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Diversity Die Mischung macht's

Immer mehr Unternehmen legen Wert auf eine Kultur der Reichhaltigkeit. Sie hoffen dabei auch auf ökonomischen Nutzen. Doch der ist in vielen Fällen nur schwer zu messen. Das schreckt manche Mittelständler ab.
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Auch Mittelständler fördern heterogene Teams. Quelle: plainpicture/Hero Images
Projektarbeit im Unternehmen

Auch Mittelständler fördern heterogene Teams.

(Foto: plainpicture/Hero Images)

KölnDie Konflikte schienen unlösbar: Kurden gegen Türken, Serben gegen Bosnier, Deutsche gegen Deutschrussen. Als Kai Teckentrup 1998 in den väterlichen Betrieb einstieg, herrschte übles Klima beim Herscheider Hersteller von Torsystemen. Die Geschäftsführung sah keinen anderen Ausweg, als ethnisch getrennte Schichten einzuführen.

Erst als Führungskräfte begannen, Probleme offen mit den Mitarbeitern anzusprechen, beruhigte sich die Lage. Im zweiten Schritt versuchte Teckentrup, Vertrauen zu schaffen. Bei Firmenfesten stellte etwa jede ethnische Gruppe die eigene Kultur oder Küche vor – auch gegen anfänglichen Widerstand.

Heute ist Geschäftsführer Kai Teckentrup einer der größten Fürsprecher des Themas Vielfalt und Diversity Management im Mittelstand. Er weiß, wie das Thema effektiv vorangebracht werden kann. So werde ein Aushang über Sprachkurse weitgehend ignoriert. Besser lanciere man Angebote über informelle Bezugspersonen in der Belegschaft. Teckentrup weiß auch: Wenn sich ein Mitarbeiter nicht wohlfühlt, weil er etwa seine Religion verheimlichen muss, dann ist das nicht nur demütigend – es kostet auch Produktivität.

Sein Betrieb mit etwa 900 Mitarbeitern gehört zur wachsenden Zahl von Unternehmen, die das Thema Vielfalt strategisch angehen. „Viele Mittelständler sind mittlerweile gezwungen, bei der Suche nach Spezialisten auf Kandidaten zurückzugreifen, die sie früher nicht im Fokus hatten“, sagt Markus Vodosek, Professor für Strategisches Management und Führung an der German Graduate School in Heilbronn. Dadurch kämen etwa mehr Fachkräfte mit Migrationshintergrund zum Einsatz oder auch mehr Frauen in Industriejobs, die früher als Männerdomäne galten. „Unternehmen müssen erkennen, dass diese Vielfalt Vorteile bringt, etwa durch mehr Kreativität. Aber auch Nachteile durch neue Reibereien“, erklärt Vodosek. Unter Diversity Management versteht er alles, was darauf abzielt, Vorteile von Vielfalt zu maximieren und Nachteile zu minieren. „Viele Unternehmen betreiben es intuitiv, ohne es so zu nennen.“

Laut einer aktuellen Studie der Beratungsgesellschaft EY haben ein Drittel der Firmen in Deutschland entsprechende Maßnahmen umgesetzt. Jeder fünfte Betrieb plant sie. Zwei Drittel der Befragten sind der Ansicht, Diversity Management bringe konkrete Vorteile.

Erfolg ist nur schwer messbar
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