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Führungscoach Insa Klasing „Ein guter Chef muss zuhören können“

Früher managte Insa Klasing Kentucky Fried Chicken. Nun macht sie aus anderen gute Chefs. Im Interview erklärt die 38-Jährige, warum das digital am besten klappt und welche Rolle die Verhaltenstherapie dabei spielt.
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„Man kann sich nicht selber coachen, egal wie geschult man ist.“ Quelle: Anka Bardeleben
Insa Klasing

„Man kann sich nicht selber coachen, egal wie geschult man ist.“

Bis zum Frühjahr waren Sie Deutschland-Managerin der Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken. Nun haben Sie sich selbstständig gemacht. Sie und ihre Coaches machen aus anderen gute Chefs. Was macht einen guten Chef aus und wie wird man ein guter Chef?
Ein guter Chef hat eine inspirierende Vision für sein Unternehmen, trifft gerne Entscheidungen und korrigiert sie bereitwillig. Er kennt die individuellen Motivationsbedürfnisse seines Teams. Um alle mitzunehmen, muss er gut zuhören können. Man wird ein guter Chef durch Übung im Job und durch Selbstreflektion. Man muss bereit sein, sich die Wahrheit anzuhören, braucht aber auch Mitarbeiter, die den Mut haben ihre Sicht der Dinge klar zu äußern und bestenfalls einen Coach, der einen bei der Zielerreichung unterstützt.

Bei „The next we“ bieten Sie digitales Coaching an. Wie funktioniert das?
Unsere Coaches aus ganz Deutschland begleiten die Mitarbeiter unserer Kunden zwölf Wochen lang, um ein konkretes Ziel zu erreichen. Währenddessen kommunizieren Mitarbeiter und Coach am Telefon und per Chat. Sie erarbeiten einen individuellen Aktionsplan, der im Laufe des Programms umgesetzt wird. Zukünftig wird dies alles über unsere App erfolgen, die kurz vor dem Launch steht. Die digitale Begleitung spart nicht nur Reisekosten und -zeit, sondern ermöglicht auch durchgängigen Zugang zum Coach. Das ist besonders wichtig, weil die Erkenntnisse aus dem Coaching bei der Umsetzung im Tagesgeschäft eintreten. Die digitale Nutzung ermöglicht es uns, hunderte Mitarbeiter gleichzeitig zu coachen.

Die Coaches, die für Sie arbeiten, verfolgen einen Ansatz aus der Verhaltenstherapiekognitiven Ansatz. Wie funktioniert das?
Meine Mitgründerin Anke Kaupp hat bei dem Begründer der kognitiven Methoden Professor Albert Ellis in New York studiert und seine Methoden bei uns für Zielerreichung in Firmen adaptiert. Unsere Coaches triggern bei den Mitarbeitern ein Hinterfragen eingefahrener Denkweisen. Erst das neue Denken ermöglicht neues Verhalten und damit neue Ergebnisse. Die meisten Unternehmen unterschätzen diesen Hebel und setzen ausschließlich auf Strategien und Prozesse. Aber die beste Strategie kann nicht wirken, wenn es Vorbehalte bei den Beteiligten gibt. Diese lösen unsere Coaches auf.

Für wen ist ein Coaching sinnvoll?
Für alle Unternehmen vom Start-up bis zum Dax-Konzern, die noch was vorhaben. Egal ob es darum geht, die Digitalisierung erfolgreich zu meistern, flächendeckend Umsatzwachstum zu beschleunigen oder Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen und damit Abwesenheit zu reduzieren: Unser kognitiver Ansatz hilft immer. Sowohl bei flächendeckendem Mindset-Wandel als auch bei einzelnen Führungskräften, die wir in ihren ersten 100 Tagen im Job begleiten.

Coaching sollte sich für Unternehmen lohnen. Wie lässt sich die Wirtschaftlichkeit nachprüfen?
Mit unserem Programm ist das einfach – der Mitarbeiter wählt ein persönliches Weiterentwicklungsziel für die Programmdauer und ein Business-Ergebnis, an dem man diese Weiterentwicklung messen kann. Im Vertrieb und in operativen Rollen ist das klar sichtbar, in unterstützenden Funktionen wie Finanzen oder HR kann man das zum Beispiel an Mitarbeiterzufriedenheit und der Verbundenheit mit der Firma messen.

Was kostet ein Coaching bei Ihnen?
Das kommt auf die Hierarchieebene des Mitarbeiters und auf das Programm an. Wir haben Coaches für den Filialmitarbeiter bis zum CEO und dementsprechend variieren die Preise.

Wessen Hilfe nehmen Sie in Anspruch, wenn es bei der Umsetzung ihrer Ziele hapert?
Man kann sich nicht selber coachen, egal wie geschult man ist. Wir haben von Anfang an Oliver Schmalbach als kognitiven Coach für unser Team engagiert. Er ist brillant und fühlt sich mit unserer Methode so zuhause, dass wir ihn inzwischen fest ins Kernteam nach Berlin geholt haben.

Frau Klasing, danke für das Gespräch.

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