Zum The Shift! Special von Handelsblatt Online

Recruiting in IT-Unternehmen „Ein klares Profil ist die größte Challenge“

Seite 3 von 3:
Headhunter als vermeintliches Allheilmittel
Wer mehr verdient, hat öfter frei
27,6 Urlaubstage im Schnitt
1 von 11

27,6 Urlaubstage haben deutsche Fach- und Führungskräfte im Durchschnitt pro Jahr. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Vergütungsberatung Compensation Partner, die in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 220.000 Arbeitsverhältnisse ausgewertet hat. Doch: Je nach Branche variieren die arbeitsfreien Tage stark.

Flop – Platz 4: Steuerberatung
2 von 11

Wer in der Steuerberatung tätig ist, kann der Studie zufolge mit 26 Urlaubstagen pro Jahr rechnen. Obwohl die Zahl der freien Tage unter dem Durchschnitt liegt, ist sie immer noch höher als das gesetzliche Minium. Bei einer Fünf-Tage-Woche sind 20 Urlaubstage rechtens.

Flop – Platz 3: Hotel- und Gaststättengewerbe
3 von 11

In der Gastronomie erhalten Arbeitnehmer im Durchschnitt 25,9 freie Tage pro Jahr. 23 Prozent der Befragten gaben an, dass sie nur Anspruch auf 24 Urlaubstage haben. Das ist bei einer Sechs-Tage-Woche das gesetzliche Minimum.

Flop – Platz 2: Gesundheitswesen
4 von 11

Noch weniger Urlaubstage sind in den Verträgen von Arbeitnehmern im Gesundheitswesen vereinbart: Über die verschiedenen Berufsfelder hinweg dürfen die Beschäftigten durchschnittlich an 25,8 Tagen im Jahr freimachen.

Flop – Platz 1: Callcenter
5 von 11

Wenig Freizeit haben der Studie zufolge Arbeitnehmer, die in Callcentern arbeiten: im Durchschnitt 25,4 Tage pro Jahr. Mehr als jeder fünfte Befragte, der im Callcenter arbeitet, gab an, nur 24 Urlaubstage pro Jahr zu haben.

Flop – Platz 1: Rechtsberatung
6 von 11

Ebenso viele Urlaubstage wie Callcenter-Mitarbeitern stehen Arbeitnehmern durchschnittlich in der Rechtsberatung zu. Die Untersuchung zeigt darüber hinaus, dass Fach- und Führungskräfte – unabhängig von der Branche – in den Regionen rund um Berlin, Leipzig und Dresden sowie der mecklenburgischen Küste am wenigsten freie Tage haben.

Top – Platz 3: Chemieindustrie
7 von 11

Arbeitnehmer in der Chemiebranche dürfen sich über durchschnittlich 29 freie Tage pro Jahr freuen. 82 Prozent der Studienteilnehmer, die in diesem Bereich tätig sind, erhalten 30 Urlaubstage.

Headhunter werden bei der Personalgewinnung gerne als Allheilmittel angepriesen. Können sie Unternehmen helfen, die Probleme beim Recruiting haben?
Headhunter sollten dafür da sein, seltene Fachkräfte aufs Unternehmen aufmerksam zu machen oder die Mitarbeiter der Konkurrenz abzuwerben. Wenn Betriebe selbst einfache Positionen wie das Sekretariat über Headhunter besetzen, dann ist das eindeutig ein Indiz dafür, dass der Recruitingprozess nicht funktioniert. Viele Unternehmer sind heute allerdings der Meinung, direkt einen Headhunter beauftragen zu müssen, wenn sie Probleme beim Recruiting haben. Das ist eine kurzfristige Denkweise: Denn die potenziellen Mitarbeiter werden schnell merken, dass etwas nicht stimmt.

Welches Recruitinginstrument halten Sie für effektiv?
Die Mitarbeiterempfehlung ist für mich der Recruitingkanal Nummer eins. Denn über persönliche Kontakte erfahren Jobsuchende am besten, wie die Unternehmenskultur aussieht. Und wenn ein Mitarbeiter seinen Arbeitgeber weiterempfiehlt, zeigt das, dass der „cultural fit“ dort stimmen muss. Die Vertrauensbasis ist schon geschaffen – selbst wenn der Angestellte für die Empfehlung eine Prämie erhält. Denn der Mitarbeiter würde doch nie eine Person vorschlagen, die er selbst nicht einstellen würde.

Also muss der Mix der Recruiting-Instrumente stimmen?
Grundsätzlich braucht man verschiedene Instrumente. Aber einem Unternehmen nützt der größte Mix nichts, wenn der „cultural fit“ nicht stimmt.

Wie wird sich der Kampf um Fachkräfte in den kommenden Jahren entwickeln?

Dieser Kampf wird sich enorm verschärfen. Die Digitalisierung wird einen Teil dazu beitragen, aber auch, wie Unternehmen sich bezüglich ihrer Kultur aufstellen werden.

Das heißt, dass jene Unternehmen sterben, die sich nicht um ihre Kultur kümmern?
Der Mangel an Fachkräften wird zumindest zunehmen und damit die Personalprobleme der Konzerne. Denn was heute schon oft der Fall ist: Die Unternehmen haben zwar viele Aufträge, können sie aber nicht abarbeiten, da ihnen die Leute dazu fehlen. Es geht aber nicht primär ums Kultur-Kümmern, sondern um einen ehrlichen Umgang mit der praktizierten Kultur.

Herr Rechsteiner, vielen Dank für das Interview.

Startseite
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Recruiting in IT-Unternehmen - „Ein klares Profil ist die größte Challenge“

1 Kommentar zu "Recruiting in IT-Unternehmen: „Ein klares Profil ist die größte Challenge“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Zu ein paar Ausschnitten aus dem Interview:

    „Denn in Zeiten des Internets sind Unternehmen gläsern: Für Bewerber ist es etwa durch soziale Netzwerke und Karriereplattformen ein leichtes Spiel herauszufinden, wie der tatsächliche „cultural fit“ im Unternehmen ist. Dann ist es doch viel cleverer, ehrlich zu kommunizieren, wie die Unternehmenskultur wirklich aussieht.“:

    Na also. Warum nicht gleich so? Die „digitale Revolution“ hat jedenfalls eindeutig ihre großen Verdienste für den Fortschritt der ganzen Gesellschaft/ Welt. Schon, weil sie jeden zu eigenen Gedanken und Ideen „zwingt“:

    „Wichtig ist es generell, sich das Muster einer solchen Unternehmenskultur anzuschauen und herauszufinden, welche Strukturen Stück für Stück im eigenen Betrieb realisierbar sind. Denn für Konzerne ist es essentiell, dass sie authentisch (…) sind. Vom starren Kopieren eines Vorbildes würde ich (…) abraten.“

    Also nur logisch:

    „Welches Recruitinginstrument halten Sie für effektiv?“ – Anwort: „Die Mitarbeiterempfehlung (…). Denn über persönliche Kontakte erfahren Jobsuchende am besten, wie die Unternehmenskultur aussieht. Und wenn ein Mitarbeiter seinen Arbeitgeber weiterempfiehlt, zeigt das, dass der „cultural fit“ dort stimmen muss. Die Vertrauensbasis ist schon geschaffen – …“

    Schlusssatz: „Es geht aber nicht primär ums Kultur-Kümmern, sondern um einen ehrlichen Umgang mit der praktizierten Kultur.“

    Die Zeiten ändern sich, und - wen wundert’s - die IT (Informationstechnologie)-Branche ist hier - wie vor Jahrhunderten der Buchdruck – der wichtigste „Treiber“, da es bei beiden um Kommunikation im weitesten Sinne geht.

    Die Zeiten, in denen „schließlich alle Unternehmen mit den gleichen Floskeln und Phrasen um Fachkräfte werben“ können, dürften jedenfalls vorbei sein.

    Und die Zeiten, in denen Banken mit Sprüchen wie „Leben Sie. Wir kümmern uns um die Details.“ (der Spruch könnte übrigens ohne weiteres auch von einer Partei oder einem Politiker sein…) auch.

    Ist auch besser so.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%