Zum The Shift! Special von Handelsblatt Online

Vergütungsstudie 2018
So viel werden Sie nächstes Jahr verdienen

Die Wirtschaft brummt: volle Auftragsbücher, geringe Inflation, kaum Arbeitslosigkeit. Trotzdem steigen die Löhne kaum. Woran das liegt, wie es 2018 weiter geht und wie die Digitalisierung die Vergütung verändert.
  • 1

Yanet Yellen, Chefin der amerikanischen Notenbank Fed, ist ratlos: Obwohl die Fed – genauso wie die EZB unter Mario Draghi – die Märkte mit Geld flutet, ist von Inflation weit und breit nichts zu sehen. Bei zwei Prozent sollte die Teuerungsrate in den USA und dem Euroraum liegen – tatsächlich liegt sie jedoch – trotz aller Bemühungen – bei derzeit 1,8 Prozent in Deutschland und bei 1,7 Prozent in den USA.

Was den Währungshütern Kopfschmerzen bereitet – eine zu geringe Inflation oder sogar Deflation gefährdet Unternehmensgewinne, Investitionskraft und sorgt letztlich für eine schwächere Konjunktur – ist für den deutschen Arbeitnehmer erst einmal gut. Und das nicht nur, weil er sich zunächst mehr kaufen kann. Ihm bleibt von seiner Lohnerhöhung nämlich noch ein bisschen was übrig – wenn auch nicht viel.

Reale Lohnerhöhung von 0,7 Prozent

Wie die aktuelle Vergütungsstudie der Personal- und Organisationsberatung Korn Ferry Hay Group zeigt, sind die Löhne und Gehälter in Deutschland im Jahr 2017 durchschnittlich um 2,4 Prozent gestiegen. Aufgrund der bisherigen Inflationsrate von 1,7 Prozent bleibt aber nur ein Plus von 0,7 Prozent. So gering fiel die Steigerung der Reallöhne zuletzt im Jahr 2011 aus, wie die Erhebung zeigt, der die Gehaltsdaten von mehr als 20 Millionen hochqualifizierten Arbeitnehmern aus 25.000 Unternehmen weltweit zugrunde liegen. 2011 fiel die reale Gehaltssteigerung mit 0,2 Prozent aus. Von 2013 bis 2016 lagen die Erhöhungen zwischen 1,3 und 2,3 Prozent.

„Die Prognose zur Lohnerhöhung bei deutschen Unternehmen pendelt jedes Jahr zwischen 2,5 und drei Prozent – und zwar unabhängig von der Inflation“, sagt Thomas Gruhle, Vergütungsexperte bei Korn Ferry Hay Group. „Die tatsächliche Inflation entscheidet dann darüber, wie viel beim Mitarbeiter wirklich hängen bleibt.“

In anderen Ländern dagegen stimmten die Betriebe ihre periodischen Gehaltserhöhungen auf die zu erwartende Teuerungsrate ab. Ergo: Je näher die Inflationsrate an die gewünschten zwei Prozent heran rückt, desto weniger bleibt von den klassischen Lohnrunden auf dem Konto – individuelle Gehaltsverhandlungen einmal außen vor. Da ist schließlich jeder seines eigenen Inflationsausgleiches Schmied. Nun ist das Jahr 2017 fast vorüber, Zeit also, einen Ausblick auf 2018 zu wagen: Welche Branche erhöht die Löhne am stärksten, welche Berufsgruppen bekommen das dickste Plus? Da in den Monaten Januar und April die meisten Gehaltserhöhungen (tariflich wie außertariflich) gewährt werden, könnte es sich ja lohnen, jetzt schon mal nach einem Lohnplus zu fragen. Jedenfalls zeigt die Gehaltsstudie, dass im Schnitt 16 Prozent der Unternehmen die Gehälter im Januar anheben, 21 Prozent tun dies im April. Zum Vergleich: Im Dezember erhöhen nur 0,4 Prozent die Gehälter.

Trotzdem wird auch 2018 kein Jubeljahr für Arbeitnehmer: Erneut prognostizieren die meisten Unternehmen eine Gehaltserhöhung von 2,5 Prozent, während Ökonomen von einer Inflationsraten von 1,6 Prozent ausgehen. Treffen beide Prognose so ein, steigt der Reallohn im kommenden Jahr also nur um 0,9 Prozent. Was nicht sonderlich viel ist.

Natürlich gibt es auch Branchen, die die Gehälter überdurchschnittlich stark anheben wollen. So sind die Gewinner des kommenden Jahres der Prognose zufolge die (hochqualifizierten) Angestellten im Gesundheitssektor. Diese Branche plant mit 2,7 Prozent die höchste Steigerung, gefolgt von Chemie, produzierender Industrie und Dienstleistungen (je 2,6 Prozent).

Schlusslichter sind erneut die Versorger, die sogar um 0,1 Prozentpunkte weniger erhöhen wollen (1,7 Prozent Lohnsteigerung). Öl und Gas plant eine Steigerung um 0,3 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent und liegt damit in der Prognose für das Jahr 2018 gleichauf mit der Automobilindustrie (2,3 Prozent).

Seite 1:

So viel werden Sie nächstes Jahr verdienen

Seite 2:

Auch normalen Mitarbeitern steht häufig ein Bonus zu

Kommentare zu " Vergütungsstudie 2018: So viel werden Sie nächstes Jahr verdienen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Soll es nicht "Im Median" statt "Im Medien..." heißen?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%