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Männerwirtschaft
„Darf ich Sie mal kurz unterbrechen?“

Das Berufsleben einer Frau wäre für jeden Mann eine Katastrophe, sagt der Karriereberater Martin Wehrle. Er kritisiert eine heuchlerische Arbeitskultur, die „Frauenförderung“ verspricht, aber Männerwirtschaft fördert.
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DüsseldorfWas wäre los im Land, wenn Männer ein Fünftel weniger als Frauen verdienten? Die Hölle wäre los, sagt Bestseller-Autor Martin Wehrle. In seinem Gastbeitrag, den er für unser Businessnetzwerk Leader.In geschrieben hat, fordert er für Frauen das Recht auf Erfüllung, auf Karriere mit (und ohne) Kind und auf ein anständiges Gehalt. Wehrle spricht damit wohl Millionen Frauen aus der Seele, die in Meetings überhört, zum Kaffeekochen abgestellt und von Männern wie Frauen nicht ernst genommen werden.

Angenommen, Sie sind ein Mann: Wie fänden Sie es, dass sich die Zahl auf Ihrem Gehaltszettel um über ein Fünftel reduziert – während sich die Chance vervielfacht, dass Sie nicht im Chefbüro, sondern im Vorzimmer sitzen? Was hielten Sie davon, wenn Frauen Sie dauernd beim Reden unterbrechen, als Delegier-Esel missbrauchen und bei informellen Treffen ausgrenzen würden? Und wie käme es an bei Ihnen, wenn jedes Bewerbungsgespräch nur für Sie zum Polizeiverhör würde, heimliche Frage: „Planen Sie Kinder?“ Falls ja: Klappe zu, Bewerbung tot. Nur zwei Bereiche dürften Sie noch ganz sicher leiten: den Geschirrspüler und die Kaffeemaschine.

Dieses Szenario klingt undenkbar, finden Sie? Aber es ist bereits eingetreten, nur mit umgekehrten Rollen. Die deutschen Unternehmen pinseln ihre Fassaden rosarot, sie versprechen Frauen freie Bahn nach oben. Doch in der Praxis herrscht Männerwirtschaft. 25 Vorstandstüren muss man noch immer öffnen, bis man auf die erste Frau stößt. Es sei denn, man beginnt die Suche schon im Vorzimmer; dort ist die Quote umgekehrt.

Was bremst die Frauen aus? Weibliche High-Potentials werden oft von ihren männlichen Chefs für Arbeiten eingespannt, die größtmöglichen Aufwand, aber kleinstmöglichen Ruhm versprechen. Mit vorzüglicher Qualifikation (meist haben sie bessere Noten als Männer), mit großer Gewissenhaftigkeit (meist achten sie auf Perfektion) und noch größerer Bescheidenheit (meist lassen sie den Chef ihre Erfolge als die seinen verkaufen) halten sie die Räder der Firma am Laufen.

Und sogar Akademikerinnen müssen damit rechnen, dass der Chef sie einspannt, um den Tisch im Meeting-Raum zu decken, den Kaffee zu kochen oder noch rasch einen Blumenstrauß für die Frau des Vorstands zu besorgen. „Und könnten Sie mir noch schnell eine Kopie machen? Und den Flug für morgen buchen?“ Klar doch!

Aber wenn es um die Macht geht, bleiben Frauen oft außen vor. Die Herren der Schöpfung stecken ihre Köpfe vor dem Meeting zusammen, um im Vorfeld zu beschließen, was später angeblich erst beschlossen wird. Doch sobald eine Frau ihren Standpunkt im Meeting vertritt, hört ihr entweder keiner zu. Oder ihre Worte werden so lange ignoriert, bis einer aus der Männerrunde genau dasselbe sagt – und dafür stürmischen Applaus der Kollegen erntet: „Bravo, Karl-Heinz, eine vorzügliche Idee!“

Männer scheinen sich einig, dass eine gehobene Führungskraft dreierlei braucht: Durchsetzungsstärke, Kompromisslosigkeit und Bartwuchs. Eingestellt wird nach dem Ähnlichkeits-Prinzip. In einer Studie der German Consulting Group behaupteten 94 Prozent der männlichen Führungskräfte, „weibliche Talente“ stellten im Topmanagement keinerlei Mehrwert dar. Die wichtigsten Eigenschaften seien typisch „männlich“. Dabei wies die Unternehmensberatung McKinsey für Europa nach: Wo unverhältnismäßig viele Frauen in der Führungscrew sitzen, sind die Gewinne um 48 Prozent höher.

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Aufstiegschancen für Frauen in Teilzeit? Fehlanzeige

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  • Noch was: ein großes Problem von Frauen in einer Firmenhierarchie ist aber auch die Inkompatibilität mit anderen Frauen. Ab zwei Frauen im Team wird es kritisch, und wenn dann gestritten wird, dann gibt es keine Gnade und kein Ende...

  • Was für ein Schwachsinn. Die Farbe "rosarot" wird für alle verwendet. Haben Sie unterschrieben kommt der Alltag.

    Alle beschriebenen Umstände stimmen, werden aber genauso für Männer angewendet:

    Versetzung? Abgelehnt wegen der Familie? Karriere vorbei...

    Meinen Sie als Mann kann man per se besser aussprechen? Schwachsinn! Da gibt es diejenigen, die reden und die die immer schweigen, auch unter Männern.

    Schwache Leute befördern um es leichter zu haben? Natürlich! Aber es ist sch... egal ob das ein Mann oder eine Frau ist. Die Kunst ist es sich so aufzustellen, dass man unter dem Radar der Bremser durchrutscht und seine Truppen so aufgestellt hat, dass man damit weiterkommt. Mit wem man da im Team spielt ist vollkommen egal... so lange es (und die einzelnen Mitglieder) funktionieren.

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