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Trendforscherin Barbara Lenz
„Privatautos verschwinden immer mehr“

Trendforscherinnen erklären uns den Alltag in 25 Jahren. Das Handelsblatt stellt drei Expertinnen sechs Fragen, wie wir künftig leben werden. Prof. Barbara Lenz zeichnet ein futuristisches Bild unserer Mobilität.

Barbara Lenz leitet das Institut für Verkehrsforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin. Die Professorin skizziert im Gespräch mit uns den Aufbruch in eine neue Mobilität. Wie wirkt sich autonomes Fahren auf unsere Arbeit, Freizeit und Umwelt aus? Erlebt das Fahrrad eine Renaissance? Haben wir in Zukunft überhaupt noch Privatautos? Diskutieren Sie diesen Beitrag auch in unserem Businessnetzwerk Leader.In – eine Initiative zur Vernetzung erfolgreicher Frauen und Männer aus der Wirtschaft.

Frau Prof. Lenz, wie werden wir uns in 25 Jahren fortbewegen?
Selbstfahrende Autos sind schon in 20 Jahren Normalität auf unseren Straßen. Eine Fahrt in die Stadt könnte dann so aussehen: Online buchen wir ein selbstfahrendes Elektroauto aus der Carsharing-Flotte. Das holt uns punkt acht Uhr vor unserer Haustür im Vorort ab. Vielleicht steigen noch ein, zwei Nachbarn zu, denn das Auto chauffiert uns zur nächsten Station. Dort steigen wir in den gut ausgebauten Nahverkehr um – zum Beispiel in VIP-Busse ausgestattet mit WLan, Kühlschrank und WC.

Was bringt diesen Wandel ins Rollen?
Viele Ballungsräume, besonders die Megacities in Asien, stehen kurz vor dem Verkehrskollaps. Nicht nur auf den Straßen staut der Verkehr, es fehlt in den Städten an Stellfläche für die vielen Pendler. Und die sitzen überwiegend alleine im Auto. Das alles erzeugt unnötig Stau, Lärm und Abgase. Die erträgliche Grenze ist überschritten. Was den Wandel beschleunigt: Die Scheu vor Carsharing sinkt zusehends, weil selbstfahrende Autos künftig auch entlegene Standorte ansteuern können und die Elektroautos sich selbst betanken, sprich: Mobilität wird deutlich bequemer.

Was wird sich bei der Mobilität am fundamentalsten verändern?
Privatautos werden aus dem Stadtbild immer mehr verschwinden. Stattdessen bekommen Carsharing und der öffentliche Nahverkehr Vorfahrt. Auf kurzen Strecken werden Fahrradfahren und Zu-Fuß-Gehen immer beliebter. Dafür sorgen breite Rad(schnell)wege, Bikesharing und sichere Fußwege. Lastenfahrräder erleben eine Renaissance. Denn mit elektrobetriebenen „Pedelecs“ lassen sich Lasten bis zu 100 kg bequem transportieren. Drohnen dagegen eignen sich höchstens für Spezialtransporte, aber nicht in der Stadt.

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„Privatautos verschwinden immer mehr“

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„Wir vergeuden weniger Zeit in Staus“

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