht werden. Es kann nicht sein, dass Frauen wegen ihrem Geschlecht nicht an der F1 teilnehmen (notfalls werden sie an ihr Auto gekettet) und nicht auf dem Podest stehen (falls die Frau nicht als erste durch das Ziel rast, muss der Mann trotzdem vom Podest weichen).

    Ne mal ehrlich. Wer Probleme damit hat von einer Frau überholt zu werden, sollte sich mal Gedanken um sein krankes Ego machen. Auch als "Rennfahrer".

  • Wenn ich als Rennfahrer von einer Frau überholt werde, dann würde ich mein Beruf entgültig an den Nagel hängen. 

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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