Recruiting in IT-Unternehmen: „Kultur von Start-ups ist sonnenklar“

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Recruiting in IT-Unternehmen
„Ein klares Profil ist die größte Challenge“

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„Kultur von Start-ups ist sonnenklar“

Wie kann das beispielsweise ablaufen?
Nehmen wir einen karriereorientierten Konzern. Wenn der Bewerber aufgrund seiner Fähigkeiten optimal zum Unternehmen passt, sollte der Personaler im Vorstellungsgespräch klar und deutlich die Unternehmenskultur kommunizieren. Zum Beispiel, dass Mitarbeiter gekündigt werden, wenn sie nach drei Jahren noch immer auf derselben Position im Konzern verharren. In solchen Fällen springen auch nur Bewerber an, die auf dieses „Hire-and-Fire“-Prinzip abfahren.

Solch ein Verhalten seitens des Personalers macht die Suche nach raren Fachkräften wahrscheinlich noch schwieriger.
Nein, denn statt der Quantität zählt die Qualität. Der Personaler zieht dadurch nur noch jene Bewerber an, die am besten zum Unternehmen passen. Dieses kulturbasierte Recruiting ist zumindest nachhaltig und langfristig.

In Ihrem Buch raten Sie Personalern, sich ein Beispiel an Start-ups zu nehmen. Warum dienen ausgerechnet junge Unternehmen als Vorbild?
Start-ups machen vor allem vier Dinge gut. Erstens: Sie haben ganz kurze Entscheidungswege, der Geschäftsführer selbst trifft meist die Wahl im Bewerbungsgespräch. Zweitens: Die Zeit zwischen persönlichem Erstkontakt, also Vorstellunggespräch, bis zum Zuschicken des Vertrages ist enorm kurz. Meist können die neuen Mitarbeiter nach zwei Wochen ihre neue Stelle antreten. Drittens: Start-ups verfügen über authentische, flache Hierarchien, weil die Mitarbeiter jung und dynamisch sind. Und viertens: In jungen Unternehmen schleichen sich keine Routinen ein – kein Tag ist planbar. Diese vier Punkte prägen die Unternehmenskultur der meisten Start-ups, sodass sie den Bewerben sonnenklar ist. Bei großen, etablierten IT-Unternehmen ist das selten der Fall.

In traditionellen Unternehmen herrschen häufig starre Hierarchien. Hat das Vorbild-Sein dann nicht auch Grenzen?
Klar, wenn solch ein Unternehmen versucht, eins zu eins die Kultur eines Start-ups zu übernehmen, wird es scheitern. Wichtig ist es generell, sich das Muster einer solchen Unternehmenskultur anzuschauen und herauszufinden, welche Strukturen Stück für Stück im eigenen Betrieb realisierbar sind. Denn für Konzerne ist es essentiell, dass sie authentisch im Recruitingprozess sind. Vom starren Kopieren eines Vorbildes würde ich daher gänzlich abraten.

Kommentare zu " Recruiting in IT-Unternehmen: „Ein klares Profil ist die größte Challenge“"

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  • Zu ein paar Ausschnitten aus dem Interview:

    „Denn in Zeiten des Internets sind Unternehmen gläsern: Für Bewerber ist es etwa durch soziale Netzwerke und Karriereplattformen ein leichtes Spiel herauszufinden, wie der tatsächliche „cultural fit“ im Unternehmen ist. Dann ist es doch viel cleverer, ehrlich zu kommunizieren, wie die Unternehmenskultur wirklich aussieht.“:

    Na also. Warum nicht gleich so? Die „digitale Revolution“ hat jedenfalls eindeutig ihre großen Verdienste für den Fortschritt der ganzen Gesellschaft/ Welt. Schon, weil sie jeden zu eigenen Gedanken und Ideen „zwingt“:

    „Wichtig ist es generell, sich das Muster einer solchen Unternehmenskultur anzuschauen und herauszufinden, welche Strukturen Stück für Stück im eigenen Betrieb realisierbar sind. Denn für Konzerne ist es essentiell, dass sie authentisch (…) sind. Vom starren Kopieren eines Vorbildes würde ich (…) abraten.“

    Also nur logisch:

    „Welches Recruitinginstrument halten Sie für effektiv?“ – Anwort: „Die Mitarbeiterempfehlung (…). Denn über persönliche Kontakte erfahren Jobsuchende am besten, wie die Unternehmenskultur aussieht. Und wenn ein Mitarbeiter seinen Arbeitgeber weiterempfiehlt, zeigt das, dass der „cultural fit“ dort stimmen muss. Die Vertrauensbasis ist schon geschaffen – …“

    Schlusssatz: „Es geht aber nicht primär ums Kultur-Kümmern, sondern um einen ehrlichen Umgang mit der praktizierten Kultur.“

    Die Zeiten ändern sich, und - wen wundert’s - die IT (Informationstechnologie)-Branche ist hier - wie vor Jahrhunderten der Buchdruck – der wichtigste „Treiber“, da es bei beiden um Kommunikation im weitesten Sinne geht.

    Die Zeiten, in denen „schließlich alle Unternehmen mit den gleichen Floskeln und Phrasen um Fachkräfte werben“ können, dürften jedenfalls vorbei sein.

    Und die Zeiten, in denen Banken mit Sprüchen wie „Leben Sie. Wir kümmern uns um die Details.“ (der Spruch könnte übrigens ohne weiteres auch von einer Partei oder einem Politiker sein…) auch.

    Ist auch besser so.

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