Change-Management: Fuck off, Change! – ein Gastbeitrag

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Abschied vom Veränderungsterror
Fuck off, Change!

Change ist Dauerbrenner, Heilsbringer und Verderben zugleich. Ganz gleich ob Prozesse, Unternehmen oder der Mensch – alles soll sich zum noch Besseren wenden. Doch die Realität ist meist ernüchternd. Ein Gastbeitrag.
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Warum stoßen Change-Projekte immer wieder auf Widerstand? Warum scheitern so viele Change-Projekte und bringen nicht den erhofften Erfolg? Warum verursacht Veränderung Ängste? Die Antwort darauf gibt unser Gastautor Ardeschyr Hagmaiers. „Change Fuck!“, schreit er in seinem Beitrag, den er für unser Businessnetzwerk Leader.In geschrieben hat, nur so heraus und bricht mit den bisherigen Vorstellungen über Change-Management. Denn entscheidend ist nicht die Veränderung um jeden Preis, sondern die beste Lösung: Chancen-Denken statt Change-Denken.

Wenn ich in meinen Seminaren, Trainings oder Coachings gestandene Führungskräfte frage, ob sie lieber etwas verändern wollen oder verbessern, ernte ich zunächst einmal überraschte Blicke. „Klar, wir wollen uns verbessern!“, lautet die Antwort. „Warum tun Sie es dann nicht?“, bohre ich weiter, „warum setzen Sie immer nur auf Veränderungen, statt zu überlegen, wie Sie Dinge besser machen können?“

Tagtäglich fallen ganze Heerscharfen von Beratern in den Unternehmen ein, um das Unterste zuoberst zu kehren und alles zu verändern. Stehen all diese Firmen vor dem Konkurs? Laufen ihnen die Kunden massenweise weg? Rebellieren ihre Mitarbeiter? Wenn die Antwort dreimal „Nein“ lautet, muss in dieser Firma doch irgendetwas gut laufen. Nicht alles kann schlecht sein. Warum dann alles verändern?

Unternehmer, Manager, Führungskräfte – sie alle sind derart gefangen im Veränderungsmodus, dass sie gar nicht mehr darüber nachdenken können, ob es nicht zielführender ist, Verbesserungen statt Veränderungen vorzunehmen. Durch den Veränderungsterror sind sie ganz blind für den Ansatz, an dem anzuknüpfen, was gut gelaufen ist. Sie sollten sich endlich auch einmal fragen, welche Erfolgsgewohnheiten sie dahin geführt haben, wo sie stehen.

Natürlich gibt es in jedem Unternehmen Entwicklungen, die korrigiert werden sollten. Es geht nicht darum, den Veränderungsfetischismus gegen einen Verbesserungsfetischismus auszutauschen. Aber der Change als allein seligmachendes Allheilmittel hat ausgedient. Wenn sich alles verändert und nichts verbessert, bedeutet Change Stillstand und Rückschritt. Der Fanclub der Veränderungsfetischisten glaubt, allein der Wille zur permanenten Veränderung sei eine zukunftsorientierte Verhaltensweise. Meine Antwort darauf lautet: „Fuck off, Change!“

Wie konnte es so weit kommen, dass die Veränderung zum Heilsbringer stilisiert wurde? Das liegt an den sogenannten Change Fucks: Das sind Einstellungen, Überzeugungen und Verhaltensweisen, die bisher dazu geführt haben, dass sich zwar einiges verändert, aber absolut nichts verbessert hat.

Kommentare zu " Abschied vom Veränderungsterror: Fuck off, Change!"

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  • Richtig, Frau Bollmohr, „Veränderungen geschehen immer, ob es uns nun passt oder nicht“, finde ich auch. Aber gerade am Arbeitsplatz, so meine Erfahrung bei uns in der Firma, wird gar nicht mehr danach gefragt, ob eine Veränderung auch zu einer Verbesserung führt. Die Veränderung wird uns quasi vorgesetzt, basta, mach mal! Das kann nicht klappen, da geb ich Herrn Hagmaier, ich hab sein Buch gelesen, Recht. Es ist schon wichtig, „was hinten raus kommt“ (Helmut Kohl), nämlich eine Verbesserung.

  • "... ob es uns nun passt oder nicht." (Semikolon leider übersehen, kann weg).

  • Veränderungen geschehen immer, ob es uns nun passt oder nicht;.

    Viele davon folgen mehr oder weniger Naturgesetzen.

    Das Einzige, was wir alle, also jeder von uns, außer uns anzupassen wirklich tun können, ist, zu entscheiden, ob wir - wo immer wir das könn(t)en - selbst Einfluss auf diese Veränderungen nehmen wollen.

    Oder ob wir das der Bequemlichkeit halber weiterhin "anderen" überlassen wollen.

    Mit "wir" sind jetzt ausdrücklich all diejenigen gemeint, die tatsächlich die Möglichkeit haben, frei zu entscheiden und ihrer Entscheidung Aus- (und Nach-)druck zu verleihen..

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