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ING-Diba-Vorständin Katharina Herrmann
„Eine Quote wirkt wie ein Katalysator“

Die Marketing-Vorständin der ING-Diba Katharina Herrmann hat es an eine Schaltstelle in ihrem Finanzinstitut geschafft – als eine von wenigen Frauen. Im Interview spricht sie über die Frauenförderung in ihrer Branche.

DüsseldorfWeibliche Topmanager sind in deutschen Banken noch immer Mangelware. Katharina Herrmann hat die unsichtbare Grenze durchbrochen. Jetzt setzt sich die Marketing-Vorständin der Direktbank ING-Diba für die Karrierechancen ihrer Geschlechtsgenossinnen ein.

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Frau Hermann, wie sollten die Banken das Problem des geringen Frauenanteils in Führungspositionen angehen?
Erst einmal muss man sagen, dass es ja eigentlich genug Frauen in den Banken gibt. Über die Hälfte aller Beschäftigten sind weiblich. Nur je höher die Hierarchiestufe, desto weniger werden es. Man darf allerdings nicht glauben, dass es ein Patentrezept gibt, mit dem sich das Problem schnell lösen lässt. Es bringt nichts, zu sagen, wir führen eine Teilzeitregelung ein, und alle sind glücklich. Man muss an sehr vielen Stellen ansetzen, und man braucht ein klares Bekenntnis vom Vorstand.

Braucht man nicht doch eine Frauenquote, um echte Fortschritte zu erzielen?
Es ist traurig, dass eine Quote nötig ist, aber ich denke, dass so eine feste Vorgabe wie ein Katalysator wirkt und den nötigen Anschub gibt. Den Verantwortlichen bleibt dann nichts anderes übrig, als das Thema auf die Agenda zu setzen und sich die Zahlen einmal genau anzuschauen – und wir Manager sind zahlengetrieben. Der Frauenanteil würde genauso ein Thema wie die Eigenkapitalrentabilität oder die Risikokosten, und nach der Analyse könnte man zielgerichtete Programme einrichten.

Was wäre zielführend?
Ein Punkt, der sich bei der ING-Diba als Erfolgsfaktor herausgestellt hat, ist die Jobgarantie, die wir seit 2011 als eine der ersten Maßnahmen eingeführt haben. Wir sichern den Müttern nach der Elternzeit die Rückkehr auf ihren alten Arbeitsplatz zu. Die Führungskräfte tragen das Programm mit. Ein zweites Programm betrifft die Kinderbetreuung. Es hat sich herausgestellt, dass ein Betriebskindergarten nicht die optimale Lösung ist, weil viele Eltern die Betreuung eher am Wohn- als am Arbeitsort organisieren. Deshalb bezahlen wir einen monatlichen Zuschuss. Auch haben wir spezielle Führungsprogramme für Frauen entwickelt.

Wo steht die Frauenförderung?
Ich habe das Gefühl, dass sich die Unternehmen stärker mit dem Thema beschäftigen. Damit ist das Problem aber noch nicht beseitigt; es haben sich allenfalls die Chancen verbessert, es zu lösen.

Frau Herrmann, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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