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Wie Unternehmen von Frauen profitieren
Weck die Chefin in dir!

Erfolge in Schule, Studium und Ausbildung gaukeln Frauen vor, es stünden alle Türen offen. Doch noch ist das Business männlich, und nur erfolgreiche Frauen können das ändern. Was sie dafür lernen müssen. Ein Gastbeitrag.

DüsseldorfSigrid Meuselbach bringt Frauen in Führung und hilft Männern, damit zu leben. Die Expertin für weibliche und männliche Karrieren in Wirtschaft und Wissenschaft steht als Trainerin, Coach und Vortragsrednerin für die Vereinbarkeit von Frauenkarriere und Unternehmenserfolg. Ihr Erfolgsgeheimnis: Ein männlicher Sparringspartner als fester Bestandteil ihrer Trainings für weibliche Fach- und Führungskräfte. Ihr Buch Weck die Chefin in dir. 40 Strategien für mehr Selbstbehauptung im Job ist im April 2015 erschienen. Für unsere Initiative Leader.In, ein Businessnetzwerk zur Vernetzung erfolgreicher Frauen und Männer aus der Wirtschaft, hat Sigrid Meuselbach einen Gastbeitrag geschrieben.

Kennen Sie das Gender-Märchenland von dem die großen Idealist(inn)en träumen? Außer den körperlichen Unterschieden zwischen Frau und Mann unterscheiden sich die Geschlechter nicht mehr. Natürlich verfügt jeder Mensch noch über persönliche Stärken und Schwächen, aber ein „typisch Frau oder Mann“ ist Schnee von gestern. Wie das allerdings mit Märchen so ist – die meisten sind zu schön, um wahr zu sein, und „märchenhaft“ ist nur ein anderes Wort für unmöglich.

Gemessen an dieser Fata Morgana kann die Realität nur ernüchtern. Sie ist einfach zu wahr, um schön zu sein. So zeichnet die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) der UNO ein entgeisterndes Szenario: Nach ihren Berechnungen kann es noch 950 Jahre dauern, bis die berufliche Gleichstellung von Mann und Frau verwirklicht ist.

Die Wissenschaft weiß immer noch zu wenig über die biologischen Ursachen von Verhalten. Sie forscht über Spiegelneuronen, Pheromone und Oxytocin und kratzt trotz aller Erkenntnisse bisher nur an der Oberfläche. Doch es drängt sich der Verdacht auf, dass die Biologie immer dafür sorgen wird, dass die erträumte Gleichheit ausbleibt. Aber das ist gut so und bietet große Chancen – wenn es den Geschlechtern gelingt, ihre Verschiedenheit als Chance und Bereicherung statt als Bedrohung zu sehen.

Ein Blick aufs reale Heute offenbart, dass in der Wirtschaft männliche Regeln dominieren, die sich nicht einfach per Gesetz oder durch moralische Appelle in Luft auflösen werden. So, wie dieses Regelwerk über Jahrhunderte gewachsen ist, braucht es Jahre, um es zu verändern. Am effektivsten und nachhaltigsten funktioniert das über die erfolgreiche Praxis. Und diese Praxis heißt: Mehr Frauen in Führung. Wir müssen also nicht erst die Regeln umstoßen, um mehr Frauen an die Spitze zu befördern – wir müssen mehr Frauen nach oben bekommen, damit sich die Regeln von selbst verändern.

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