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Uber-Chef nimmt Auszeit Abschied von der Macho-Kultur

Frauenfeindlichkeit, Schikane, sexuelle Belästigung: Der Fahrdienst Uber versucht, seine aggressive Unternehmenskultur zu ändern. Doch nur ein Satz eines männlichen Aufsichtsrats zeigt, wie schwierig dieses Vorhaben ist.
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Bertie (Til Schweiger) im Feinripp-Unterhemd und mit Goldkettchen: ein Urtyp des Machos. Quelle: Imago
Kultfilm „Manta, Manta“

Bertie (Til Schweiger) im Feinripp-Unterhemd und mit Goldkettchen: ein Urtyp des Machos.

(Foto: Imago)

San FranciscoDas Treffen sollte der Auftakt zur großen Wende bei Uber werden. Am Dienstag hatte der Fahrdienst seine Mitarbeiter in die Zentrale in Downtown San Francisco geladen, um den mit Spannung erwarteten Bericht von Ex-Generalstaatsanwalt Eric Holder zu diskutieren. Der Jurist hatte nach Skandalen, Turbulenzen und Vorwürfen sexistischer Äußerungen die Arbeitsatmosphäre in dem Start-up untersucht. In einem 13-seitigen Schreiben hatte er zentrale Verbesserungen in Führung und Management angeregt. Doch der Neuanfang misslang vorerst.

Ausgerechnet der Termin, der aller Welt demonstrieren sollte, wie sehr die Firma ihre oft kritisierte aggressive Macho- und Bro-Kultur hinter sich gelassen hat, wurde zur Bühne dafür, wie die neue Strategie implodierte. Ein Tonmitschnitt des Treffens, den Yahoo zuerst veröffentlichte, hält eine verstörende Szene fest, die sich rasant im Netz verbreitete.

Arianna Huffington, die zum Führungsgremium der Firma gehört, erläutert darin vor der versammelten Mannschaft, wie es wissenschaftlichen Daten zufolge eine Frau im Aufsichtsrat eines Konzerns „sehr viel wahrscheinlicher“ mache, dass eine weitere hinzukomme.

Doch die Managerin kommt nicht weit. Sie wird mitten im Satz unterbrochen. Von mehr Frauen im Aufsichtsrat, so die Einlassung von Huffingtons Aufsichtsrat-Kollege David Bonderman, Gründungpartner der privaten Risikokapitalgesellschaft TPG Capital, sei doch höchstens „mehr Gerede“ zu erwarten. Der Kommentar, der die Image-Politur mit einem Schlag zunichte macht, sorgt für Schweigen im Uber-Plenum. Dann stöhnt Huffington genervt: „Oh, come on, David.“

Der peinliche Zwischenruf rüttelt an der Glaubwürdigkeit der Kulturrevolution, die Uber anstrebt. Das Unternehmen schlittert seit Anfang des Jahres von Krise zu Krise. Nach den Sexismus-Vorwürfen einer Ex-Mitarbeiterin, der Klage von Google-Mutter Alphabet wegen illegal erworbener Dokumente, den gravierenden Managementfehlern sowie nach wie vor hohen Verlusten war der Ruf nach einem radikalen Neuanfang bei Uber immer lauter geworden.

Den will die Firma nach wie vor durchziehen, trotz des verkrachten Neustarts. Die Änderungen im Management sind gravierend. Sie zeigen, wie sehr der Fahrdienst inzwischen unter Druck steht, der mehr als ein Dutzend Top-Manager allein seit Jahresanfang verloren hat. Noch mehr Talent-Abgänge kann sich Uber kaum leisten.

Kurz nach der Sitzung kündigte Uber-Direktor Bonderman seinen Rücktritt an. Er entschuldigte sich per E-Mail bei den Mitarbeitern für seine abwertende Bemerkung über Frauen – und nannte sie „nachlässig, unangemessen und unentschuldbar“. Er müsse sich an die gleichen Standards halten, die Uber nun umsetzen soll.

In diesen Großstädten ist Taxifahren am teuersten
Platz 10: Hannover
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In rund 80 Prozent der deutschen Tarifgebiete hat die Einführung des Mindestlohns zu einer Erhöhung der Taxigebühren geführt. Nicht nur die Grundgebühr, sondern auch die Kilometerpreise sind angestiegen. Das ergibt eine aktuelle Untersuchung der Taxi-Bestell-App mytaxi, die einen Überblick über die zehn teuersten Taxi-Städte gibt. Gelistet wird nach dem Preis für eine durchschnittliche Fahrt durch die Innenstadt von sechs Kilometern Länge. Auf Platz zehn landet Hannover, die Hauptstadt Niedersachsens. Die Grundgebühr für eine Taxifahrt beträgt hier 3,20 Euro. Pro Kilometer zahlen Fahrgäste noch einmal 1,90 drauf. Damit liegen die Kosten für sechs Kilometer bei 14,60 Euro.

Quelle: mytaxi

Platz 9: Dresden
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In Dresden ist die Fahrt mit einem Taxi minimal teurer: Für eine Strecke von sechs Kilometern müssen Fahrgäste insgesamt 14,70 Euro zahlen, um auf öffentliche Verkehrsmittel oder die Fahrt mit einem eigenen Pkw verzichten zu können. Der Kilometerpreis liegt hier bei 1,80 Euro, die Grundgebühr beträgt 3,90.

Platz 8: Köln
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Auch in der Rheinmetropole hat die Fahrt mit dem Taxi seinen Preis: Um sechs Kilometer nach Hause kutschiert zu werden, müssen die Kölner 14,90 Euro springen lassen. Der Tarif ergibt sich aus einer Grundgebühr von 3,50 Euro und einem Preis von 1,90 Euro pro Kilometer.

Platz 7: Frankfurt
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Unter 15,50 Euro kommen Taxi-Fahrgäste bei einer Strecke von sechs Kilometern in Frankfurt nicht weg. Zwei Euro pro Kilometer und eine Grundgebühr von 3,50 Euro sind hier pro Fahrt zu entrichten.

Platz 6: Hamburg
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2,10 pro Kilometer zahlen Kunden für eine Taxifahrt in Hamburg. Hinzu kommt eine Grundgebühr von 3,20 Euro. Das ergibt einen Gesamttarif von 15,80 Euro für sechs Kilometer und Rang sechs im Ranking.

Platz 5: Berlin
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Noch etwas mehr – nämlich 15,90 Euro – muss man in Berlin in die Hand nehmen, um sechs Kilometer mit dem Taxi gefahren zu werden. Der Kilometerpreis beträgt hier zwar nur zwei Euro, die Grundgebühr liegt dafür aber schon bei 3,90 Euro. Damit ist die Hauptstadt die fünftteuerste Taxistadt Deutschlands.

Platz 4: Essen
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Wer gedacht hat, im Ruhrgebiet sei Taxifahren vergleichsweise günstig, liegt falsch. Das zumindest zeigen die Tarife in Essen, die bei insgesamt 16 Euro inklusive der Grundgebühr von vier Euro liegen. Pro Kilometer zahlen Fahrgäste zwei Euro. Ganz in der Spitzengruppe fehlen jedoch sonst recht teure Städte wie Stuttgart und München – beide liegen im Taxi-Ranking außerhalb der Top Ten.

Zu den radikalsten Neuerungen gehört die persönliche Auszeit von Chef Travis Kalanick. Er hatte die Expansion des 2009 gegründeten Fahrdienstes – derzeit mit einem Unternehmenswert von 69 Milliarden Dollar und mit mehr als 12.000 Mitarbeitern in über 70 Ländern und 570 Städten weltweit – maßgeblich vorangetrieben. Auch nach seinem Abgang behält der 40-Jährige durch Aktien-Rochaden und den Besitz entscheidender Anteile an der Firma die Kontrolle bei Uber.

Über eine Pause von Kalanick war bereits spekuliert worden, zunächst allerdings ging es nur um eine dreimonatige Auszeit des Uber-Frontmanns. Wie lange der Chef jetzt fehlen wird, ist unklar. In einer E-Mail an alle Mitarbeiter begründete Kalanick den Schritt mit dem plötzlichen Tod seiner Mutter Bonnie, die bei einem Bootsunfall ums Leben gekommen und am Freitag beigesetzt worden war. Er wolle die Chance aber auch nutzen, so Kalanick, um zu „reflektieren“, an sich selbst „zu arbeiten“ und ein „Uber 2.0“ entwerfen.

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3 Kommentare zu "Uber-Chef nimmt Auszeit: Abschied von der Macho-Kultur"

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  • Wird spannend bleiben zu beobachten, ob und wie sich die DNA eines Unternehmens ändern kann, das genetisch vollständig darauf ausgerichtet war im Silicon Valley Startup-System erfolgreich zu sein.

  • Endlich wird es um die Nervensäge und den Ausbeuter von Millionen von Taxifahrern ruhiger!!!

  • Uber ist die Essenz von mieser Energie. Ärger ohne Ende.

    Kein Land und keine Stadt in Europa sollte Uber zulassen.

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