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Steffen Kirchner
Die fünf größten Fehler beim Seminarbesuch

Weiterbildung bringt uns nach vorn. Unser Wissen soll auf dem neuesten Stand sein. Wir besuchen Seminare und Webinare, lesen Bücher und hören Podcasts. Doch was wirklich wichtig ist, überlassen wir meist den anderen.
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Steffen Kirchner zählt im Bereich der Motivations- und Erfolgs-Psychologie zu den führenden Experten im deutschsprachigen Raum. Als Manager führte er eine Volleyball-Bundesliga-Mannschaft zur deutschen Meisterschaft, als Spieler in der Tennis-Bundesliga setzte er viele Strategien des Mentaltrainings selbst um und entwickelt sie beständig weiter. Über 500 Unternehmen, Profisportler und Teams hat er in den letzten sieben Jahren beraten. Darunter auch Nationalkader-Athleten oder Unternehmen wie Audi, Siemens oder RWE. Kirchner, der diesen Gastbeitrag für unser Businessnetzwerk Leader.In geschrieben hat, weiß: Vorbereitung ist das A und O. Dies gilt auch für eine Weiterbildung, egal welche Kanäle man dafür nutzt. Wer sich im Vorfeld ein paar Gedanken macht, welche Ziele er verfolgt, profitiert umso mehr. Fünf Tipps, wie man das Meiste für sich herausholt.

1. Die richtige Erwartungshaltung

Seminarteilnehmer erwarten oft eine Zusammenfassung der wichtigsten Seminarinhalte. Die kann es aber nicht geben. Der Seminarleiter kann nämlich gar nicht wissen, was für jeden Einzelnen die wichtigsten Inhalte sind. Jeder Mensch hat andere Themen und selektiert zwangsläufig in seiner Wahrnehmung. Das gilt für alle Inhalte, gleich wie sie vermittelt werden. In Büchern präsentiert der Autor gern eine kurze Zusammenfassung der Kernpunkte eines Kapitels. Das ist zwar gut und schön, ersetzt aber nicht die eigene Arbeit und Auseinandersetzung mit den Inhalten. Wer in Seminaren nur da sitzt und sich berieseln lässt, an dem geht ganz viel vorbei. Einen Zettel und Stift sollte jeder dabei haben, um Impulse oder eigene Ideen direkt zu notieren. Wenn das beim ersten Mal nicht möglich war, etwa bei einer Podcast-Folge im Auto, sollte sie in Ruhe noch einmal angehört werden. Dabei die Notizen nicht vergessen!

2. Die eigentliche Arbeit beginnt im Anschluss

Wir kennen sie alle, die To-do-Listen. Darauf notieren wir alles, was wir unbedingt erledigen müssen. Gerade nach dem Input eines Seminares, Buchs oder Podcasts, gibt es eine Fülle von Dingen, die wir angehen möchten. Am liebsten sofort. Prioritäten setzen hilft dabei ungemein. „Mit welcher Aktion anfangen und wie lange lasse ich mir dafür Zeit?“ sind Fragen, die jeder für sich individuell beantworten sollte. Ansonsten verzettelt man sich.

3. Reichlich Zeit einplanen

Die meisten planen nicht genug Zeit ein. Vor allem bei Seminaren. Sie kommen zu spät und verlassen das Seminar viel zu früh. Wer am gleichen Tag morgens anreist, um sich das Hotel zu sparen, noch im Morgengrauen losgefahren ist, ist spätestens nachmittags müde und somit nicht mehr aufnahmefähig. Wer bereits einen Tag vorher anreist, kann sich mental besser vorbereiten und ist ausgeschlafen. Wer sofort abreist, der landet direkt wieder im Alltag oder am nächsten Tag auf der Arbeit. Lieber noch den Folgetag einplanen, um das Seminar nachzubearbeiten. So kann Vieles, was erlernt wurde, Anstöße, die gegeben wurden, während der Fahrt besser sacken. Zeit über den Input nachzudenken ist ebenso wichtig, wie zuzuhören. Das gilt auch für Webinare. Wer sich direkt nach dem Webinar schon wieder einen Termin legt, der schöpft das vermittelte Wissen nicht voll aus.

4. Vorsätze schnell umsetzen

Die Motivation, das Gehörte und Erlernte direkt umzusetzen ist anfangs sehr hoch. Deshalb sollte man innerhalb von 24 Stunden damit beginnen. Ansonsten sinkt die Chance auf ein Prozent. In der Weiterbildung wird dies mit der recht bekannten 72-Stundenregel umschrieben, die mittlerweile 24-Stundenregel lauten sollte. Der wichtigste Tag ist der nach dem Seminar. Hier sollte man es unbedingt vermeiden schon wieder vom Alltag bestimmt zu werden. Das beginnt bereits damit, dass viele Seminarteilnehmer zu spät erscheinen und viel zu früh wieder gehen. Weil der Input im Alltag schon dermaßen groß ist, sollten wir möglichst schnell die Inhalte aktiv ver- und bearbeiten. Wichtiges Wissen geht ansonsten verloren. Eine individuelle Zusammenfassung zu schreiben, ist schon der erste Schritt zur Umsetzung. Zeichnungen anfertigen, Dinge markieren, haben denselben Effekt. Wichtig ist es, die Informationen zu verankern.

5. Die Gelegenheit zur Vernetzung nutzen

Seminare und Veranstaltungen sind wunderbare Orte, um Kontakte zu knüpfen. Gerade die Pausen bieten dazu gute Gelegenheiten. Das eigene Umfeld zu optimieren ist wichtig für die persönliche Entwicklung. Zwei, drei nachhaltige Kontakte können gewinnbringender sein als das wahllose Sammeln von Visitenkarten. Konzentrieren Sie lieber mehr Zeit auf weniger Leute. Doch auch hier spielt der Zeitfaktor wieder eine große Rolle. Weiterbildung hat nichts mit Hektik und Hetze zu tun. Lieber ein bis zwei Tage mehr für ein Seminar einplanen, als alles nur nebenbei zu erledigen. So bleibt auch genügend Zeit für die Kontaktpflege und Smalltalk.

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