Singapur-Special
Wachstum im Schlepptau der Weltwirtschaft

Wer in Singapur Geschäfte machen möchte, trifft auf einmalige Bedingungen. Die Weltbank hat Singapur zum sechsten Mal in Folge zum wirtschaftsfreundlichsten Staat erklärt. Doch die Wachstumsstory hat auch Verlierer.
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MumbaiGründen, entsenden, bauen - wer in Singapur Geschäfte machen möchte, trifft auf weltweit einmalig wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen. Eine Mischung aus Härte nach innen und Öffnung nach außen hat den Stadtstaat zu einer wirtschaftlichen Macht werden lassen. Gerade hat die Weltbank Singapur zum sechsten Mal in Folge zum wirtschaftsfreundlichsten Staat der Welt erklärt. Doch die Wachstumsstory ist nicht ohne Verlierer.

Die durchschnittliche Wachstumsrate von Singapurs Wirtschaft ist schier unglaublich. Von Anfang 2007 bis zum Ende des dritten Quartals 2011 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Stadtstaats alle drei Monate um 6,4 Prozent. Gleichzeitig war dieses Wachstum jedoch so schwankungsanfällig wie in kaum einem anderen Land dieser Welt. In nur einem halben Jahr zwischen März 2010 und September 2010 stürzte die Rate von 39,9 auf -16,7 Prozent ab - nur um zwei Quartale später wieder bei 27,4 Prozent zu stehen. Entsprechend unsicher fielen die Prognosen für das Gesamtjahr aus. Lagen sie noch bei Jahresbeginn bei 6,5 Prozent, stiegen sie zwischenzeitlich auf 9,0 Prozent und fielen dann zunächst wieder auf 6,0 und dann auf 5,0.

Wer den Zwiespalt Singapurs zwischen dem ökonomischen Wunderkind Südostasiens und dem von Rezessionen besonders gebeutelten Wirtschaftszwerg verstehen möchte, muss die engen Beziehungen zu den entwickelten Volkswirtschaften verstehen - und eine politische Führung, die es verstanden hat, nur mit Hilfe einer günstigen Lage fast doppelt so viele deutsche Direktinvestitionen anzuziehen wie der BRIC-Riese Indien.

Die beiden Volkswirtschaften waren vom Beginn ihrer Wachstumsgeschichten an eng verknüpft. Die British East Indian Trading Company, die damals auch die Verwaltung des Subkontinents inne hatte, begannt Anfang des 19. Jahrhunderts, die damalige Siedlung Singapur als Umschlaghafen auf dem Seeweg nach China zu erschließen. Bis heute profitiert Singapur davon, dass es sich durch diese strategisch günstige Position schon früh als Handelsplatz etablieren konnte - unabhängig vom wirtschaftlichen Zustand des Hinterlandes. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wuchs der Standort hauptsächlich dank der Vormachtstellung des Britischen Imperiums. Singapur wurde zum wichtigsten Umschlagplatz für Waren, die von und nach Südostasien transportiert werden sollten und hielt diese Vormachtstellung bis zum zweiten Weltkrieg bei.

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