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Arbeitswelt 4.0
Chefs, vergesst Generation X, Y und Z!

Wenn es um ihre Mitarbeiter geht, denken Chefs gerne in Generationen – und richten daran den Führungsstil aus. Eine Studie des Arbeitsministeriums kommt zu dem Ergebnis: Das Klischee-Denken über Generationen ist Quatsch.
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DüsseldorfEs sind gängige Klischees: Die Generation X hat zwar den Zweiten Weltkrieg nicht erlebt. Trotzdem mussten sich die zwischen 1965 und 1980 Geborenen jahrelang mit weniger zufrieden geben – und sind dem Vorurteil nach daher im Job ehrgeiziger, wollen Karriere machen und viel Geld verdienen.

Die Generation Y – all diejenigen, die zwischen 1980 und 1999 zur Welt kamen – ist im Zeitalter der gerade einsetzenden Digitalisierung aufgewachsen. Im Gegensatz zur Generation X sind Prestige und Status für sie unbedeutend. Die Millennials suchen den Sinn hinter ihrem Handeln, so das Klischee. Und die darauf folgende Generation Z, die Smartphone, Tablet und Co. in die Wiege gelegt bekommen hat, sieht den Sinn in der Arbeit darin, Karriere zu machen – nicht unbedingt um reich zu werden, sondern um Anerkennung zu erfahren.

Die Studie der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) des Bundesarbeitsministeriums „Wertewelten Arbeiten 4.0“ räumt jetzt auf mit diesen weit verbreiteten Vorurteilen. Auf Basis des Mikrozensus 2013 führte die INQA 1200 Tiefeninterviews mit Beschäftigten aller Altersgruppen und kommt zu dem Ergebnis: Das Klischee-Denken über die jeweiligen Generationen und ihre Wertevorstellungen ist Quatsch. Laut Untersuchung sind stattdessen die individuellen Wertvorstellungen ausschlaggebend dafür, wie Arbeitnehmer ihre Arbeitswelt bewerten – und nicht der sozialdemografische Background.

Die Vorstellungen von der Arbeitswelt unterteilen die Studienleiter in sieben Wertewelten, die unabhängig von Alter und sozialer Schicht sind. „Egal ob Weiblein oder Männlein, ob jung oder alt, überall findet sich eine große Vielfalt an Bedürfnissen“, sagt Peer-Oliver Villwock, Unterabteilungsleiter in Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Zwar unterscheiden sich die Bedürfnisse stark. Fast ein Drittel der Befragten gab allerdings an, dass ihm Sicherheit bei der Arbeit wichtig ist – sowohl in finanzieller als auch in zwischenmenschlicher Hinsicht. Für Chefs bedeuten die Ergebnisse: umdenken – und sich von dem Klischee-Denken lösen. „Seit vielen Jahren versuchten Personalverantwortliche, den spezifischen Ansprüchen einer Altersgruppe gerecht zu werden. Die Studie zeigt, dass diese Bemühungen zum Scheitern verurteilt sind“, sagt Villwock.

Aus den Ergebnissen ergibt sich laut INQA daher ein neuer individueller Führungsstil. Eine weitere Untersuchung, basierend auf 400 Telefoninterviews mit Führungskräften, stützt diese Erkenntnisse und kommt darüber hinaus zu dem Ergebnis, dass platte Hierarchien – „Ich Chef, du Angestellter“ – längst überholt sind. Viel wichtiger sei es, dass Führungskräfte flexibel auf die Bedürfnisse ihre Mitarbeiter reagieren können, deren unterschiedlichen Wertevorstellungen anerkennen und die sich eigenständig am Arbeitsplatz bildenden Netzwerke fördern.

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