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Recruiting in IT-Unternehmen
„Ein klares Profil ist die größte Challenge“

Wegen ihrer Unternehmenskultur haben viele IT-Firmen Probleme, Fachkräfte zu binden. Im Interview erklärt Recruiting-Experte Frank Rechsteiner, was die Gründe dafür sind – und warum Start-ups als Vorbilder taugen.
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Vor allem in der IT-Branche beklagen immer mehr Unternehmen den Fachkräftemangel. In seinem neuen Buch „Kulturbasiertes IT-Recruiting: Warum Headhunter für Ihr Unternehmen überflüssig sind“ geht der Frank Rechsteiner der Frage nach, wie diese Betriebe die besten Mitarbeiter finden können. Wesentlich ist nach Meinung des Recruiting-Experten und Inhaber der Hype Group, die sich auf Strategieberatung für IT-Unternehmen spezialisiert hat, dabei die Unternehmenskultur. Im Interview erklärt er, warum viele Firmen Probleme haben, ihre Kultur klar zu kommunizieren, in wie weit sich Unternehmen an Start-ups orientieren können und warum selbst der beste Mix an Recruiting-Instrumenten nichts nützt, wenn die Kultur nicht stimmt.

Ihr neues Buch heißt „Kulturbasiertes IT-Recruiting“. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff?
Ich habe in den vergangenen Jahren festgestellt, dass viele IT-Experten wegen der Unternehmenskultur den Betrieb, der sie mit viel Aufwand und hohen Kosten angeworben hat, schnell wieder verlassen. Diese Beobachtung habe ich zum Anlass genommen, einen Sechs-Punkte-Plan zu erstellen, wie IT-Unternehmen ein kulturbasiertes Recruiting etablieren können. Denn die Kultur ist die Basis allen Wirkens.

Eine Kultur hat ja jedes Unternehmen. Was ist das Problem?
Recruiting findet in vielen Fällen noch ganz klassisch wie vor zehn Jahren statt. In der IT-Welt gelten aber schon längst andere Regeln. Der Fachkräftemangel nimmt weiter zu – IT-Experten können sich ihren Arbeitgeber in aller Regel selber aussuchen. Deshalb stellt sich die entscheidende Frage: Wie kann sich ein IT-Unternehmen für diese Fachkräfte besonders attraktiv darstellen? Schließlich werben alle Unternehmen mit den gleichen Floskeln und Phrasen um Fachkräfte.

Doch die spielen für die wenigsten IT-Experten eine Rolle. Viel wichtiger ist der „cultural fit“ – also dass die Unternehmenskultur zum potenziellen Mitarbeiter passt und umgekehrt. Denn wenn dieser merkt, dass er und der Betrieb nicht zusammenpassen, wird er ihn auf kurz oder lang wieder verlassen –  oder die Zusammenarbeit wird für beide Parteien eine sehr anstrengende Angelegenheit.

Wie kann das passieren?

Oftmals gibt es große Unterschiede zwischen der tatsächlichen und von den Verantwortlichen gewünschten Unternehmenskultur. Dann merken beide Seiten erst später, dass sie eigentlich gar nicht zusammenpassen. Geld und Zeit gehen verloren.

Vielen Unternehmen ist sicherlich nicht einmal bewusst, wofür sie stehen oder stehen wollen.
Da sprechen Sie einen wunden Punkt in Unternehmen an. Alle Konzerne haben zwar eine individuelle Kultur, aber sie können diese selbst gar nicht formulieren. Deshalb werben auch nur einzelne Betriebe aktiv damit um neue Mitarbeiter. Doch wer erfolgreich bei der Personalgewinnung sein will, muss eine klare Kante zeigen. Und das ist die größte Challenge.

Denn in Zeiten des Internets sind Unternehmen gläsern: Für Bewerber ist es etwa durch soziale Netzwerke und Karriereplattformen ein leichtes Spiel herauszufinden, wie der tatsächliche „cultural fit“ im Unternehmen ist. Dann ist es doch viel cleverer, ehrlich zu kommunizieren, wie die Unternehmenskultur wirklich aussieht.

Kommentare zu " Recruiting in IT-Unternehmen: „Ein klares Profil ist die größte Challenge“"

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  • Zu ein paar Ausschnitten aus dem Interview:

    „Denn in Zeiten des Internets sind Unternehmen gläsern: Für Bewerber ist es etwa durch soziale Netzwerke und Karriereplattformen ein leichtes Spiel herauszufinden, wie der tatsächliche „cultural fit“ im Unternehmen ist. Dann ist es doch viel cleverer, ehrlich zu kommunizieren, wie die Unternehmenskultur wirklich aussieht.“:

    Na also. Warum nicht gleich so? Die „digitale Revolution“ hat jedenfalls eindeutig ihre großen Verdienste für den Fortschritt der ganzen Gesellschaft/ Welt. Schon, weil sie jeden zu eigenen Gedanken und Ideen „zwingt“:

    „Wichtig ist es generell, sich das Muster einer solchen Unternehmenskultur anzuschauen und herauszufinden, welche Strukturen Stück für Stück im eigenen Betrieb realisierbar sind. Denn für Konzerne ist es essentiell, dass sie authentisch (…) sind. Vom starren Kopieren eines Vorbildes würde ich (…) abraten.“

    Also nur logisch:

    „Welches Recruitinginstrument halten Sie für effektiv?“ – Anwort: „Die Mitarbeiterempfehlung (…). Denn über persönliche Kontakte erfahren Jobsuchende am besten, wie die Unternehmenskultur aussieht. Und wenn ein Mitarbeiter seinen Arbeitgeber weiterempfiehlt, zeigt das, dass der „cultural fit“ dort stimmen muss. Die Vertrauensbasis ist schon geschaffen – …“

    Schlusssatz: „Es geht aber nicht primär ums Kultur-Kümmern, sondern um einen ehrlichen Umgang mit der praktizierten Kultur.“

    Die Zeiten ändern sich, und - wen wundert’s - die IT (Informationstechnologie)-Branche ist hier - wie vor Jahrhunderten der Buchdruck – der wichtigste „Treiber“, da es bei beiden um Kommunikation im weitesten Sinne geht.

    Die Zeiten, in denen „schließlich alle Unternehmen mit den gleichen Floskeln und Phrasen um Fachkräfte werben“ können, dürften jedenfalls vorbei sein.

    Und die Zeiten, in denen Banken mit Sprüchen wie „Leben Sie. Wir kümmern uns um die Details.“ (der Spruch könnte übrigens ohne weiteres auch von einer Partei oder einem Politiker sein…) auch.

    Ist auch besser so.

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