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Studie zu „New Work“Wo geht's hier bitte zum Arbeitsplatz der Zukunft?

„New Work“: Noch so ein Buzzword wie „Arbeit 4.0“, „digitale Transformation“ und „Work-Life-Balance“ oder ein Modell für zukunftsfähige Konzerne? Eine Studie untersucht, wie gut der Wandel gelingt – und was ihn ausmacht.Carina Kontio 16.08.2017 - 11:08 Uhr Artikel anhören

Eine einzige Definition gibt es nicht. Klar aber ist: Die Unternehmen müssen sich um ihre Mitarbeiter kümmern. Sie müssen für andere attraktiv werden. Das schaffen sie durch gute Arbeit.

Foto: Getty Images

Bonn. Als ich die Studie des Telekommunikationsunternehmens Sipgate zum Thema „Arbeitsplatz der Zukunft“ las, kam mir sofort Peter Brödner in den Sinn. Ihnen wird der Name nichts sagen. Aber Brödner war in den 1980er-Jahren Experte für Automatisierung im Kernforschungszentrum Karlsruhe und er publizierte 1985 das Buch „Fabrik 2000: Alternative Entwicklungspfade in die Zukunft der Fabrik“. Darin gibt es ein Kapitel mit der Überschrift: „Der Jahrmarkt der Prophezeiungen“ und es beginnt mit einem dramatischen Auftakt:

„Selten haben sich in der Geschichte der kapitalistischen Industrialisierung Visionen über die künftige Entwicklung der Fabrik derart gehäuft wie gerade jetzt, selten auch klafften sie so weit auseinander. Kaum je in einer anderen industriellen Epoche waren die Entwürfe so weitreichend und kühn, die Parolen so aufwiegelnd und herausfordernd wie im gegenwärtigen Streit um die Zukunft der Fabrik. Kaum je zuvor hat eine Auseinandersetzung um Technik und Arbeitseinsatz in der Produktion so deutlich die Gestalt eines Glaubenskrieges angenommen.“

Zehn Thesen zur Generation Y
Bei der Diskussion um Generationenvielfalt in der Arbeitswelt geht es nicht um Jung oder Alt, sondern um eine moderne Geisteshaltung – abseits von Effizienzstreben und Massenproduktion. Eine Haltung, die zu einer neuen Realität passt, in der die Welt immer volatiler, unsicherer, komplexer und ambivalenter wird.
Die Basis moderner Denkmuster besteht in der Erkenntnis, dass die Arbeitswelt heute anders tickt als noch vor 20 oder 30 Jahren. Unser deutsches Erfolgsmodell trägt nicht ewig weiter.
Es sind die unterschiedlichen Wertesysteme zu Arbeit und Führung, die aufeinander prallen, nicht die Menschen unterschiedlicher Generationen.
Lebenszeit ist viel zu kostbar, um 40 Stunden pro Woche für Aufgaben zu vergeuden, auf die man keinen Bock hat.
Die Effizienzzitrone deutscher Unternehmen ist ausgepresst! Wir brauchen einen Musterwechsel. Die GenY sucht ihn im World Wide Web.
Wir wurden zu lange zu einseitig auf die linke Gehirnhälfte getrimmt: Verstand, Zahlen, Daten, Fakten. Nun gilt es, die rechte zu aktivieren und mit ihr Kreativität, Emotionalität und Intuition.
Das deutsche Uni-System krankt und produziert Versager der modernen Arbeitswelt.
Viele Chefs der alten Führungsschule haben nicht systematisch gelernt, Menschen zu führen. Das erklärt vieles…
Unternehmen sollten sich schleunigst auf die Machtverschiebung hin zum Bewerbermarkt einstellen. Fachkräftemangel lässt bald grüßen.
Multigrafen, on demand, digitale Transformation, Kulturwandel: Genau darum geht es heute.
Steffi Burkhart, „Die spinnen, die Jungen. Eine Gebrauchsanweisung für die Generation Y”, Gabal, ISBN: 978-3-86936-691-3

30 Jahre später wird Brödners „Fabrik 200“ wie so viele Zukunftsbücher von vorgestern für wenige Cent im Internet verramscht. Seine Botschaft indes ist nicht passé, denn noch immer ist die Zukunft der Arbeit in vielerlei Hinsicht unsicher und es gibt entweder zahlreiche Studien über positive Trends und Entwicklungen oder düstere Zukunftsszenarien und Horrorprognosen, die unsere Jobs in Gefahr sehen. Am vernünftigsten erscheint mir da die Aussage von Jörg Hofmann, der 2016 auf die Frage eines Journalisten nach der künftigen Wirkung der Roboter auf die Beschäftigtenzahl erwiderte: „Wer heute behauptet zu wissen, was dies in zwanzig oder dreißig Jahren in Saldo für die Zahl der Arbeitsplätze bedeutet, kann im Zirkus auftreten“, so der Vorsitzende der IG Metall.

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