Studie
99 Frauen gesucht

Sollte die Frauenquote umgesetzt werden, müssten laut einer Studie 99 Frauen auf Aktionärsseite in die Kontrollgremien der größten börsennotierten Unternehmen einziehen. 77 der Firmen wären betroffen.
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Gummersbach/DüsseldorfMüssten die Unternehmen schon heute die von der Großen Koalition geplante Frauenquote umsetzen, bräuchte sich die Deutsche Bank keine Sorgen zu machen: Aktuell sind sieben der 20 Aufsichtsratsmitglieder weiblich und die geforderten 30 Prozent damit mehr als erfüllt. So geht es allerdings nur wenigen börsennotierten Unternehmen in Deutschland.

Wie eine Studie des Beratungsunternehmens Kienbaum zeigt, müssten nach jetzigem Stand 99 Frauen neu auf Seiten der Anteilseigner in die Kontrollgremien der deutschen MDax, TecDax und Dax-30-Unternehmen einziehen wenn die Quote käme. Kienbaum untersuchte die derzeitige Vergabe aller Aufsichtsratsmandate auf Anteilseignerseite. Die Zahl der Frauen würde sich demnach auf 187 mehr als verdoppeln.

Den Plänen der Regierung zufolge soll Firmen eine Frauenquote von 30 Prozent für die Aufsichtsräte vorgeschrieben werden, wenn sie börsennotiert sind und mehr als 2000 Mitarbeiter haben. Die Vorgabe soll laut Koalitionsvertrag ab 2016 gelten.

Im Dax30 sind voraussichtlich 28 der 30 Unternehmen von der Regelung betroffen. Derzeit seien dort durchschnittlich 15,4 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder weiblich, gerade einmal acht Firmen erfüllen die Quote. Sollte das Vorhaben von der Regierung umgesetzt werden, müssen 30 männlich besetzte Mandate von Frauen übernommen werden.

Im MDax wären derzeit 31 Unternehmen von der Frauenquote betroffen und 43 Mandate müssten zusätzlich von Frauen übernommen werden. Und im SDax hätte die Regelung für zehn Unternehmen Konsequenzen, 15 Männer müssten ihre Posten für Frauen räumen. Zusammen mit dem TecDax müssten insgesamt 77 Unternehmen die Zusammensetzung ihres Aufsichtsrates ändern.

Patrick Schwarz
Patrick Schwarz
Handelsblatt Online / Freier Mitarbeiter

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