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Respekt, Anerkennung, Authentizität
Müssen wir uns zwischen Menschlichkeit und Rendite entscheiden?

Menschlicher Umgang im Unternehmen ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit – und der beste Garant für wirtschaftlichen Erfolg. Das klingt viel zu gut, um wahr zu sein? Keinesfalls! Ein Gastbeitrag.

MünsterMenschliche Führung verbessert die Bilanz. Glauben Sie nicht? Wer heute noch per Befehl und Gehorsam führt, hat den Wandel der Zeiten verschlafen, sagen die beiden Autoren Stephan Brockhoff, Klaus Panreck. Doch immer noch gibt es Skeptiker, die bezweifeln, dass moderne Führungsansätze wirklich etwas bringen. Den Steuerberatern ist es nun gelungen, eine neue Unternehmenskennzahl zu entwickeln: den ROI der Menschlichkeit. Für unser Businessnetzwerk Leader.In hat die beiden Brockhoff und Panreck diesen Gastbeitrag geschrieben.

Wir leben in unruhigen Zeiten – politisch wie wirtschaftlich. Gewissheiten schwinden, Altvertrautes löst sich auf. Märkte, Unternehmen, Kommunikationsstrukturen: alles verändert sich. Worauf wir gestern noch bauen konnten, kann heute schon passé sein. Gerade in diesen Zeiten ist es lebensnotwendig für Unternehmen, in sich gefestigt und stabil zu sein, um den Unwägbarkeiten der Märkte und der schärfer werdenden Konkurrenz standzuhalten.

Wie aber wird ein Unternehmen das: in sich gefestigt und stabil? Wir erleben immer wieder, dass Firmen und Konzerne, die in einem Jahr sehr gut dastanden, im nächsten Jahr in die roten Zahlen rutschen. Oftmals hat dies seine Ursachen darin, dass zu kurzfristig gedacht wurde. Und weit häufiger darin, dass die Menschlichkeit zu kurz kam. Ein fataler Fehler, denn gerade ein menschlicher Umgang innerhalb von Unternehmen ist der beste Garant für wirtschaftlichen Erfolg.

Das Gallup Institut, das seit 2001 im Engagement Index Deutschland erhebt, wie stark die Verbundenheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu ihrem Unternehmen ist, konnte nachweisen, dass es für Arbeitgeber ohne jeden Zweifel existenziell ist, dass sich ihre Belegschaft emotional im Job engagiert. Es ist eine einfache Formel: ohne tiefe Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ihrem Unternehmen kein langfristiger Erfolg. Dennoch hat sich der Anteil derjenigen, die sich in ihrem Job emotional engagieren, in den letzten 15 Jahren nicht verändert: 2001 wie 2015 gaben gerade einmal 16 Prozent aller befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an, sich ihrem Unternehmen tief verbunden zu fühlen.

Alle Tools, die in den letzten Jahren zur Mitarbeitermotivation und Engagementförderung entwickelt wurden, haben offenbar überhaupt nichts genützt. Deshalb ist es an der Zeit, neue Wege einzuschlagen: weg von den Tools, hin zu einer veränderten inneren Haltung – zu mehr Menschlichkeit in Unternehmen.

Dies bedeutet nicht, die Arbeitskräfte freundlich zu tätscheln, damit sie besser funktionieren und mehr produzieren. Dies meint keine Manipulation mit lächelndem Antlitz. Nein: Menschlichkeit ist eine Haltung. Sie kommt von innen. Sie meint authentisches Agieren in Wertschätzung und Respekt. Ein Handeln und Denken, das auf humanitären Werten basiert. Menschlichkeit äußert sich in einem wertschätzenden Umgang miteinander auf Augenhöhe – quer über alle Hierarchieebenen und Abteilungen hinweg. Menschlichkeit: Das bedeutet eine offene, respektvolle Kommunikation, gegenseitige Anerkennung, Transparenz und Authentizität.

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