Singapur-Special
Stabilitätsanker in Südostasien

Die Zentralbank von Singapur schafft die Rahmenbedingungen für den wirtschaftlichen Erfolg des Stadtstaates. Dabei geht die Monetary Authority of Singapore anders vor als die meisten Zentralbanken.
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PekingDas Leben eines Zentralbankers kann ganz einfach sein – sogar im Jahr vier einer weltweiten Finanzkrise. „Der stabile Singapur-Dollar ist der Stabilitätsanker für unsere kleine, offene Wirtschaft“, sagte Notenbankchef Tharman Shanmugaratnam vor zwei Wochen auf einer Rede. „Die Monetary Authority of Singapore wird weiterhin die Basis für diese wirtschaftliche Stabilität legen.“

Der Singapur-Dollar ist keine gewöhnliche südostasiatische Währung, sondern ein Symbol für die Stärke und Unabhängigkeit des Stadtstaates. Obwohl Singapur nur rund fünf Millionen Einwohner hat, sehen die umliegenden Staaten die harte Devise als Leitwährung. Es war ein besonders kluges Finanzmanagement, mit dem Singapur sich diesen Status über Jahrzehnte erarbeitet hat. 

Im Kern des Phänomens Singapur-Dollar befindet sich die Währungsbehörde, die Monetary Authority of Singapore (MAS). Ihr Chef ist zugleich Finanzminister und Vizepremier des Landes. Shanmugaratnam und seine Vorgänger steuern die Währung mit eindeutigen Vorgaben zum Wohl der einheimischen Wirtschaft. Während andere Zentralbanken weltweit wie die Fed in New York oder die EZB in Frankfurt derzeit mit der Vielzahl der an sie gestellten Anforderungen hadern, weiß die MAS genau, wo ihre Ziele liegen und was sie zu tun hat.

Wie jede Zentralbank übernimmt die MAS die Geldversorgung der Geschäftsbanken und damit der Wirtschaft. Anders als andere Zentralbanken ist ihr wichtigstes Werkzeug jedoch nicht der Zins, sondern das Management des Außenwerts. Da die Wirtschaft wegen der globalen Krise derzeit zu schwächeln droht, nimmt die MAS derzeit beispielsweise das Tempo aus der Aufwertung der eigenen Währung.  Hier liegt auch die zweite große Aufgabe der Institution: Sie kümmert sich um die Devisenbeziehungen zu den anderen Währungen.

Die MAS orientiert sich an einem Korb internationaler Währung wie Dollar, Yen und Euro, wenn sie den Wechselkurs des Singapore-Dollar festlegt. Das Ziel ist dabei einerseits Geldwertstabilität, andererseits die Schaffung günstiger Bedingungen für den Export. Der Gesamtwert der umlaufenden Geldmenge des Stadtstaates ist durch Devisenreserven abgesichert. Singapur genießt damit maximale Sicherheit gegen internationale Währungs- und Finanzkrisen.

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Kein Paradies für Steuersünder

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