Infrastruktur in Singapur
Mehr Luft- als Seefahrt

Nach außen sind vor allem die Flug- und Seehäfen Singapurs bekannt. Der Stadtstaat hat auch die Transportwege innerhalb des Landes vorausschauend geplant - und verteidigt sie mit allen Mitteln gegen zu viel Verkehr.
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MumbaiDer Port of Singapore mag zwar kleiner sein als der Hafen in Rotterdam, aber trotzdem werden nirgendwo auf der Welt mehr Güter in Seehäfen umgeschlagen als in dem südostasiatischen Stadtstaat. Denn neben dem größten Hafen Singapurs gibt es dort auf einer Länge von rund 30 Kilometern noch drei weitere Fracht- und einen Passagierhafen. Keine Infrastruktur der Welt reicht an die rund 300 Kräne, 1000 Liegeplätze und mehrere tausend Ankerplätze heran, die dieser Zusammenschluss zu bieten hat.

Der Flughafen von Singapur schaffte es 2010 im weltweiten Ranking zwar nur auf Platz 18, ist aber eines der wichtigsten Drehkreuze für Fracht- und Passagierverkehr zwischen Europa, Südostasien und Australien. An inzwischen drei Terminals fertigte der Flughafen im Jahr 2010 mehr als 42 Mio. Passagiere ab. Schon beim Bau während der 1970er Jahre machte Singapur wenig Kompromisse und legte rund 200 Hektar Sumpfland trocken. Seit 1981 ist das erste Terminal in Betrieb. Das aktuell größte Projekt sind elf Brücken für den neuen Super-Passagierjet Airbus A380, von dem Singapore Airlines bisher 19 Stück geordert hat.

Singapur als Teststrecke

Trotzdem ist Singapur mehr als Luft- und Seefahrt. Anfang Oktober verwandelte Bosch Singapur in eine der größten Teststrecken für Elektromobilität weltweit. An vierzig Stationen im ganzen Stadtstaat verteilt sollen Nutzer von E-Autos bis zum Ende des Jahres testen, wie das vernetzte Ladesystem des Unternehmens in der Praxis funktioniert. Dank der relativ kleinen Fläche und der kurzen Wege sei Singapur das ideale Pflaster, um Elektromobilität im Alltag sinnvoll einzusetzen, heißt es von Bosch. Doch das Land ist nicht nur bei der Elektromobilität ein Pionier. Auch klassische Transporte laufen erstaunlich reibungslos ab - und das trotz gigantischer Zahlen.

Mehr als elf Millionen Mal bewegt sich in Singapur ein Mensch von A nach B - jeden Tag. Mehr als eine Million Fahrzeuge bewegen sich auf den rund 3.400 Kilometer langen Straßen des Stadtstaats, der kaum größer ist als New York. Und trotzdem ist von Verkehrskollaps nichts zu sehen. Staus gibt es nur wenige und die Durchschnittsgeschwindigkeit auf den großen Verkehrsstraßen beträgt selbst in der Rush Hour noch fast 30 Kilometer in der Stunde.

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