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Chef-Gen entschlüsselt
Was macht einen guten Manager aus?

Wer Führungskraft werden will, dem steht manch gefährliches Abenteuer bevor. Welche Fähigkeiten Manager brauchen, um diese Aufgabe erfolgreich zu bewältigen, hat jetzt eine Untersuchung entschlüsselt.
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DüsseldorfWer den ersten Führungsjob übernimmt, begibt sich nicht selten auf unbekanntes Terrain zwischen Dienstvorschriften, Arbeitsrecht und Controlling. Überall lauern böse Fallen und es tauchen ständig unangenehme Überraschungen auf. Trotzdem haben viele Fachkräfte das Ziel, im Laufe ihrer Karriere eine Manager-Position zu erreichen. Doch nicht allen gelingt der Sprung in den Chefsessel: Wer nicht gut gerüstet und für den Job geeignet ist, geht schneller unter, als ihm lieb ist.

Was überall auf der Welt leider sehr häufig passiert, beschreibt der Autor Mario Naumann in seinem Management-Buch „Abenteuer Führung“ ganz passend so: „Vielleicht klingt es absurd: Ein Couch-Potato soll nach sechs Monaten Training seinen ersten Marathon laufen, ein Norddeutscher zur kommenden Saison den Mont Blanc besteigen oder ein Landbewohner beim nächsten Urlaub in der Tiefsee tauchen. Doch mit genau solchen Situationen ist es vergleichbar, wenn ein Mitarbeiter seine erste Führungsaufgabe übernimmt", so der Experte. „Meist erhält er das Angebot überraschend und es fehlt die Zeit, sich darauf vorzubereiten.“

Wird der exzellente Ingenieur dann plötzlich Produktionsleiter und der Projektleiter unvermittelt zum Leiter einer ganzen Geschäftseinheit, ist die Gefahr sehr groß, den Überblick zu verlieren und schon nach wenigen Monaten zu scheitern.

Doch keine Angst, das Überleben in diesem Führungsdschungel kann durchaus auch gelingen, denn es gibt Fähigkeiten, die das erleichtern. Niemand wird von Ihnen verlangen, wie Indiana Jones oder Luke Skywalker den großen Helden zu spielen. Was erfolgreiche Manager in Deutschland von anderen Mitarbeitern unterscheidet, hat gerade das kalifornische Technologie-Start-up Good&Co, eine Tochter der Jobplattform Stepstone, herausgefunden. Für die Studie wurden 20.000 psychometrische Profile deutscher Fach- und Führungskräfte ausgewertet. Das Ergebnis: Im Vergleich zu ihren Kollegen haben Chefs und erfolgreiche Manager hierzulande einfach mehr Durchsetzungsvermögen (plus 16 Prozent) und setzen sich lieber dem Wettbewerb aus (plus 21 Prozent).

Das alleine schon hilft ihnen, überhaupt erst eine Führungsposition zu erreichen und ein Team auch in schwierigen Situationen motivieren zu können. Ein größeres Selbstbewusstsein (plus 27 Prozent) sorgt zudem dafür, dass Führungskräfte auch mit Rückschlägen gut umgehen können. Mit der Fähigkeit, andere zu überzeugen (plus 16 Prozent), schaffen sie es, ihren Verantwortungsbereich erfolgreich zu leiten und Steine aus dem eigenen Karrierepfad zu räumen.

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Ein Manager muss Kreativität zulassen

Kommentare zu " Chef-Gen entschlüsselt: Was macht einen guten Manager aus?"

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  • Was einen guten Manager ausmacht?

    Naja. Ein dickes Bankkonto natürlich.

    Und die hartnäckige Entschlossenheit, von der Arbeit anderer Menschen ein prima Leben zu führen. Und natürlich eine wutbürgerliche Freude am Brüllen des Satzes: "You are fired!"

  • „Bei den meisten Persönlichkeitsmerkmalen punkten Manager gegenüber Fachkräften ohne Führungsverantwortung besser. Mit Blick auf Kreativität zeigt sich jedoch ein anderes Bild – die Mitarbeiter sind deutlich kreativer als ihre Manager (plus 40 Prozent). Das spricht dafür, dass ideenreiche Menschen es schwerer haben, eine Führungsposition einzunehmen – oder diese gar nicht anstreben. Bei weniger kreativen Menschen scheint der Drang an die Spitze ausgeprägter zu sein.
    „Ein Manager muss daher in der Lage sein, die Kreativität der Mitarbeiter zuzulassen und in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Nur dann arbeiten Teams effizient zusammen“, …“

    Klare Zielsetzungen in Verbindung mit extrem flachen Hierarchien und einem effizienten, personenunabhängigen(!) Kontrollsystem nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren (https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunizierende_R%C3%B6hren drängt sich im Internetzeitalter doch geradezu auf. Mir scheint das die bessere Alternative zum „klassischen“ Management zu sein. Zumal die jeweiligen individuellen Begabungen Einzelner (Stichwort "Führungsgen") dann eine weit weniger wichtige Rolle spielen würden als heute.

    Denn gerade auf das reibungslose Zusammenspiel der individuellen Kreativität aller Mitarbeiter kommt es doch an.

  • Wenn ich an die Auto-Industrie in den USA denke, ist Sitzfleisch die wichtigste Bedingung.

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