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Automatisch aussortiert?

Wie Bewerber Online-Portale austricksen können

Immer öfter sortieren Computer Bewerbungen aus. Wer den digitalen Personaler mit der Vita nicht überzeugt, schafft es nicht bis ins Vorstellungsgespräch. Damit das nicht passiert, sollten Sie drei Ratschläge beherzigen.
Update: 27.09.2016 - 12:05 Uhr 2 Kommentare
Wer in seinem Lebenslauf bestimmte Dinge nicht erwähnt oder sich vertippt, wird im schlimmsten Fall direkt vom Computer aussortiert. Quelle: Getty Images
Zum Verzweifeln

Wer in seinem Lebenslauf bestimmte Dinge nicht erwähnt oder sich vertippt, wird im schlimmsten Fall direkt vom Computer aussortiert.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfDie digitale Transformation geht in Deutschlands Unternehmen langsam voran und macht selbstverständlich auch vor den Personalabteilungen nicht Halt. So lassen immer mehr Firmen Bewerbungen, die sie erhalten, über Online-Portale aussortieren. Von Computerprogrammen (da haben Sie richtig gelesen). Ein fragwürdiger Trend, der seine Tücken hat. Denn wer den digitalen Personaler mit seinem Lebenslauf nicht überzeugt, schafft es erst gar nicht bis zum Vorstellungsgespräch. Wer mit einer besonders kreativen Bewerbung aus der Masse herausstechen will, kann sich die Arbeit also gleich sparen.

Christian Umbs, Managing Director bei der Personalberatung Robert Half, erläutert den digitale Entwicklung: „Immer mehr Unternehmen greifen auf sogenannte „Applicant Tracking Systems“ (ATS) zurück. Das beobachten wir vor allem bei größeren Unternehmen, die auf Stellenausschreibungen tausende Bewerbungen erhalten und so den Einstellungsprozess verkürzen sowie optimieren möchten. Diese ATS scannen Bewerbungen auf bestimmte Inhalte, wie etwa Schlüsselbegriffe und sortieren bei Diskrepanzen oder fehlender Übereinstimmung aus.“

Was den Unternehmen also das Leben erleichtert, macht den Menschen – lassen Sie sich das Wort nochmal auf der Zunge zergehen – auf der Jobsuche den Bewerbungsprozess in Bits und Bytes zu einer großen Herausforderung. Damit das nicht passiert, sollten Kandidaten folgende drei Ratschläge beherzigen, die einfach umzusetzen sind, und die Chancen auf die nächste Runde verbessern.

In diesen Branchen verdienen Absolventen am besten
Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen
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Die Jobbörse Stepstone hat die Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen analysiert und dabei rausragende Branchen entdeckt. Denn unter Absolventen gibt es teilweise große Gehaltsunterschiede: Branche, Universität, Region und Abschluss beeinflussen die Höhe des Gehalts. Ein Überblick.

Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2016

Platz 20: Freizeit, Touristik, Kultur und Sport
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Wenn sich Absolventen für einen Beruf im Freizeitbereich entscheiden, verdienen sie durchschnittlich 31.265 Euro im Jahr. Damit zählt diese Berufsgruppe zu den schlechtbezahltesten Branchen von Hochschulabsolventen.

Platz 19: Agentur, Werbung, Marketing und PR
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Ein Beruf, in dem Kreativität und Kommunikation gefragt ist: Berufseinsteiger können nach der Universität mit einem Gehalt von 33.394 Euro rechnen.

Platz 18: Bildung und Training
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Bildung und Training ist wichtig, dennoch gehört diese Branche nicht zu den bestbezahltesten: Uniabsolventen erhalten beim Einstieg in diesem Bereich im Jahr durchschnittlich 34.202 Euro.

Platz 17: Medien
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Der Gehaltsreport zeigt, dass journalistische Berufe in Film, Funk, TV und Verlagen mit 36.076 Euro jährlich honoriert werden.

Platz 16: Gesundheit und soziale Dienste
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Absolventen, die ihren Berufseinstieg im Gesundheits- und Sozialbereich planen, können mit einem jährlichen Gehalt von 38.457 Euro im Schnitt rechnen.

Platz 15: Groß- und Einzelhandel
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Sie nehmen Herstellern von Gütern die Aufgabe ab, die Waren an den Endverbraucher zu verkaufen: Groß- und Einzelhändler. Nach der Uni verdienen sie damit 39.398 Euro im Jahr.

1. Wählen Sie eine einfache Formatierung für Ihre Online-Bewerbung

Lebenslauf-Scanner sind keine Fans von kreativen Layouts. Statt dem Bewerber seine Individualität hoch anzurechnen, haben sie Schwierigkeiten beim korrekten Lesen des Lebenslaufs. Anstatt die Online-Bewerbung als kreativ einzustufen, wird sie schlimmstenfalls sofort aussortiert. Tipps für Bewerber:

  • Verzichten Sie im Lebenslauf auf extravagante Elemente wie Logos oder Symbole.
  • Wählen Sie in der Online-Bewerbung keine ausgefallenen Schriftarten. Nutzen Sie Standardschriften wie Arial, Calibri oder Times New Roman.
  • Verwenden Sie für die einzelnen Abschnitte im Lebenslauf gängige Überschriften, wie Ausbildung, Berufserfahrung oder Qualifikationen.
  • Verwenden Sie allgemein häufig genutzte Bezeichnungen. Unbekannte Begriffe erschweren es den Maschinen, die Daten im Lebenslauf richtig einzuordnen.
  • Prüfen Sie genau, welche Dateiformate das ATS akzeptiert und korrekt lesen kann. Passen Sie Ihre Online-Bewerbung entsprechend an.
Nehmen Sie die Rechtschreibprüfung ernst!
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2 Kommentare zu "Automatisch aussortiert?: Wie Bewerber Online-Portale austricksen können"

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  • @Herr richard roehl, 27.09.2016, 13:46 Uhr:
    "Alles nur Panikmache. Bei dem immensen Fachkräftemangel, wie er immer von Politik, Unternehmen und Systemmedien kolportiert wird, kann doch kein Personaler riskieren, dass ihm eine Perle durch einen dummen Roboter verloren geht" - Na, hoffentlich.

    „Die digitale Transformation geht in Deutschlands Unternehmen langsam voran und macht selbstverständlich auch vor den Personalabteilungen nicht Halt.“

    Aber genau vor denen sollte sie selbstverständlich Halt machen:

    „Wer mit einer besonders kreativen Bewerbung aus der Masse herausstechen will, kann sich die Arbeit also gleich sparen.“

    Wollen die Unternehmen nun neue Ideen für die Zukunft entwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben (dafür sind sie auf fähige, KREATIVE Mitarbeiter angewiesen), oder wollen sie mit einer Crew angepasster, stromlinienförmig-glattgeschliffener (dafür aber leicht zu „steuernder“) Uniformisten gemütlich dem Untergang entgegen schwimmen?

  • Alles nur Panikmache. Bei dem immensen Fachkräftemangel, wie er immer von Politik, Unternehmen und Systemmedien kolportiert wird, kann doch kein Personaler riskieren, dass ihm eine Perle durch einen dummen Roboter verloren geht

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