Sieben Tipps für den Arbeitsalltag: Optimismus als Grundhaltung

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Sieben Tipps für den Arbeitsalltag
Wie Sie gelassen bleiben und eine Eskalation vermeiden

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Optimismus als Grundhaltung

4. Gestalten Sie die Beziehungen so, dass Sie sich selbst treu bleiben

Im nächsten Schritt geht es darum, zum „Beziehungsmanager” zu werden. Das bedeutet, dass Sie sich auf die Persönlichkeit Ihres Gesprächspartners einstellen, Gespräche in positive und zielführende Bahnen lenken und lernen Feedback zu geben und anzunehmen. Denn, so formuliert es der US-Psychologe Daniel Goleman: „In Zukunft werden wir nicht mehr nur daran gemessen, wie klug wir sind oder welche fachliche Expertise wir haben, sondern vor allem daran, wie geschickt wir mit uns selbst und anderen umgehen.” Nutzen Sie also die volle Kapazität Ihres Gehirns, emotional und kognitiv. Volke Groh: „Aus der Gehirnforschung wissen wir, dass wir im Stress nur Teile unseres Gehirns nutzen – so, als würde der Gehirnaufzug nicht bis ganz nach oben fahren in den Neokortex und so im Stammhirn, Mittelhirn und limbischen System hängen bleiben.“

5. Lernen Sie Methoden wirksamer Selbstführung – die neue Gelassenheit

Die Psychologin beschreibt in ihrem Beitrag das ABC-Modell von Dr. A. Ellis, wonach wir wissen, dass nicht andere Emotionen bei uns auslösen, sondern wir selbst. Volke-Groh erklärt: „Die Situationsanalyse von emotionalen Konfliktsituationen in Ihrem Arbeitsalltag ist die Basis, um Strategien zum Umgang mit Reizthemen zu entwickeln. Lernen Sie hilfreiche Mentaltechniken für Ihren Alltag kennen und anwenden.“ Dabei soll Achtsamkeit helfen, die Herausforderungen der Arbeitswelt nachhaltig zu bewältigen und ein gesünderes und glücklicheres Leben zu führen. „Achtsamkeitsübungen sorgen so für einen geringeren Krankheitsstand, eine innovationsfreundliche Firmenkultur, ein besseres Betriebsklima und eine höhere Zufriedenheit mit sich und Ihrer Arbeit“, so Tanja Volke-Groh.

6. Stärken Sie Ihre Resilienz: Optimismus als Grundhaltung

Resilienz oder psychische Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass diese Fähigkeit nicht angeboren ist, sondern im Laufe unseres Lebens erlernt wird. „Das heißt im Umkehrschluss, dass wir unsere Resilienz stärken können. Zentrale Resilienzfaktoren sind beispielsweise die Selbstwirksamkeit, also die Überzeugung, dass wir Einfluss auf unser Leben haben“, erklärt die Psychologin. „Resilienz bedeutet auch, raus aus der Opferhaltung und Verantwortung zu übernehmen für das eigene Leben und Handeln, aufgrund des Selbstvertrauens, genug Stärke für die Lösung in sich zu haben.“ Wichtig ist auch, um Hilfe bitten zu können, denn soziale Kontakte, emotionale Bindungen und stabile Beziehungen sind ein wichtiger Grundpfeiler gelebter Resilienz.

7. Und zu guter Letzt: Trainieren Sie Ihre Stimme

„Unsere Stimme kommt aus dem Zentrum unseres Körpers und deshalb können wir sie nur schlecht verstellen“, weiß die Psychologin. „Es heißt, dass ein Mensch, der an seiner Stimme arbeitet, am Kern seiner Persönlichkeit arbeitet. Und: Stimme schafft Stimmung.“

Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
Carina Kontio
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen

Kommentare zu " Sieben Tipps für den Arbeitsalltag: Wie Sie gelassen bleiben und eine Eskalation vermeiden"

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  • Gute und interessante Tipps aus dem "Off" ...leider erinnert sich nur fast niemand im jeweiligen Augenblick an derlei gute und richtige Rezepte, die eingeübt und verankert sein müssen, wenn mal wieder die (langjährig) eingespielten emotionalen Muster sich ihre Bahn brechen und das Gehirn regelrecht mit Botenstoffen aus den tiefsten Tiefen (Amygdala) des Gehirns überflutet wird und man erst hinterher feststellt, wie besser zu reagieren gewesen wäre.

    Glücklicherweise gibt es mittlerweile einige hochinteressante Ansätze, diese neurologischen Zwangsmuster auszutricksen und die emotional behindernde Flut in neue Bahnen zu lenken ohne dabei ständig zu versuchen sich zu kontrollieren und zu beobachten. Stichwort "Amygdala-Depotenzierungs-Techniken".

    Das Positve dabei ist, das dies für alle unerwünschten Emotionen (in erster Instanz also Ängste, Wut, ...) beliebiger Intensität gilt und zu dauerhaften Veränderungen führen kann, ungeachtet der tatsächlichen Ursachen und ohne die Erinnerungen an konkrete Auslöser zu verändern, sondern vielmehr die damit verbundenen unerwünschten Emotionen, die den im Artikel beschriebenen "Fehlhandlungen" zu Grunde liegen. Ein ausgesprochen eleganter Ansatz der vor allem dadurch glänzt, das Veränderungen schnell und dauerhaft erzielt werden können.

    Diese Wirkverfahren hat seinen Ursprung in den sogenannten psychosensorischen Therapien, die sich mittlerweile als dritte Säule neben der "klassischen Psychotherapie" und der pharmakologisch orientierten Therapie vor allem in den angelsächsischen Ländern einen Stammplatz erobert hat und sich vermutlich in wenigen Jahren auch hierzulande auf breiter Ebene etablieren wird.

    Da hier keine näheren Hinweise auf Grund nachvollziehbarer Werbeverbote gegeben werden dürfen, können Interessierte für weitere Hinweise im Rahmen der Community Richtlinien den privaten Kontakt zu mir aufnehmen.
    Herzliche Grüße - Michael Haaker

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