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Berufseinsteiger
Die unterforderte Generation Z

Jungen Akademikern ist es laut einer Studie bei ihrem ersten Job wichtig, dass der Chef sie entsprechend ihrer Qualifikation einsetzt. Doch dieser Wunsch wird selten erfüllt: Die Mehrheit fühlt sich überqualifiziert.
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DüsseldorfErst drücken sie mehr als ein Jahrzehnt die Schulbank. Drei weitere Jahre investieren sie in einen Bachelor-Abschluss. In der Regel vergehen zwei weitere Jahre, bis sie ihren Master in der Tasche haben. Eine Zeit, in der viele junge Menschen sich eine Menge Wissen angeeignet haben – mit dem sie sich in ihrem ersten Job profilieren wollen. Doch die Realität ernüchtert viele: Anstatt dass der Chef sie entsprechend ihrer Fähigkeiten einsetzt, bekommen die Berufsneulinge Aufgaben, die sie unterfordern.

Das ist das Ergebnis der Studie „Gen Z rising“, für die die Unternehmensberatung Accenture Strategy mehr als 1.000 deutsche Absolventen der „Generation Z“ befragt und ihre Antworten mit ebenso vielen Vorjahres-Abgängern verglichen hat. Zur „Generation Z“ zählen die Geburtenjahrgänge zwischen 1993 und 1999. Laut Studie behaupteten zwei Drittel der Absolventen, die vor ein oder zwei Jahren ins Berufsleben eingestiegen sind, unterbeschäftigt zu sein. Unter den kürzlich Graduierten sind es fast 60 Prozent.

Die Folge: Die erste Stelle ist nur eine Zwischenstation. Die Berufseinsteiger suchen sich einen neuen Job, denn die Erwartungen an den ersten Arbeitgeber sind groß: 96 Prozent der Befragten gaben an, dass sie von ihrem ersten Chef erwarten, dass er sie entsprechend ihrer Qualifikationen einsetzt, etwas weniger Absolventen (84 Prozent) wünschen sich Trainings und Weiterbildungen.

Doch diese Wünsche bleiben oftmals unerfüllt. „Unternehmen müssen sich fragen, was sie verändern können, um jungen Talenten eine positive erste Erfahrung im Beruf zu bieten“, sagt Rouven Fuchs, Geschäftsführer im Bereich Talent & Organization bei Accenture Strategy.

Denn das Umdenken lohnt sich: Werden Absolventen nach ihren Qualifikationen und Fähigkeiten eingesetzt, ist die Wahrscheinlichkeit der Unternehmensberatung zufolge fünfmal größer, dass sie ihrem ersten Arbeitgeber fünf oder mehr Jahre treu bleiben – und Eingeständnisse machen. 77 Prozent der Befragten würden für ein Jobangebot umziehen, fast die Hälfte wäre bereit, am Wochenende oder abends zu arbeiten.

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Absolventen bevorzugen Konzerne

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