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Vergütung von Vorständen Millionen für Manager

Selbst bei kleineren Unternehmen verdienen die Vorstände inzwischen über eine Million Euro im Jahr. Das liegt unter anderem auch an den umstrittenen Pensionen.
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Viele Vorstände verdienen über eine Million Euro im Jahr - selbst bei kleineren Unternehmen. Quelle: dpa
Managergehälter

Viele Vorstände verdienen über eine Million Euro im Jahr - selbst bei kleineren Unternehmen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Gehälter der Vorstände haben inzwischen auch jenseits der führenden Dax-Konzerne die Millionengrenze überschritten - und zwar nachhaltig. Bis auf den Technologieindex TecDax kommen Vorstandsmitglieder mühelos auf Jahresvergütungen über eine Million Euro, die Vorsitzenden ohnehin.

So verdient nach einer vergleichenden Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC und Professor Hans-Joachim Böcking von der Goethe-Universität Frankfurt ein einfaches Dax-Vorstandsmitglied im Median drei Millionen Euro, ein MDax-Manager 1,6 Millionen.

Das sind im Schnitt zwischen 55 und 60 Prozent des Gehalts ihrer Vorsitzenden. SDax-Vorstände erhalten eine Vergütung von 1,1 Millionen. TecDax-Bosse kommen auf 1,5 Millionen Euro und verdienen damit 700.000 Euro mehr als ihre restlichen Vorstandskollegen. Beim Median fallen Ausreißer nach oben oder unten nicht so ins Gewicht wie bei einer Durchschnittsberechnung.

Die bestverdienenden Banker der Welt
David McKay
1 von 10

Der CEO der Royal Bank of Canada belegt mit einem Jahresgehalt von "mickrigen 12,5 Millionen Dollar den zehnten Platz. Den größten Teil seines Einkommens machen Aktien und Aktiengewinne aus.

Timothy Sloan
2 von 10

Der Chef von Wells Fargo wird mit jährlich 13,3 Millionen Dollar entlohnt. Aktiengewinne und Bonuszahlungen hielten sich bei ihm zuletzt in Grenzen.

Sergio Ermotti
3 von 10

Einer von zwei Europäern, die es in die Top Ten geschafft haben, ist Sergio Ermotti. Der Schweizer erhielt im Jahr 2016 von der UBS für sein Management insgesamt 13,9 Millionen Dollar. Im Ranking der Top-Banker haben es die CEOs der alten Welt schwer – sie schauen wohl schmachtend über den Teich: Im Schnitt verdienen die US-Bank-Manager 2,1 mal mehr als die Top-Leute in Europa.

Michael Corbat
4 von 10

Der Harvard-Absolvent und leidenschaftliche Fliegenfischer Michael Corbat darf sich über ein Gesamtgehalt von 17,3 Millionen Dollar freuen. Auch wenn der Gewinn der Citigroup zuletzt schrumpfte, gibt sich der CEO optimistisch: Kreditgeschäft und Erträge hätten sich positiv entwickelt.

Stuart Gulliver
5 von 10

Der CEO der HSBC-Holdinggesellschaft Stuart Gulliver ist der zweite Europäer in der Top-10 der bestverdienenden Banker. Das Jahresgehalt des Briten summiert sich auf 18,7 Millionen Dollar. Erst kürzlich machte die HSBC mit Compliance-Regeln für Mitarbeitern von sich reden: Angestellten ist der Ankauf von Einzelaktien neuerdings untersagt, um Interessenkonflikte zu vermeiden.

William Downe
6 von 10

Der Kanadier William Downe arbeitet bereits seit 1983 für die Bank of Montreal. Nachdem er verschiedene Senior-Management-Positionen durchlaufen hatte, wurde er 2006 zum CEO ernannt. Sein langjähriges Engagement für die Bank schlägt sich in einem Jahresgehalt von 31,7 Millionen Dollar nieder in. Zwei Drittel davon sind Aktiengewinne.

James Gorman
7 von 10

39,1 Millionen Dollar zahlt die Großbank Morgan Stanley ihrem CEO James Gorman pro Jahr für seine Arbeit. Die Gesamtsumme besteht zu annähernd gleichen Teilen aus Gehalt, Zulagen, Aktien und Aktiengewinnen. Der gebürtige Australier kam ursprünglich zum Masterstudium nach New York – die rosigen Gehaltsaussichten im amerikanischen Bankensektor dürften wohl mit ein Grund für seinen Verbleib gewesen sein.

Unterhalb des Dax werden Millionengehälter für Vorstände allmählich zur Regel, lautet das Resümee der Studie. Petra Raspels von PwC sieht darin allerdings keine „ungesunde Entwicklung“. Die wachsenden Einkommen der Manager spiegelten die hohe Profitabilität der Unternehmen wider. Raspels ist deshalb auch überzeugt davon, dass die Vergütungen eines Tages sinken könnten.

Durch die variablen Anteile sei sichergestellt, dass – wenn die Gewinne irgendwann zurückgehen sollten – „auch die Vergütung wieder sinkt und die Unternehmen dann entsprechend weniger belastet werden“, sagt Raspels. Sie begründet das etwa mit dem Trend im TecDax, wo die Gehälter der Vorstände inzwischen zu zwei Dritteln aus leistungsbezogenen Boni und Tantiemen bestehen.

In den anderen Börsensegmenten allerdings hat die Bedeutung der variablen Gehaltselemente in den letzten Jahren eher abgenommen. Feste Vergütungen wie Fixum, Nebenleistungen und Pensionsvorsorge machen bei Dax-Vorständen 43 Prozent aus, bei MDax-Kollegen 44 Prozent.

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1 Kommentar zu "Vergütung von Vorständen: Millionen für Manager"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Millionen für Vorstände,........
    ob soviel verdienen wie sie b e k o m m e n ist zweifelhaft.
    Zitat:
    Was anderes sind also Reiche, wenn Ihnen Gerechtigkeit fehlt,
    als große Räuberbanden?
    Augustus von Hippo, Kirchenlehrer um 400 n. Chr.

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